Dienstag, 15. September 2015

Verschollen in der Südsee



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Nur wenige Menschen kennen die „La-Pérouse-Straße“, jene Meerenge zwischen der nördlichsten der japanischen Hauptinseln, Hokkaido, und der zu Russland gehörenden Insel Sachalin. Ebenso wenige haben je von ihrem Namensgeber, dem französischen Forscher Jean François, Comte de La Pérouse gehört. Und doch gehört er zu den bedeutenden Erforschern des Pazifischen Ozeans. Das Geheimnis seines überraschenden Endes wird bis heute von den Tiefen des Stillen Ozeans gehütet.

              Es ist der 1. August des Jahres 1785, wir befinden uns in Frankreich – genauer gesagt, in der westfranzösischen Hafenstadt Brest. Eine große jubelnde Menschenmenge steht am Kai und verabschiedet zwei Forschungsschiffe, die im Auftrag des Königs (Ludwig XVI.) ausgesandt sind, um für Frankreich neues Land, Inseln und Küsten zu entdecken und wenn möglich im Namen der Krone in Besitz zu nehmen. Darüber hinaus sollen für die Wissenschaft unschätzbare Erkenntnisse im Pazifischen Ozean gemacht werden. Abschiedsgrüße werden geäußert. Salutschüsse werden abgefeuert. Die beiden stolzen Schiffe, die „Astrolabe“ und das Flaggschiff „Boussole“ stehen unter dem Kommando des ehrgeizigen knapp 44-jährigen Kommandanten Jean François de La Pérouse. Mit ihm schickte sich Frankreich an dem Erzrivalen Großbritannien den ersten Rang in der Erforschung des Pazifiks abzulaufen (und vielleicht auch bald den Rang als Beherrscherin der Meere). Englische Kapitäne wie Wallis oder der große James Cook hatten bereits einen Großteil der unendlichen Wasserwüste des Stillen Ozeans kreuz und quer durchsegelt und unzählige Eilande, darunter Tahiti, Hawaii, Neuseeland und die Ostküste Australiens entdeckt. Zwar war seit den drei Reisen von James Cook die alte Frage nach der Existenz eines riesigen Südkontinents mit ziemlicher Sicherheit als widerlegt bewiesen wurden, doch die grenzenlosen Weiten ließen noch genügend weiße Flächen offen, so dass die Chance Land zu finden sehr groß erschien. Wie wir es der Expedition ergehen, die an jenem Augusttag so hoffnungsfroh aufbrach?

            Die sorgfältig geplante und überaus gut ausgerüstete Expedition, die insgesamt 223 Mann umfasste, segelte zuerst über Madeira und die Kanarischen Inseln der westafrikanischen Küste entlang, erreichte Südamerika und umrundete den Kontinent um das Kap Hoorn. Dann ging es der Küste entlang nach Norden bis zum Hafen La Conception, im heutigen Chile. Die Expedition segelt anschließend direkt auf den offenen Pazifik hinaus, erreicht die Osterinsel und von dort aus die, von Cook entdeckten, Hawaiiinseln. Proviant wurde an Bord genommen und weiter ging es nach Alaska. Bisher ging alles gut, doch nun ereignete sich das erste Unglück. 21 Mann fanden den Tod, als eine mächtige Welle zwei Boote zum Kentern brachte. Eisern führte La Pérouse seine Vermessungsarbeiten weiter – zuerst entlang der amerikanischen Westküste bis hinunter nach Kalifornien und später im Jahr 1787 in Ostasien (China, Ostsibirien). In diesem Jahr legte die Expedition auch im russischen Petropawlowsk auf Kamtschatka an, von wo aus ein Bote mit den Expeditionsergebnissen über Land nach Frankreich zurück geschickt wurde.

            Auf dem Weg zurück in den Südpazifik kommt es auf der Insel Tutuila in Polynesien zum einem schweren Zwischenfall: Der Kapitän der „Astrolabe“, de Langle, wird zusammen mit elf Besatzungsmitgliedern ermordet. Im Jänner 1788 erreicht La Pérouse die Botany Bay, beim heutigen Sydney. Am 7. Februar schreibt er seinen letzten Brief an die Regierung in Paris, in der er ankündigt nach Neukaledonien zu segeln und die Louisiaden zu erkunden. Die Expedition verließ Australien und wurde von diesem Zeitpunkt an nicht mehr gesehen. Was war geschehen? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Verschwinden der französischen Schiffe und ihrer Besatzungen?

            Es dauerte lange bis die ersten Spuren der Expedition auftauchten. 1789 kam und in Frankreich hatte man andere Sorgen: die Revolution mit all ihrem Blutvergießen und Köpferollen war ausgebrochen und niemand dachte mehr an die Verschollenen im Südpazifik. Erst 1791 wurde eine Suchexpedition unter dem Kommandanten d’Entrecasteaux entsannt, um nach dem Verbleib La Pérouse und seinen Männern zu forschen. Dann, im Mai 1793 traf d’Entrecasteaux bei der Insel Vanikoro, im heutigen Melanesien, ein. Rauchsäulen, die von den Bergen der Insel aufstiegen, ließen vermuten, dass es sich um Schiffbrüchige handelte, doch das schlechte Wetter und der erschöpfte Zustand der Expedition und der Mangel an Lebensmitteln, machten das Unternehmen zunichte. Man segelte weiter, gegen den Protest vieler, die sicher waren hier Reste der Mannschaft von La Pérouse gefunden zu haben. Es half alles nichts, d’Estrecastreaux blieb unnachgiebig. Wäre das die Rettung für La Pérouse Männer gewesen oder vielleicht sogar für ihn selbst?

            Viele Jahre gingen ins Land, ohne, dass irgendjemand etwas von der Expedition erfuhr. Allmählich geriet sie immer mehr in Vergessenheit. Dann aber kam das Jahr 1826. Ein neuer Mann taucht auf und bringt wieder Bewegung in die Geschichte der Forschungsreise. Der Ire Peter Dillon hatte von Peter Bussardt, einem deutschen Aussteiger, in der Südsee gehört, dass die Eingeborenen auf Vanikoro sich erzählten vor einigen Jahrzehnten hätten schiffbrüchige weiße Männer auf der Insel eine kleine Siedlung erbaut, bevor sie sich aus Holz ein kleines Schiff gebaut hätten mit dem sie einige Monate später in See gestochen wären – zurück wären sie nicht mehr gekommen. Dillon reiste nach Vanikoro und fand die Erzählung von Bussardt bei den Einheimischen bestätigt. Auch waren diese im Besitz einiger Teile, wie etwa eine Schiffsglocke, die einwandfrei der La Pérouse- Expedition zugeordnet werden konnte.

