Dienstag, 1. Juli 2014

HAYEK 7 - ECONOMIC CONTROL AND TOTALITARISM

Wer die Kontrolle über die Produktion erlangt, der erlangt Kontrolle über das menschliche Leben, in letzter Konsequenz über das Leben in toto. Die meisten Planer sind sich klar darüber, dass die Kontrolle der Produktion mehr oder weniger diktatorische Maßnahmen notwendig macht. Es gibt aber in diesem Bereich einige Irrtümber, die unbedingt aufgeklärt werden müssen. Auch wenn kaum jemand die Diktatur für wünschenswert hält, werden viele Menschen verlockt diktatorische Maßnahmen im Bereich der Wirtschaft zuzulassen, solange gewährleistet sei, dass die anderen Bereiche des Lebens frei blieben. Genau dies ist jedoch nicht möglich und viele Planer lügen wenn sie auf diese Weise wirtschaftliche Planung der Bevölkerung schmackhaft machen wollen. Auch wird oft behauptet, dass die Kontrolle der Wirtschaft den Menschen von der Last der ökonomischen Sorgen befreie und er so mehr Zeit und Energie zur Verfügung habe um sich "höheren" Zielen zu widmen.

In Wahrheit können die wirtschaflichen Ziele und das wirtschaftliche Leben nicht vom sonstigen gesellschaftlichen Leben getrennt werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass wirtschaftliche Ziele keine Endziele sind, "wirtschaftliche Motive" bedeuten in Wirklichkeit der Wunsch nach der Möglichkeit für die Umsetzung unspezifische Ziele zu haben. Begrenzung erlebt der moderne Mensch im Mangel an Geld, weshalb er diesen Mangelzustand zu vermeiden sucht. Demagogen und alle möglichen politischen Karrieristen haben dies erkannt und pervertieren deshalb den Begriff der Freiheit. Freiheit ist immer die Abwesenheit von Zwang, aber nicht die Abwesenheit von unliebsamen Umständen. Der Mangel an Geld ist kein Zwang, sondern ein Lebensumstand, eine "Befreiung" davon ist alles andere als Freiheit, sondern führt direkt in die Knechtschaft. Selbst Präsident Franklich D. Roosevelt unterlag diesem Irrtum, in dem er von der "Freiheit von Mangel" - "Freedom from want" - sprach. Betrachtet man die Sache genauer, und dringt zum Kern vor, erkennt man, dass Geld das größte Freiheitsinstrument ist, dass die Menschheit je erfunden hat! Geld eröffnet uns die Freiheit die Wahl zu haben, im Gegensatz zur Planung, bei der alles von einer Autorität zugeteilt wird. Planwirtschaft ist immer Unfreiheit und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern total. Der Wunsch nach Geld ist immer der Wunsch nach mehr Möglichkeiten, nach mehr Freiheit uns Auswahl! Wer Eigentum an Geld beschränken will, will den Menschen die Freiheit Wahlmöglichkeiten zu haben, nehmen. Gerade die "höheren" Ziele sind fast immer vom Geld völlig abhängig. Der Wunsch nach Geld kann deshalb niemals ein "niederes Motiv" sein, ganz im Gegenteil!


In unserer freien Welt haben wir die Freiheit aber auch die Pflicht unsere ökonomischen Probleme selbst zu lösen. Wer uns wirtschaftlich kontrolliert, kontrolliert das ganz Leben - das darf nicht vergessen werden (darum die Wiederholung an dieser Stelle). Es gibt also keine geplante Wirtschaft und gleichzeitig eine freies Leben. Wenn wir wirtschaftliche Planung zulassen, verlieren wir letztlich alle Freiheiten! Denn wer das Geld kontrolliert, der kontrolliert die Mittel für unsere Zwecke, für unsere Ziele. In der geplanten Wirtschaft muss die Autorität entscheiden welche Ziele wertvoll sind und welche nicht, wir selbst haben diese Wahl dann nicht mehr. Die Quelle der Macht des Planens ist selbstverständlich die Kontrolle über alle Produktion - das ist eine alte Erkenntnis.

In der Wettbewerbsgesellschaft können wir als Konsumenten die Anbieter wechseln, wir sind nicht gezwungen nur von einer Quelle zu kaufen. Bei einem Monopol sind wir dagegen der Gnade des Monopolisten ausgeliefert. In der geplanten Wirtschaft werden alle Ressourcen dazu verwendet bestimmte Ziele zu verfolgen, aber immer auf Kosten anderer Ziele! Es ist dies immer Fremdbestimmung, denn in der geplanten Wirtschaft bestimmt ein anderer über Preis und Leistung gleichermaßen. In der Planwirtschaft bestimmt der Staat das Leben der Menschen bis in die privatesten Bereiche hinein. Im freien Markt haben alle Menschen die Wahl, selbst die Armen sind hier besser gestellt als die Armen in den nicht freien Gesellschaften. Nichts ist unerträglicher als die Vorstellung, dass man nichts tun könne, um sein Los zu verbessern, wie in einer geplanten Gesellschaft. Im freien Markt muss man Opfer (bestehend im "Ja" zu einer Sache und einem "Nein" zu einer anderen) bringen, aber eine Verbesserung der eigenen Umstände ist immer möglich, auch für die Ärmsten, denn das System ist offen.


In einer geplanten Wirtschaft kann auch keiner einfach den Beruf ausüben, den er möchte. In der freien Marktwirtschaft hingegen entscheiden die Fähigkeiten, nicht eine Autorität darüber, ob jemand einen Beruf erlernen und ausüben kann. Auch die Diversität der Berufe und Produkte kann es in der Planwirtschaft unmöglich geben. Dass dies zutreffend ist, sah man an den geplanten Gesellschaften in der Sowjetunion und den Staaten des Ostblocks. Am Markt muss man immer Entscheidungen treffen, die Frage ist wer trifft eine solche. Wollen wir selbst die Entscheidungen treffen, müssen wir uns für den Markt entscheiden, ist die "Last" der Wahl zu groß, denn tendieren viele zur Planung - wüssten sie jedoch, welchen Preis sie dafür bezahlen müssen, würden sie nicht die Planung befürworten. Viele fürchten die Freiheit wegen der Verantwortung, die damit verbunden ist. Es sind stets die falschen Hoffnungen, die Menschen auf dem Weg der Planung wandeln lassen.


Eine geplante Gesellschaft ist nicht nur ineffizient, sondern sie ist auch zutiefst ungerecht durch die enormen Kosten, die Planung verursacht. Im Ergebnis ist jede Gesellschaft mit dem freien Markt besser dran - aber um dies zu erkennen, muss man denken lernen, die Intuition leitet uns hier in die Irre. Es ist auch eine gefährliche Illusion man könne in Krisen die Wirtschaft kurzfristig lenken, später, in guten Zeiten, sie jedoch wieder "frei lassen". Heute ist die Welt derart komplex geworden, dass fast jede Handlung ein Teil des sozialen Prozesses ist - deshalb muss Planung sehr umfangreich und schädlich sein. Die wirtschaftliche Freiheit ist die Basis aller Freiheit, diese Freiheit darf jedoch nie bedeuteten das Individuum von der Last der Wahl zu "befreien", von der wirtschaftlichen Sorge. Diese Freiheit muss in der Freiheit der wirtschaftlichen Tätigkeit bestehen, mit dem Recht der Wahl - freilich muss damit auch die Verantwortung, die mit dieser Wahl verbunden ist, getragen werden.





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