Montag, 10. August 2015

Über die Not des Journalisten-Daseins


 

Robert RavenWas bin ich doch froh kein Journalist zu sein! Ich meine das ganz ehrlich, denn kaum etwas erscheint mir im Augenblick unangenehmer zu sein, als dieser Profession nachzugehen. Jeden Sommer ist es dasselbe: Die Politiker befinde sich im Urlaub, Wahlkämpfe stehen nicht an, Skandale sind keine zu finden und auf der internationalen Ebene tut sich kaum etwas. Wie soll man da über irgendetwas schreiben? Gerade dann, wenn doch der eigene Beruf darin besteht ständig etwas zu Papier, bzw. ins Netz zu stellen, wo doch rein objektiv betracht man seine Tätigkeit einstellen müsste und dem Leser mitgeteilt werden sollte: „Kümmere dich um dein eigenes Leben, erlebe selbst etwas, als dass du nur davon liest, was anderen zustößt!“ Doch solches ist uns nicht gegeben, denn auch ich bin ein Journalist, und so müssen wir nolens volens doch noch etwas finde, über das geschrieben werden kann und dass trotz allem noch den Anschein einer gewissen Seriosität erkennen lässt.

 

Die Hundstage sind es, die wir gerade durchmachen und mancher Einfältige glaubt dies hätte mit den Faulen Hunden, vor allem im Süden, zu tun, die ob der großen Hitze (und dieses Jahr erleben wir in Mitteleuropa tatsächlich einen traumhaften Sommer mit Hitze und wunderbaren Sonnentagen) nur faul irgendwo im Schatten Zuflucht suchten und selbst unter größter Motivation nicht zur irgendeiner Tätigkeit zu bewegen wären. Tatsächliche gehen die „Hundstage“ auf das Sternbild des Hundes zurück, das zwischen dem 24. Juli und dem 24. August besonders deutlich am Sternenhimmel zu erkennen ist. Verantwortlich dafür zeichnen die Römer, die vor zweitausend Jahren in heidnischer Einfältigkeit diese Bezeichnung wählten. Es ist wahrlich kein Ruhmesblatt, dass wir noch immer darauf zurückgreifen, in unseren durch das Christentum gefestigten und durch Vernunft und Klarheit des Geistes gesicherten Zeiten.

 

Es sind eben diese Zeiten in denen am wenigsten geschieht und in denen doch von der schreibenden Zunft Tag für Tat erwartet wird etwas für den Geist zu liefern. Nun  denn dann wollen wir über das Journalistendasein selbst schreiben. Was heißt es Journalist zu sein, gerade in unseren Zeiten? In den meisten Fällen sich der Flasche für wenige Augenblicke zu entledigen, um mittels der Tastatur ein paar Zeilen auf den Bildschirm zu zaubern, die nicht als die schlechtesten betrachtet werden. Meine Freunde, ich wisst ja nicht, wie traurig es ist als Journalist sein Dasein fristen zu müssen. Die meisten von uns sind zufällig oder durch die Not zu diesem Beruf gekommen, trauern den guten alten Zeiten nach, als hier noch richtig Geld zu machen war und versuchen argwöhnischen den Bloggern, die überall auftauchen das Leben schwer zu machen, gerade deshalb, weil die meisten davon weitaus gebildeter sind und besser als wir, die das Handwerk von der Pike auf gelernt haben – was auch immer das heißen mag.

 

Journalismus im 21. Jahrhundert muss völlig anders aussehen! Sich einem großen Medium anschließen und dann sklavisch Beiträge zu liefern, eingeschränkt zu sein durch die Diktatur der „politischen Korrektheit“, niemals schreiben zu dürfen was einem aus der Seele dringt, das ist kein Leben, kann ich euch sagen. Und doch ist gerade dies die Realität der meisten Journalisten der heutigen Zeit. Drum glaubt nicht, was von ihnen geschrieben wird – es ist nicht echt, es ist nicht authentisch, sondern in eine Form gepresst, die von ganz anderen Mächten vorgegeben wird, die die wenigsten von euch jemals kennen werden. Seid froh, dass es so ist! Unsere Zunft ist so ängstlich geworden, dass es überhaupt keiner Zensur mehr bedarf, die von außen käme, denn der Zensor sitzt längst in den Köpfen der Schreiber selbst. Das Denken wir schal, ja meistens sogar dumm und darum lest ihr auch nur immer dasselbe – kaum einmal wird ein Artikel etwas Neues, etwas wirklich Bewegendes bei Euch auslösen. Das ist kein Wunder, denn gerade diese Art von Texten ist von höherer Stelle gewollt und wird mehr oder weniger auf subtile oder auch weniger subtile Weise durchgesetzt. Es geht nur noch um Effekthascherei, nicht mehr darum etwas mitzuteilen, das von Wert wäre.