            Der französische Forscher Dumont d’Urville, der sich gerade auf dem Weg in den Pazifik befand, wurde nun beauftragt Nachforschungen nach der Expedition anzustellen. Im Jahre 1828 kam dieser in Vanikoro an. Es stellte sich heraus, dass die „Astrolabe“ 1788 vor Vanikoro auf ein Riff aufgelaufen und gesunken war. Anker und Kanonen des Schiffs konnten geborgen werden. Damit war das Schicksal der „Astrolabe“ geklärt, doch von der „Boussole“ fand sich keine Spur. Was war mit dem Schiff geschehen?

            Es dauerte sehr lange bis Licht ins Dunkel seines Schicksals gebracht werden konnte. Erst im Jahre 1964 fand man vor Vanikoro die Schiffsglocke der „Boussole“. Bald darauf gab das Meer weiter Gegenstände der Besatzung des Schiffs frei. Aufgrund von Mineralienuntersuchungen der Gegenstände ergab sich ein eindeutiges Bild der letzten Etappe der La Pérouse-Expedition. Demnach hatte La Pérouse Neukaledonien erreicht, war dann in einen Sturm geraten und dabei mit seinen Schiffen auf die Riffs vor Vanikoro gelaufen und gesunken. Doch was war mit La Pérouse geschehen? Was mit der Mannschaft? Und welches Schicksal hatten jene Männer, die sich an Land retten konnten und einige Zeit darauf wieder in See stachen? Das bleibt wahrscheinlich für immer das Geheimnis des großen Ozeans.

 

Euer Sokrates

Montag, 14. September 2015

Frisch und umwälzend neu - Strategos-21 startet durch!



Liebe Freunde!



Jetzt ist er da! Mit dem heutigen Tag startet „Strategos-21“ nicht nur in einem frischen Gewand, sondern auch mit brandneuen Inhalten. Dieses Blog ist um das „gute Leben“, sowohl im geistigen, als auch im mehr sinnlich orientierten Bereich herum aufgebaut. Optimismus und Lebensfreude sind zeitlose Dinge, die, wenn man sie ernst nimmt und nicht bloß als oberflächliche Slogans von sich gibt, von unschätzbarem Wert für alle Menschen sind. Gerade in unserer Zeit, in der sich so vieles im Wandel befindet, in der viele das Gefühl haben die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren und unbekannten oder unverlässlichen Kräften ausgeliefert zu sein, braucht es Humor und guten Mut mehr denn je.

Strategos-21 soll ein Licht in der Welt sein, eines das einem einerseits Klarheit, aber auch „Wärme“ gibt, wo man sich am meisten danach sehnt. Ausgangspunkt bilden dabei der Mensch und seine Bedürfnisse. Die Forschung weiß inzwischen sehr gut darüber Bescheid, was Menschen glücklich und zufrieden macht. Umso erstaunlicher ist es, dass sich so viele Zeitgenossen damit so schwer tun. Auch was die Interessen betrifft, gleichen wir Menschen uns überraschend stark – sofern man noch nicht allzu sehr ins Detail geht. Es sind vier große Bereiche, die für die meisten Menschen im Leben am wichtigsten sind:

Alle diese vier Bereiche werden auch auf Strategos-21 behandelt – der eine mehr, der andere etwas weniger, doch keinesfalls wird ein Punkt ausgelassen. Damit gehe ich besonders auf die vielen Rückmeldungen ein, die ich hier auf Strategos-21 in der Vergangenheit erhalten habe. Das neue Angebot deckt einen weiten Rahmen ab und ist doch spezifisch genug gehalten, um nicht oberflächlich zu werden oder „Allerweltsgedanken“ zu präsentieren.


Im Folgenden gebe ich einen kurzen Überblick über die einzelnen Bereiche meines Blogs und über das Angebot, das hier entsteht.

  1. Menschliche Beziehungen / das Soziale
  2. Reichtum / Geld
  3. Gesundheit / Fitness / gutes Aussehen
  4. Ausgefallene (oft teure) Freizeitaktivitäten / Hobbys


Meine Webseiten

In dieser Rubrik stelle ich meine sonstigen Webaktivitäten, außerhalb von Strategos-21, vor. Die Leser können sich so ein umfassenderes Bild davon (und auch von mir) machen und ihre Neugierde stillen.


Philosophie

Hier geht es um die mentalen Grundlagen, die die Basis von Lebensfreude und Optimismus bilden, und wie einer erfolgreich bestehen kann, in einer, großteils, negativ gestimmten Welt. Wie stellt man sein Leben auf ein solides Fundament, um sich nicht von der Gravitation der „Umstände“ runterziehen, und, ganz allgemein, im Sumpf der Negativität versinken zu lassen?  Hier geht es auch um die Aussöhnung von Gegensätzen, wie Verzicht und Bedürfnisbefriedigung, Glaube und Vernunft oder zwischen dem aktiven Leben und dem Relaxen. Zweifelsohne sind dies Themen, die jeden Menschen betreffen. Wenn unser Leben ein gelungenes Ganzes sein soll, dann müssen wir mit diesen Spannungsverhältnissen zurechtkommen, ansonsten verzetteln wir uns, fühlen uns zerrissen, ausgebrannt oder werden am Ende gar apathisch.


Lifestyle

In diesem Bereich geht es vor allem um Dinge wie Reisen, Luxus, Gesellschaft und dergleichen, um alles was die Lebensqualität und den Lebensgenuss erhöht. Anders als in der Rubrik „Philosophie“ geht es hier jedoch mehr um das „Praktische“.


Savoire-Vivre

Diese „Abteilung“ meines Blogs beschäftigt sich vor allem mit kulinarischen Genüssen. Es sollen Speisen und Getränke aller Art vorgestellt werden – besonders aber solche, die sich durch etwas Außergewöhnliches auszeichnen, Dinge, die nicht alltäglich auf dem Speiseplan stehen. Das Kulinarische bildet zwar den Kernbereich dabei, damit ist das Spektrum jedoch noch nicht abgeschlossen. „Savoir-Vivre“ oder „Dolce Vita“ ist durchaus so zu verstehen, wie es die Franzosen, bzw. die Italiener seit jeher gemeint haben.


Südsee

Hier geht es um die Südsee und alles was damit in Zusammenhang steht: Geographie, Menschen, Natur, Geschichte, Entdecker und Forscher, die sich mit diesem riesigen Gebiet unseres Planeten befassen.


Segelschiffe

Segelschiffe sind eine Passion von mir, etwas, das mich schon seit vielen Jahren begleitet. Nachdem dieses Blog auch sehr persönlich sein soll, werde ich hier darüber ein paar Dinge schreiben.


Archiv (das alte Strategos-21 – bis September 2015)

Dieser Bereich umfasst alle Blogeinträge auf Strategos-21 bis zum 12. September 2015. Es ist dies das Gesamtverzeichnis des „alten“ Blogs, der viele informative Beiträge beinhaltet, die ich meinen Leser auch in Zukunft nicht vorenthalten möchte.


Links

Endlich verweise ich im Bereich „Links“ auf andere Webseiten, die einerseits spannend sind und andererseits ebenso relevant für meine Leser sein können.


Mit diesem Überblick habt Ihr einen ersten Eindruck davon, was die neue Seite zu bieten hat, bzw. was von nun ab hier entstehen wird. Ich betrachte meine Blogarbeit als eine Kunst und dementsprechend versuche ich mich stetig zu verbessern und etwas Einmaliges zu schaffen, etwas, das für meine Leser von hohem Wert ist. Nun kennt Ihr auch die Anforderung, die ich selbst an meine Arbeit stelle – Ihr werdet überprüfen können, wie ich es damit halte. Ich wünsche Euch allen viel Freude mit meinem Blog und verspreche Euch mein Bestes zu geben.

 

Euer Sokrates

 

 

Samstag, 12. September 2015

SEHT, ICH MACHE ALLES NEU!


Liebe Freunde! Dies ist der letzte Blogeintrag auf dieser Seite, zumindest im alten Stil. Doch keine Angst! Strategos-21 wird fortgeführt, auch unter demselben Namen, allerdings ab Montag nicht nur in einem neuen Design, sondern mit einem völlig anderen Inhalt. Wie ist es dazu gekommen und was beabsichtigen wir nun damit?

Seit dem Bestehen dieses Blogs hat die Leserschaft stetig zugenommen und dabei mit ihrem Feedback maßgeblich zur Gestaltung der Seite beigetragen. Rückmeldungen von Euch, meine treuen Leser, haben uns auch dazu bewogen einen weiteren Schritt in der Entwicklung dieses Blog zu tun.

Seit einem Jahr wurden die Posts, die sich mit Macht, Freiheit und Erfolg, sowie politischen und weltanschaulichen Themen beschäftigen, auf unsere beiden Blogs „Freiheit-Macht-Erfolg“ bzw. „Freedom-Power-and-Wealth“ übertragen. Seither sind hier ausschließlich Kommentare unseres Teams erschienen. Erfreulicherweise wurden auch diese Kommentare gerne gelesen und von den Lesern zum größten Teil gutgeheißen – sogar neue Besucherrekorde wurden erzielt!

Nun haben wir seit etwa einem halben Jahr immer mehr Mails erhalten, in denen uns Leser baten unsere Blogaktivitäten auszudehnen – über den bloßen Rahmen an Kommentaren hinaus. Außerdem wurden wir vielfach aufgefordert über persönlichere Dinge zu schreiben und auch unsere Freizeitaktivitäten einfließen zu lassen.

Nachdem die ursprüngliche Aktivität, so wie sie seit dr Gründung 2012 bis 2014 hier vorlag, sich nicht mehr auf diesem Blog fortsetzte, haben wir beschlossen in Zukunft in diesem Blog einen gewagten Spagat zu machen. Es ist dies ein Experiment und wir hoffen von Euch diesbezüglich reichliche Rückmeldungen zu erhalten um uns weiterentwickeln und Euch bessere Dienste leisten zu können. Wir führen ab Montag diesen Blog auf zwei Ebenen. Auf der einen wird es um ein „intellektuelles“ Thema gehen, indem wir die Frage nach der Wahrheit stellen und uns intensiv mit diesem brennenden Thema auseinandersetzen, auf der anderen Seite hingegen werden wir uns auf „leichtere“ Kost konzentrieren, nämlich um einen Bereich, den wir „Dolce Vita“ bzw. „Savoire Vivre“ nennen werden. Dabei wird es vor allem um die Steigerung der Lebensqualität und damit der Lebensfreude ganz allgemein gehen. Zwei Themen wollen wir unbedingt einfließen lassen, da sie uns besonders am Herzen liegen: die Südsee und Segelschiffe. Dabei handelt es sich um Faszinationen bzw. Hobbys der Autoren dieser Seite und Rückmeldungen einiger Leser haben uns darin bestärkt, dass diese Passion auch von vielen anderen geteilt wird.

Es ist freilich an dieser Stelle schwer sich vorzustellen, wie unsere Seite in Zukunft aussehen wird, doch lasst uns gemeinsam dieses Projekt in Angriff nehmen. Dazu laden wir alle unsere Leser ganz herzlich ein. Wir haben allerhand Vorstellungen und Pläne, die wir Euch auch regelmäßig mitteilen werden, da diese Seite vor allem in enger Zusammenarbeit mit unseren Lesern organisch wachsen und sich entfalten soll. Es geht nämlich hier nicht um uns, sondern um Euch, die Leser. Für Euch ist diese Seite geschrieben und für Euch soll sie einen Wert haben! Wenn sie diese Anforderungen nicht erfüllen kann, dann wäre es besser, sie existierte überhaupt nicht. 

            Gebt uns eine Chance und helft uns dabei Euch zu helfen und Euch das zu liefern, was Ihr von uns erwartet! Ein herzliches Dankeschön Euch allen für die bisherige Treue! - Und bleibt uns weiterhin treu! Bleibt gespannt und schaut ab Montag regelmäßig vorbei – Ihr werden mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.

 

            Euer Strategos-21-Team

 

 Sokrates

 Athene

 Dr. Mannheimer

 John D.

 Karl Ritter

 Robert Ritter

 L. Q. Cinncinatus

 

Dienstag, 8. September 2015

Über die Höflichkeit


 

Robert RavenEs gab einmal eine Zeit, in der von einem Menschen, der öffentlich auftrat, der seine Meinung vor anderen vertreten wollte, erwartet wurde, dass er dabei gewisse gesellschaftliche Spielregeln befolgte, ohne die einer nicht zugelassen wurde zur zivilisierten Menschheit. Ich spreche hier von jener alten Tugend, die heute meist in Vergessenheit geraten zu sein schein: Höflichkeit.

Was muss man sich dagegen in der heutigen Zeit ansehen? Wie ist es denn um den Umgang vieler Zeitgenossen untereinander bestellt? Da wird beleidigt, herabgewürdigt, geschmäht, verhöhnt und ganz allgemein seine Respektlosigkeit in die Welt hinausgeschleudert, ohne viel nachzudenken. Fast möchte man meinen, dass die Zahl der Zeitgenossen, die noch Menschliches in sich tragen, sich stetig auf dem Rückzug befindet.

Angefangen hat die Unsitte der Respektlosigkeit wohl in der Familie. Namentlich damit, dass Kinder begannen ihren Eltern keinen Respekt mehr entgegen zu bringen. Ich spreche hier von der unsäglichen „68er-Generation“, die die Wertlosigkeit, die Anstandslosigkeit und ganz allgemein alles, was zum schlechten Leben führen muss, propagiert hatte. Noch weilen viele dieser Gestalten unter uns und auch nachfolgende Generationen wurden mit diesem verderblichen Geist, wie mit einem gesellschaftlichen Gift infiziert.