 

Wenn ihr einen Text in einer Zeitung lest, im Fernsehen euch anseht oder auch im Radio anhört, fragt euch immer welche Relevanz er für euer Leben hat und ob ihr in gebrauchen könnt. Ist dem nicht so, so verwerft sogleich was euch zugetragen wurde und schmeißt alles in den mentalen Mülleimer – denn dort, und sonst nirgendwo gehört er hin! Aber auch die Leser müssen sich an der Nase nehmen. Sieht man sich die Leserzahlen etwa der Beitrag einer Online-Zeitung an, so sind die Favoriten stets Beiträge wie „Mann beißt Hund!“ oder „Was Star XYZ in den letzten zwei Wochen in seinem Feriendomizil getrieben hat“. Niemals kommen die wirklich relevanten Themen, vor allem der Weltpolitik dabei vor.

 

Etwas Gutes möchte ich doch noch über die Journalisten sagen – nämlich über jene Mitglieder dieser Zunft, die immer noch über Fachkenntnis verfügen. Ich meine damit vor allem die Lokaljournalisten. Es sind jene, meist relativ unbekannten Berichterstatter, die sich in ihrem geographisch meist sehr begrenzten Raum gut auskenne, die Sitten und Gebräuche und meist auch die Art und Weise, die die Menschen in einer bestimmten Gegend zu kommunizieren pflegen kennen und daraus ihre Berichte schöpfen. Diese Art des Journalismus ist noch immer erfrischend und gibt einem die Hoffnung, dass noch nicht alles verloren ist – auch für die Journalisten noch nicht.

 

Ich habe lange nicht mehr geschrieben und viele von euch Lesern haben noch keinen meiner Beiträge gelesen. Ich möchte Euch jedoch anregen über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken und nicht alles zu glauben, was euch in schriftlicher Form präsentiert wird. Von der Macht des geschriebenen Wortes wird noch immer so viel gehalten, obwohl durch die heutigen technischen Mittel die Schriftlichkeit sich in keiner Weise mehr von dem gesprochenen Wort unterscheidet. Das sagt euch ein alter Journalist, der die Entwicklung über die letzten fünf Jahrzehnte miterlebt hat und nur wenig Positives in Bezug auf die „Genese“ des Journalismus zu sagen hat – obwohl ich meinem Wesen nach nicht zum Pessimismus neige. Überprüft stets die Quelle und vertraut als letzte Instanz der Beurteilung nur euch selbst – wenn ihr daran festhaltet, dann habt ihr eine realistische Chance nicht völlig im Sumpf der Manipulation und der Propaganda zu versinken.

 

Euer Robert Raven

Mittwoch, 29. Juli 2015

Der Sommer wird lustig


Sommerzeit – Urlaubszeit – Reisezeit. Auch der alte Cinncinatus hat sich vor zwei Wochen in fremde Gefilde begeben und dabei so manches beobachten können, was niedergeschrieben zu werden wert erscheint. Freilich war es erst die Overtüre dieses Sommers, denn erst im nächsten Monat werde ich mich für ganze drei Wochen in den Süden begeben, um auch noch etwas gebräunter wieder in den Herbst gehen zu können und so manchen blassen Kollegen „aufziehen“ zu können.

 

Mich trieb es in die baltischen Staaten und wie es der Teufel so wollte, konnte ich auch dort meinen Landsleuten nicht entkommen – dies scheint überhaupt mein Schicksal zu sein – so weit kann ich überhaupt nicht reisen, ohne dass heimische Klänge an meine Ohren dringen und sei es am Südpol, in mitten einer Pinguinkolonie würde es mich inzwischen nicht mehr wundern die deutsche Sprache vernehmen zu müssen bzw. dürfen – je nach den Umständen eben.  

 

Es war am Büffet im Hotel, als ein Herr, etwa in meinem Alter, mit mächtiger Bierkugel, die er mit breitem Stolz vor sich hertrug, sich über das Essen mokierte, welches, ich muss hier eine Lanze für den Beherbergungsbetrieb brechen, einmal ausgezeichnet war (meine Lesen wissen, dass ein Lob von mir nur schwer zu erlangen ist). Der Mann, um den übrigens eine kleine Schlanke, vermutlich seine Ehegattin, wie ein Satellit um einen Planeten kreiste, vermeinte man esse doch nirgendwo so gut, wie zu Hause, bedauerte zutiefst, die fremde Küche und meinte das Ausland wäre ja recht schön, wenn es dort nur nicht all die Ausländer gäbe. Da kam mir der Witz in den Sinn bei dem sich jemand über die Fremden echauffiert, gleichzeitig aber darauf hinweist, dass er nichts gegen Fremde habe, schließlich seien einige seiner besten Freunde Fremde. Dann folgt jedoch stets der Nachsatz: „Aber diese Fremden, die sind nicht von hier!“. Den Rest der Woche beließ ich es dann bei einem Gruß, wenn man sich gelegentlich über den Weg lief, und dachte mir meinen Teil.

 

Das frage ich mich nun natürlich, was noch alles kommen wird in diesen Ferien. So wie der Sommer begonnen hat, wird es wohl recht amüsant werden. Im August werde ich mich dann mit einem längeren Beitrag zurückmelden. Ich verspreche meine Augen und Ohren offen zu halten, um die eine oder andere interessante, vielleicht auch kuriose, Begebenheit euch schildern zu können.