Es ist heute schwer sich vorzustellen, wie höflich die Menschen einst miteinander umgegangen sind – schon im Bürgertum, und um wie vieles mehr erst beim Adel früherer Zeiten! Man muss bedenken, dass Unhöflichkeit immer etwas aussagt über denjenigen, der unhöflich ist, viel weniger jedoch über jenen, der unhöflich behandelt wird (der Unhöfliche hingegen empfindet es genau umgekehrt). Die Vorstellung, dass Unhöflichkeit etwas Gutes nach sich ziehen könne, ist völlig absurd. Wahre Höflichkeit kommt immer aus dem Wesen des Menschen und ist nicht aufgesetzt. Zu meinen in früheren Zeiten wäre die Höflichkeit nur aufgesetzt gewesen und hätte nicht der wahren Geisteshaltung der Menschen entsprochen, ist eine zynische, ja meist sogar nihilistische, Sicht der Vergangenheit und entspricht nicht im Geringsten den historischen Tatsachen.

Wir sollten uns alle bemühen der sich eingeschlichenen Sitte der mangelnden Höflichkeit entgegenzutreten, sie anzusprechen wo sie auftritt und ihr vorbildlich zu begegnen. Scham ist diesbezüglich ein gutes Zeichen. Ein Mensch der Scham empfindet ob seiner Unhöflichkeit, ist noch nicht verloren – er kann sich noch ändern und das zarte Pflänzchen des Anstandes soll von seinen Mitmenschen im Wachstum befördert werden, wo es nur geht. Höflichkeit ist eine ganz wichtige Zutat zu einer gelungenen Gesellschaft, einer, die die Bezeichnung „zivilisiert“ wahrhaft verdient. Diese Komponente einer Kultur dürfen wir nicht vernachlässigen – etwas, das in Europa allerdings schon länger passiert. Wir brauchen wieder mehr Anständigkeit, mehr Respekt im Umgang miteinander. Lasst uns alle daran arbeiten – für uns selbst und mehr noch für kommende Generationen.

 

Robert Raven

Samstag, 5. September 2015

Das Schöne mitten im Chaos


Liebe Freunde, es ist so weit! Ich hatte Euch ja versprochen über meinen Urlaub zu schreiben, nachdem ich bereits einige Bemerkungen während der letzten sechs Wochen veröffentlicht hatte.
Wie bereits verlautbart, verbrachte ich die zweite Hälfte des Augusts im schönen Griechenland – ja, man hat richtig gehört, ich spreche hier tatsächlich vom „schönen“ Griechenland, denn wenn man sich die Medienberichte seit Monaten über diese südöstliche Ecke der EU anhört, dann möchte man meinen hier herrschte nur noch das bloße Chaos. Man soll nicht alles glauben war geschrieben wird, und jenseits von den Turbulenzen in der nationalen Politik, wirtschaftlichen Schwierigkeiten, einer desaströsen Finanzlage und dem überbordenden Flüchtlingsproblem, gibt es ein Griechenland, das seinen Glanz und seine Strahlkraft nie eingebüßt hat und, so Gott will, auch in Zukunft nicht einbüßen wird. Meiner Meinung nach bräuchte Griechenland eine Strategie, die von zweifacher Natur ist: Einerseits müsste das Land Reformen im Inneren durchführen (im Wesentlichen ohnehin jene Dinge, die von den meisten Experten seit langem gefordert werden) und andererseits müsste es zu einem Erlass der Schulden von außen kommen (solches hat etwa Anfang der 90er Jahre in Polen sehr gut funktioniert). Doch dies sei nur am Rande erwähnt. Genauer darauf eingehen möchte ich hier an dieser Stelle nicht.

Sieht man sich den gewöhnlichen Griechen an, so ist man immer wieder erstaunt wie gelassen er die Situation seines Landes und oft auch seine persönliche mit stoischer Ruhe ertragen kann – ja, wie er der Situation sogar Gutes abgewinnen kann. Wo sieht man solches in Westeuropa? Dort werden bereits kleine Störungen im sozialen Gefüge, eine leichte Einbuße im persönlichen Leben als etwas Gravierendes und Unglücklichmachendes empfunden. Es scheint, dass die meisten Europäer, vor allem in den reicheren Staaten, narzisstisch-verweichlicht sind. Zart wie Mimosen sind sie nicht mehr in der Lage die geringste Kränkung zu ertragen. In Wirklichkeit kommt dies alles daher, dass die Menschen zu verwöhnt sind, dass man ihnen über viele Jahrzehnte eingeredet hat, sie wären berechtigt zu fordern, doch hat man dabei gleichzeitig vergessen ihnen auch ihre Pflichten vor Augen zu halten. So sind wir bald in einer „Kindergesellschaft“, in der jeder nur fordert, in der sich jeder als Opfer sieht und keiner mehr bereit ist auch aktiv zu werden und etwas zu tun, etwas zu leisten. In Griechenland ist es noch nicht so weit – die Menschen sind sich bewusst, dass das Leben schwer ist und sie verzagen deshalb nicht. Hier sind die Menschen weitaus besser in der Lage Härten zu ertragen und trotzdem noch gute eine Miene zu haben (eine echte, nicht eine aufgesetzte!). Davon könnten wir alle lernen.

 

Ich kann es nicht lassen, von dieser persönlichen Erfahrung aus philosophisch zu werden und den Rahmen etwas auszudehnen. Ihr, meine treuen Leser, wisst um diesen Umstand ohnehin Bescheid und ich möchte mir selbst nicht untreu werden und mit dieser guten Tradition auch hier fortfahren.

Wir leben ganz allgemein in einer Welt des Chaos, einer Welt, die auf sich alleine gestellt stets in Unordnung fällt und dem Verfall preisgegeben ist. Das ist keine Überraschung, denn alles strebt nach den Gesetzen der Natur (der zweite Hauptsatz der Thermodynamik lässt grüßen!) der Unordnung und der Degeneration zu – alles, wirklich alles ohne Ausnahme! Die Natur, auf sich alleine gestellt, bringt überhaupt nichts hervor, weder irgendeine Art von Organisation und schon gar keine Entwicklung von Leben oder gar kreative Schöpfungen. Ist uns dies einmal klar geworden, dann brauchen wir dagegen nicht mehr weiter ankämpfen und uns zu wünschen, dass alles besser wäre oder gar uns in naturfreundlichen Phantasien zu berauschen. Auf dieser Welt, in diesem Universum ist etwas Solches nicht möglich.

Sind wir nun deshalb alles verloren? Mitnichten! Es gibt in uns Menschen einen göttliches Funken, etwas, das nicht aus diesem Universum kommt, etwas, dass sich aus der Natur heraus nicht erklären lässt. Aber genau das ist der beste Teil von uns, denn nur durch ihn sind wir in der Lage Bewusstseins zu entwickeln, frei zu entscheiden und Schöpfungen hervorzubringen, wie sie nur durch Intelligenz aber nicht durch die Natur, die an sich über keinerlei Intelligenz verfügt, entstehen kann.

Es stellt sich nun die Frage, wie der Mensch auf diese Dinge reagieren soll, welche Schlüsse er daraus zu ziehen in der Lage ist. Einerseits kann er diese Fakten natürlich ignorieren, glauben der Verfall sei nur scheinbar und im Grunde kein Gesetz der Natur. Auf der anderen Seite könnte er eine große Hoffnung auf den Menschen und vor allem auf die Wissenschaft und Technik setzen, die ihn in Zukunft einmal „retten“ sollen. Doch vergessen wir nicht, dass ein solches Streben, das Suchen des Heils in etwas, das der Mensch sich selbst erschaffen hat, nichts anderes als Entfremdung bzw. Götzendienst ist (die beiden Dinge sind genau dasselbe, lediglich der Begriff „Entfremdung“ klingt moderner und spricht deshalb eher etwas in den meisten Leuten an). Man könnte sich auch passiv der Lage ergeben und fatalistisch den Dingen ihren Lauf lassen und mit trübsalblasender Miene hinnehmen, was scheinbar nicht zu ändern ist. Beide Extreme, die Über- als auch die Unterschätzung der menschlichen Fähigkeiten, hilft uns nicht weiter und verursacht nur erneutes Leid.

Wichtig ist meines Erachtens nach zu erkennen, dass es für den Menschen kein Heil in dieser Welt gibt. Sämtliche Versuche das „gute Leben“ oder wenn man etwas pathetischer sein möchte, die „Rettung“ ist niemals in diesem Universum bzw. in der Welt zu finden. Wir müssen unbedingt, sowohl als Individuen, als auch als Gesellschaft, eine Grundlage finden, die jenseits des einengenden und inzwischen auch widerlegten rationalistisch-materialistischen Weltbildes finden. Zu glauben wirklich sei nur, was wir mit unseren Sinnen feststellen könnten, ist eine kindliche Sicht, ja mehr noch wir gleichen damit etwa Hunden, die vermeinen, dass das, was nicht mit dem Geruchssinn wahrgenommen werden könne, nicht existieren. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir mit jenen Dinge umgehen, die über das Fassungsvermögen unseres Verstandes und unserer Sinne hinausgehen. Wollen wir solche Dinge ignorieren? Wollen wir sie als nicht existent erklären? Oder wollen wir so tun, als ob diese Dinge für uns keinerlei Relevanz hätten (obwohl sie existieren oder möglicherweise existieren könnten)? Die Antwort darauf kann letztlich nur jeder selbst geben, doch muss uns klar sein, dass diese Antwort nicht willkürlich sein kann und dass es nicht egal ist wie wir sie geben. Die Konsequenzen daraus sind stets völlig unterschiedlich. Was heute Not tut ist vor allem ein Gespür dafür zu entwickeln, was wirklich wichtig ist, was am Ende zählt, wenn alle irdischen Dinge ein Ende gefunden haben und wenn wir erkannt haben, wie vergänglich und unverlässlich sie sind. Aber das ist eine andere Gesichte über die ich zu gegebener Zeit einmal schreiben werde.

 

 

Euer L. Q. Cincinnatus

Dienstag, 1. September 2015

Die Zerbrechlichkeit der Welt


Liebe Freunde, ich weiß das Thema des heutigen Tages passt scheinbar nicht so ganz in das, was ich bisher geschrieben habe. Vor allem ergibt sich diese Ansicht leicht, wenn man sich die Kommentare ansieht, die ich regelmäßig bekomme. Meist meint man ich sei ein recht grober Hammer, der dort ansetzt, wo es Not tut – vor allem aber würde ich dabei nicht zimperlich vorgehen und vor allem verträte ich stets eine Position der Stärke und würde mich nicht mit dem „Schwachen“ und „Benachteiligten“ abgeben. Nun, das ist einerseits richtig, anderseits auch etwas kurzsichtig, denn die Wahrheit ist doch etwas subtiler. Und deshalb möchte ich heute einmal einen Beitrag schreiben, der zu denken geben soll, ohne dabei grobschlächtig zu sein. Ich hoffe, dass mir dies gelingt.

 

Flüchtlinge, Asylanten, Wirtschaftsflüchtlinge, politische Flüchtlinge, Scheinasylanten etc. etc. das sind alles Begriffe, die wir in den letzten Wochen, ja bereits seit Monaten, in den Medien hören. Es ist eine starke Polarisierung im Gange. Auf der einen Seite haben wir die weichen Liberalen, die Weltverbesserer, die Grenzen an sich für unmoralisch halten und jeden und alles ins Land lassen wollen, ohne Wenn und Aber. Das andere Extrem sind jene, die niemandem Zutritt zum eigenen Land gewähren wollen, wenngleich sie einige Ausnahmen (scheinbar) machen, so dass jene, die „wirklich“ verfolgt und in Not wären doch humanitäre Hilfe bekommen sollen. „Humanitär“ das ist wichtig, denn jeder möchte so erscheinen, selbst jene, denen dies aufgrund ihrer Geisteshaltung ganz und gar nicht entspricht. Doch wer kann hier noch klar sehen, wer hat den Charakter und die Klugheit jenseits von festgefahrenen Mustern die Wirklichkeit zu sehen und die richtigen, im besten Fall sogar „weisen“ Entscheidungen zu treffen?

 

Nun denn: Das Problem ist real und es ist ein großes Problem – für die ganze Welt, ganz besonders aber für Europa. Nicht einmal so sehr übers Mittelmeer, sondern vielmehr über den Balkan strömen große Gruppen von Menschen, insbesondere über Ungarn, nach Europa – vor allem nach Westeuropa, wo sie eine bessere Zukunft erwarten. Es sind vor allem Menschen aus dem Nahen und Mittlern Osten – vornehmlich aus Syrer. Ungarn errichtete einen Zaun, Österreich hat im Osten wieder Grenzkontrollen eingeführt und alle Flüchtlinge wollen scheinbar nach Deutschland. Heute brachte ein Regionalsender des ORF – das Landesstudio des ORF Vorarlberg - einen TV-Beitrag über Flüchtlinge, die durch Österreich hindurch in die Schweiz gelangten. Interessant dabei war, dass die Gruppe der Journalisten und Polizeibeamten weitaus größer war als die kleine Handvoll von Flüchtlingen, die in der Eidgenossenschaft ankamen und nun ihre erste Zeit im Erstaufnahmezentrum Altstätten verbringen werden. Man sieht, dass die Schweiz sich wappnet und man wohl davon ausgeht, dass in Zukunft weitaus mehr Menschen in der Schweiz Zuflucht suchen werden.

 

Doch was ist los mit unseren Politikern? Wie konnte es geschehen, dass es so lange dauerte, bis diese das Problem erkannten? Warum konnte die EU die Ausbreitung der IS nicht verhindern? Warum sind die Amerikaner so erfolglos im Kampf gegen sie? Auf internationaler Ebene hat der Westen versagt und es sieht nicht danach aus, dass sich daran etwas in Bälde ändern wird. Was sagt uns das über den Charakter und die Fähigkeiten über jene Menschen, die uns in Europa regieren? Diese Frage kann sich der Leser selbst beantworten. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn noch größere Probleme unseren Kontinent und unsere Nationalstaaten träfen – wir wären mehr oder weniger verloren. Es wird nun auch klar, dass schon in der Geschichte große Völker und Reiche machtlos vor den großen Entwicklungen standen und ihnen wenig oder nichts entgegensetzen konnten. Das Römische Reich ging durch die Völkerwanderung unter. Man stelle sich vor – das große antike Rom, das einheitlicher und mächtiger war, als alles, was wir in Europa seither erlebt haben. Manche meinen die Europäische Union sei die Wiederauferstehung dieses Römischen Reiches – und das ist sie auf eine gewisse Weise mit Sicherheit auch – doch zum jetzigen Zeitpunkt ist sie weitaus schwächer, als jene, die Angst vor ihr haben, befürchten.

 

Ist nun tatsächlich eine Völkerwanderung im Gange? Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Man muss sich nur vorstellen, welche großen Zahlen an Menschen in sehr kurzer Zeit nach Europa geschwemmt werden – gerade in unseren Tagen erleben wir einen ersten Höhepunkt. Droht uns Gefahr? Nun, das ist eine Frage davon, wie wir mit der Sache umgehen. Gefahr ist eine Möglichkeit, auf der anderen Seite könnten neue Völkerschaften in Europa, wenn sie gut angegangen werden, auch große Vorteile und Bereicherungen mit sich bringen. Das Entscheidende ist, was wir daraus machen. Doch wir dürfen uns dabei nicht auf die Politik verlassen, denn diese ist selbst rat- und meist auch machtlos. Es liegt an den einzelnen Menschen und den kleinen Gemeinschaften selbst hier für das rechte Handeln zu sorgen. Auf eine Lösung von „oben“ dürfen wir uns nicht verlassen – eine solche wird aller Wahrscheinlichkeit nicht kommen.  

 

Es gibt Entwicklungen im Rahmen der Geschichte, die derart mächtig sind, dass des Menschen Politik nichts dagegen unternehmen kann. Hier sehen wir das Ende der menschlichen Macht – jene Macht die sich nicht mehr durch Wissenschaft und Technik weiterhelfen kann. Wir müssen immer wieder erfahren, dass wir in den wichtigsten Dingen nichts zu tun vermögen. Wir sollten uns deshalb ernsthaft überlegen, ob wir unser Fundament nicht auf einen festen Grund stellen, anstatt auf den Sand der menschlichen Kultur, allem, was der Mensch je hervorbringen kann. Wahre Stärke ist nicht im Menschen zu finden, weder im einzelnen, noch im Kollektiv, und auch nicht in der ganzen Menschheit. Heil ist nicht in dieser Welt – drum lasst uns jenseits davon danach trachten. Unsere Vorfahren wussten dies noch, doch wir haben diese tiefe Wahrheit vergessen. Dennoch, es liegt an uns sie wieder zu erkennen und sie wieder in unseren Geist einzulassen und ihr die Entfaltung zu ermöglichen.  

 

Euer L. Q. Cinncinatus

Sonntag, 16. August 2015

Über die Lust sich zu ärgern

Karl RitterWas wäre diese Welt doch für ein langweiliger, öder Ort, wenn es nicht etwas gäbe über das man sich aufregen, über das man sich ärgern kann! So denken viele Zeitgenossen – freilich ohne dies jemals zuzugeben. Doch wie schon Calderón in „Das Leben ist ein Traum“ sagt: „Im Klagen hat ein Philosoph entdeckt, liegt tiefe Lust versteckt. Wir sollen nie ein Leid bereu`n, da wir uns der Klage doch erfreu`n.“, so sieht man ganz deutlich, dass die äußere Erscheinung selbst nicht für das Ganze, für das Wahre genommen werden darf. Allerdings bedarf es bei weitem keines Philosophen, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Doch was ist das für eine Lust, die sich aus dem Ärgernis speist?!

 

Nun, Gesellschaften sind unterschiedlich und so ist die Möglichkeit sich über Ärger Luft zu verschaffen auch recht unterschiedlich ausgeprägt. Optimistischere Gesellschaften und solche, die mehr auf die Zukunft ausgerichtet sind, tendieren eher dazu weniger tolerant gegenüber den Jammerern zu sein. Andere Gesellschaften hingegen, die eher zum Pessimismus neigen und oft dem Alten hinterher trauern, gestatten das Jammern und den Ärger in einem viel größeren Ausmaß. Ja, es gibt sogar Gesellschaften, in denen das Jammern ein regelrechter Volkssport darstellt. Über andere zu lästern aber auch über das eigenen böse Schicksal sich im Langen und Breiten auszulassen ist dort eine beliebte Stammtischpraxis, etwas, womit man sogar das Wohlwollen der anderen erwerben kann. Ja man wird dort sogar schief angesehen, wenn man nicht einstimmt in das Jammerkonzert, wenn man dem Leben noch Gutes abgewinnen kann und nicht wie die anderen um den ersten Preis kämpft, der demjenigen nur verliehen wird, der von einem unübertreffbaren Ärgernis berichten kann.

 

So soll sich ärgern wer will, besonders dann, wenn ihn sein eigenes Wesen dazu zwingt, doch soll man dabei nicht gleichzeitig darauf bauen von anderen Anerkennung dafür zu erlangen. Viel zu sehr ist einem klar, wie sehr doch ganz andere Dinge die wahre Ursache für das Echauffement bilden, als die aktuell gegebene Situation. Vielmehr ist eine solche nur ein Auslöser, ja meist sogar eine willkommene Gelegenheit den eigenen inneren Druck abzuführen und dabei nicht als ein Wüterich zu gelten. Wer viel innere Spannung fühlt und doch als ein zivilisierter Mensch durchgehen möchte, ist hocherfreut, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet einmal richtig „Dampf“ abzulassen und das ohne dabei den Respekt der anderen zu verlieren. Allerdings sei man dabei sehr vorsichtig, denn nur allzu oft funktioniert dies nicht und die Wahrheit wird erkannt.

 

Ihr, meine lieben Leser, schließ Euch nicht den Mutlosen, den Jammerern und den chronisch Unzufriedenen an. Seht Euch das Schicksal dieser Menschen an und dann entscheidet, ob ihr wirklich ein solches teilen wollt. Unglück ist ihr Los, doch eines, das sie sich selbst bereiten. Es sind bedauernswerte Gestalten, die unter diesen seelischen Lastern leiden und sie sogar noch wie eine Trophäe vor sich hertragen. Glaubt an das Gute, glaubt daran, dass ein Ärgernis es nicht wert ist sich intensiv damit zu beschäftigen und seinen Geist von ihm durchdringen zu lassen, sondern dass die Welt nur durch Tatkraft und eine positive Einstellung verändert werden kann. Vom Jammer, vom Ärgern ist noch niemals etwas gut geworden!

 

 

Karl Ritter

Dienstag, 11. August 2015

Griechischer Sommer 2015 - ein Zwischenbericht


Ich hatte Euch ja versprochen von meinen Ferien zu berichten. Nun, dies ist noch nicht der eigentliche Bericht – dieser wird in etwas zwei Wochen folgen, wenn ich endgültig wieder zuhause bin – allerdings sind mir bereits jetzt ein paar Dinge aufgefallen, die ich nicht verschweigen möchte. Ich könnte ja auch gar nicht anders, denn es juckt mir so richtig in den Fingern. Meine regelmäßigen Lesen wissen davon ja ein Lied zu singen.

 

Es hat mich nach Griechenland verschlagen und zwar auf eine kleine Insel vor der türkischen Küste. Um welche es sich dabei genau handelt, werde ich hier nicht verraten, nur so viel: Es gibt hier nur wenig Touristen, die Einheimischen sind mehr oder weniger unter sich – verstärkt nur im Sommer durch einige Weltenbummler und seltsame „Käuze“, so wie ich einer bin.

 

Da meint man in Griechenland herrsche das Chaos, die Menschen liefen jammernd durch die Straßen und Plätze und erzählten einem ihr Leid, ja man würde jedes Mal zitternd vor einem Bankomaten stehen und unsicher darauf bangen, ob er auch die begehrten Geldscheine ausspuckt, die wir alle doch so sehr brauchen – gerade dann, wenn wir uns in der Ferne aufhalten und nicht zuhause, wo Freude und Familie einem im Notfall helfen könnten. Zuhause hört und sieht man via Medien protestierende und Krawall schlagende Demonstranten, die lauthals ihren Unmut kundtun. Die Gesellschaft scheint direkt vor dem Zusammenbruch zu stehen und wie ein Pulverfass nur auf den Funken zu warten, der alles explodieren lässt. Die griechischen Politiker werden als „lustige“ Gesellen dargestellt, die wenig vertrauenswürdig und noch weniger kompetent wären. Die Politiker in den nördlicheren Länder der Europäischen Union dagegen wären weitaus seriöser und, wie könnte es auch anders sein, um vieles klüger. Uns so weiter uns so fort – wir kennen das ja inzwischen zur Genüge.

 

Und dann die freudige Überraschung vor Ort: Nichts von alledem trifft zu! Und das nicht nur deshalb, weil ich mir als Tourist aufhalten und man mir vorwerfen könnte, ich wüsste doch nichts vom Leben er „einfachen Menschen“. Weit gefehlt, es sind gerade die oft so gering geschätzten „gewöhnlichen“ Menschen, unter denen ich hier meine Zeit verbringe – vom touristischen Rummel habe ich noch nie viel gehalten und ein Land wirklich zu „erleben“ war seit jeher mein Bestreben – so auch in diesem Sommer. Meine Gespräche mit vielen Einheimischen haben mich davon überzeugt, dass die Griechen die ganze Sache viel gelassener nehmen, als man im sonstigen Europa zu glauben scheint. Viel mehr sind es wohl die „europäischen“ Politiker, die das Muffensausen bekommen. Fast erscheint es mir, dass die medial so gekonnt gezeigten Demonstranten „gekauft“ sind, ganz so wie jene in der Ukraine, die den Menschen im Westen ein falsches Bild von der Wirklichkeit geben sollen. Aber solches sind wir ja schon gewohnt.

 

Lasst Euch nicht von der Propaganda täuschen – schaut Euch Sachen stets mit euren eigenen Augen an und zieht dann daraus Eure Schlüsse. Und wenn Ihr für dieses Jahr noch etwas Urlaubszeit zur Verfügung habt und das Portemonnaie noch nicht ganz leer ist, dann kommt doch nach Griechenland !– hier lebt es sich ausgezeichnet und man bekommt richtig etwas für sein Geld – von der Liebeswürdigkeit der Bewohner und einer Jahrtausende alten Kultur ganz zu schweigen.

 

Bis Bald

 

Euer L. Q. Cincinnatus

Montag, 10. August 2015

Über die Not des Journalisten-Daseins


 

Robert RavenWas bin ich doch froh kein Journalist zu sein! Ich meine das ganz ehrlich, denn kaum etwas erscheint mir im Augenblick unangenehmer zu sein, als dieser Profession nachzugehen. Jeden Sommer ist es dasselbe: Die Politiker befinde sich im Urlaub, Wahlkämpfe stehen nicht an, Skandale sind keine zu finden und auf der internationalen Ebene tut sich kaum etwas. Wie soll man da über irgendetwas schreiben? Gerade dann, wenn doch der eigene Beruf darin besteht ständig etwas zu Papier, bzw. ins Netz zu stellen, wo doch rein objektiv betracht man seine Tätigkeit einstellen müsste und dem Leser mitgeteilt werden sollte: „Kümmere dich um dein eigenes Leben, erlebe selbst etwas, als dass du nur davon liest, was anderen zustößt!“ Doch solches ist uns nicht gegeben, denn auch ich bin ein Journalist, und so müssen wir nolens volens doch noch etwas finde, über das geschrieben werden kann und dass trotz allem noch den Anschein einer gewissen Seriosität erkennen lässt.

 

Die Hundstage sind es, die wir gerade durchmachen und mancher Einfältige glaubt dies hätte mit den Faulen Hunden, vor allem im Süden, zu tun, die ob der großen Hitze (und dieses Jahr erleben wir in Mitteleuropa tatsächlich einen traumhaften Sommer mit Hitze und wunderbaren Sonnentagen) nur faul irgendwo im Schatten Zuflucht suchten und selbst unter größter Motivation nicht zur irgendeiner Tätigkeit zu bewegen wären. Tatsächliche gehen die „Hundstage“ auf das Sternbild des Hundes zurück, das zwischen dem 24. Juli und dem 24. August besonders deutlich am Sternenhimmel zu erkennen ist. Verantwortlich dafür zeichnen die Römer, die vor zweitausend Jahren in heidnischer Einfältigkeit diese Bezeichnung wählten. Es ist wahrlich kein Ruhmesblatt, dass wir noch immer darauf zurückgreifen, in unseren durch das Christentum gefestigten und durch Vernunft und Klarheit des Geistes gesicherten Zeiten.

 

Es sind eben diese Zeiten in denen am wenigsten geschieht und in denen doch von der schreibenden Zunft Tag für Tat erwartet wird etwas für den Geist zu liefern. Nun  denn dann wollen wir über das Journalistendasein selbst schreiben. Was heißt es Journalist zu sein, gerade in unseren Zeiten? In den meisten Fällen sich der Flasche für wenige Augenblicke zu entledigen, um mittels der Tastatur ein paar Zeilen auf den Bildschirm zu zaubern, die nicht als die schlechtesten betrachtet werden. Meine Freunde, ich wisst ja nicht, wie traurig es ist als Journalist sein Dasein fristen zu müssen. Die meisten von uns sind zufällig oder durch die Not zu diesem Beruf gekommen, trauern den guten alten Zeiten nach, als hier noch richtig Geld zu machen war und versuchen argwöhnischen den Bloggern, die überall auftauchen das Leben schwer zu machen, gerade deshalb, weil die meisten davon weitaus gebildeter sind und besser als wir, die das Handwerk von der Pike auf gelernt haben – was auch immer das heißen mag.

 

Journalismus im 21. Jahrhundert muss völlig anders aussehen! Sich einem großen Medium anschließen und dann sklavisch Beiträge zu liefern, eingeschränkt zu sein durch die Diktatur der „politischen Korrektheit“, niemals schreiben zu dürfen was einem aus der Seele dringt, das ist kein Leben, kann ich euch sagen. Und doch ist gerade dies die Realität der meisten Journalisten der heutigen Zeit. Drum glaubt nicht, was von ihnen geschrieben wird – es ist nicht echt, es ist nicht authentisch, sondern in eine Form gepresst, die von ganz anderen Mächten vorgegeben wird, die die wenigsten von euch jemals kennen werden. Seid froh, dass es so ist! Unsere Zunft ist so ängstlich geworden, dass es überhaupt keiner Zensur mehr bedarf, die von außen käme, denn der Zensor sitzt längst in den Köpfen der Schreiber selbst. Das Denken wir schal, ja meistens sogar dumm und darum lest ihr auch nur immer dasselbe – kaum einmal wird ein Artikel etwas Neues, etwas wirklich Bewegendes bei Euch auslösen. Das ist kein Wunder, denn gerade diese Art von Texten ist von höherer Stelle gewollt und wird mehr oder weniger auf subtile oder auch weniger subtile Weise durchgesetzt. Es geht nur noch um Effekthascherei, nicht mehr darum etwas mitzuteilen, das von Wert wäre.

 

Wenn ihr einen Text in einer Zeitung lest, im Fernsehen euch anseht oder auch im Radio anhört, fragt euch immer welche Relevanz er für euer Leben hat und ob ihr in gebrauchen könnt. Ist dem nicht so, so verwerft sogleich was euch zugetragen wurde und schmeißt alles in den mentalen Mülleimer – denn dort, und sonst nirgendwo gehört er hin! Aber auch die Leser müssen sich an der Nase nehmen. Sieht man sich die Leserzahlen etwa der Beitrag einer Online-Zeitung an, so sind die Favoriten stets Beiträge wie „Mann beißt Hund!“ oder „Was Star XYZ in den letzten zwei Wochen in seinem Feriendomizil getrieben hat“. Niemals kommen die wirklich relevanten Themen, vor allem der Weltpolitik dabei vor.

 

Etwas Gutes möchte ich doch noch über die Journalisten sagen – nämlich über jene Mitglieder dieser Zunft, die immer noch über Fachkenntnis verfügen. Ich meine damit vor allem die Lokaljournalisten. Es sind jene, meist relativ unbekannten Berichterstatter, die sich in ihrem geographisch meist sehr begrenzten Raum gut auskenne, die Sitten und Gebräuche und meist auch die Art und Weise, die die Menschen in einer bestimmten Gegend zu kommunizieren pflegen kennen und daraus ihre Berichte schöpfen. Diese Art des Journalismus ist noch immer erfrischend und gibt einem die Hoffnung, dass noch nicht alles verloren ist – auch für die Journalisten noch nicht.

 

Ich habe lange nicht mehr geschrieben und viele von euch Lesern haben noch keinen meiner Beiträge gelesen. Ich möchte Euch jedoch anregen über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken und nicht alles zu glauben, was euch in schriftlicher Form präsentiert wird. Von der Macht des geschriebenen Wortes wird noch immer so viel gehalten, obwohl durch die heutigen technischen Mittel die Schriftlichkeit sich in keiner Weise mehr von dem gesprochenen Wort unterscheidet. Das sagt euch ein alter Journalist, der die Entwicklung über die letzten fünf Jahrzehnte miterlebt hat und nur wenig Positives in Bezug auf die „Genese“ des Journalismus zu sagen hat – obwohl ich meinem Wesen nach nicht zum Pessimismus neige. Überprüft stets die Quelle und vertraut als letzte Instanz der Beurteilung nur euch selbst – wenn ihr daran festhaltet, dann habt ihr eine realistische Chance nicht völlig im Sumpf der Manipulation und der Propaganda zu versinken.

 

Euer Robert Raven

Mittwoch, 29. Juli 2015

Der Sommer wird lustig


Sommerzeit – Urlaubszeit – Reisezeit. Auch der alte Cinncinatus hat sich vor zwei Wochen in fremde Gefilde begeben und dabei so manches beobachten können, was niedergeschrieben zu werden wert erscheint. Freilich war es erst die Overtüre dieses Sommers, denn erst im nächsten Monat werde ich mich für ganze drei Wochen in den Süden begeben, um auch noch etwas gebräunter wieder in den Herbst gehen zu können und so manchen blassen Kollegen „aufziehen“ zu können.

 

Mich trieb es in die baltischen Staaten und wie es der Teufel so wollte, konnte ich auch dort meinen Landsleuten nicht entkommen – dies scheint überhaupt mein Schicksal zu sein – so weit kann ich überhaupt nicht reisen, ohne dass heimische Klänge an meine Ohren dringen und sei es am Südpol, in mitten einer Pinguinkolonie würde es mich inzwischen nicht mehr wundern die deutsche Sprache vernehmen zu müssen bzw. dürfen – je nach den Umständen eben.  

 

Es war am Büffet im Hotel, als ein Herr, etwa in meinem Alter, mit mächtiger Bierkugel, die er mit breitem Stolz vor sich hertrug, sich über das Essen mokierte, welches, ich muss hier eine Lanze für den Beherbergungsbetrieb brechen, einmal ausgezeichnet war (meine Lesen wissen, dass ein Lob von mir nur schwer zu erlangen ist). Der Mann, um den übrigens eine kleine Schlanke, vermutlich seine Ehegattin, wie ein Satellit um einen Planeten kreiste, vermeinte man esse doch nirgendwo so gut, wie zu Hause, bedauerte zutiefst, die fremde Küche und meinte das Ausland wäre ja recht schön, wenn es dort nur nicht all die Ausländer gäbe. Da kam mir der Witz in den Sinn bei dem sich jemand über die Fremden echauffiert, gleichzeitig aber darauf hinweist, dass er nichts gegen Fremde habe, schließlich seien einige seiner besten Freunde Fremde. Dann folgt jedoch stets der Nachsatz: „Aber diese Fremden, die sind nicht von hier!“. Den Rest der Woche beließ ich es dann bei einem Gruß, wenn man sich gelegentlich über den Weg lief, und dachte mir meinen Teil.

 

Das frage ich mich nun natürlich, was noch alles kommen wird in diesen Ferien. So wie der Sommer begonnen hat, wird es wohl recht amüsant werden. Im August werde ich mich dann mit einem längeren Beitrag zurückmelden. Ich verspreche meine Augen und Ohren offen zu halten, um die eine oder andere interessante, vielleicht auch kuriose, Begebenheit euch schildern zu können.

 

Einen schönen Urlaub und gute Erholung!

 

Euer L. Q. Cinncinatus