 

Einen schönen Urlaub und gute Erholung!

 

Euer L. Q. Cinncinatus

Sonntag, 21. Juni 2015

Von der Beobachtung und dem nutzlosen Gerede


Allzu viel wird heutzutage geschrieben und noch mehr gesprochen, was keinerlei Wert irgendwelcher Art besitzt und so wie unsere Konsumgesellschaft in wahren Tsunamis an minderwertigen Produkten ersäuft, die überteuert und wohlverpackt an Otto-Normalkonsument gebracht werden, so sieht es auch im geistigen Bereich um nichts besser aus. Wie könnte es auch anders sein! Beginnt die Welt doch im Geiste und gerinnt erst in der Folge an manchen Stellen zur toten Sache, die wir Materie zu nennen pflegen – obwohl es bewiesenermaßen (die Quantenphysik lässt grüßen) überhaupt keine Materie gibt (was den Materialismus ad absurdum führt!).  

 

            Man mag nun einwenden, dass Klatsch und Tratsch doch zu allen Zeiten ein großer Teil der menschlichen Kommunikation ausgemacht hätte und die Sprache zudem in erster Linie ein Mittel der Verständigung, nicht jedoch des Transportes von Inhalten, schon gar nicht von „Wahrheiten“, sei. Zudem meint manch oberflächlicher Geselle, Gerede oder Geschwafel wären ein harmloser Zeitvertreib, etwas das, Menschen tun, um die Langeweile zu vertreiben und irgendwie die Zeit bis zum Tod rüberzubringen.

 

            Oh einfältige Menschheit, wie weit ist es mit dir gekommen, wenn du Solches für zutreffend hältst! Mitnichten sind das Tratschen, das Gerede, das Gerüchteverbreiten und –schmieden von harmloser Natur, ganz im Gegenteil! Seht euch doch die Menschen an, die am stärksten davon befallen sind? Welche Lebensführung und welchen Charakter erkennen wir bei solchen Zeitgenossen? Es sind durchwegs Menschen mit unechten Freundschaften, Scheinbeziehungen und vor allem geringem Respekt in den Augen der anderen, aber, und das ist das schlimmste von allem, auch in den eigenen Augen. Eine Sache ist gewiss: In unserem Universum besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten und den Ergebnissen, zwischen Ursache und Wirkung. So ist es auch beim Gerede und Geschreibe. Wer ständig davon Gebrauch macht, der endet unweigerlich bei einer geringen Selbstachtung.

 

            So viel dazu. Doch will ich nun zum zweiten Teil meines heutigen Beitrag kommen, der, wenn auch nicht sogleich offensichtlich, mit dem ersten in Zusammenhang steht: die Kultivierung der Beobachtungsgabe. Das Paradoxon besteht nämlich darin, dass derjenige, der sich die Dinge genau ansieht, der sie reflektiert und daraus seine wohldurchdachten Schlüsse zieht, beinahe immer davor gefeit ist, sich dem bloßen Gerede hinzugeben. Interessanterweise sind es nämlich die Halbgebildeten, die überall in der „gebildeten“ Welt die Mehrheit ausmachen, und ihr unverdautes Halbwissen in die Welt hinaustragen. Der wirklich Gebildete und gewiss der Weise, ist sehr vorsichtig damit sein Wissen anderen mitzuteilen und nur recht selten geschieht es aus eigenem Antrieb heraus, meist veranlassen ihn die Umstände zu so einem Schritt. Nicht so derjenige, der vermeint weise zu sein und in Wahrheit doch nichts als ein Tor ist: diese Gestalten lieben es zu unterrichten, was sie selbst nicht verstanden haben; sie sind von geradezu missionarischem Eifer ergriffen und ihr stärkstes Bestreben ist es bewundert zu werden, Jünger für ihre Ideen und Konzepte zu finden und möglicherweise eines Tages als „große Person“ zu gelten, auf die die Nachwelt mit Hochachtung blicken soll.

 

            Wer sich nun die Mühe macht und wer die tiefe Leidenschaft in sich spürt den Dingen, seien es nun die natürlichen oder die vom Menschen selbst geschaffenen, auf den Grund zu gehen, dessen Urteil ist von ganz anderer Qualität als jenes der Formalgebildeten und Nachplapperer, wie man den Großteil der „Gebildeten“ von heute nennen muss; denn Diplome und Zeugnisse sagen heutzutage beinahe nichts mehr über das Können und Wissen eines Menschen aus – dafür haben jahrzehntelange Schul- und Universitätsreformen weidlich gesorgt. Wo sind die genauen Beobachter der Vergangenheit, wo sind die Naturforschen vom Format eines Alexander von Humboldt heute?

 

            Wie wohltuend war es da für mich, als ich in den letzten Wochen zwei wunderbare Werke in die Hände bekam, die schon lange meiner Bibliothek anvertraut waren, aber mir längere Zeit nicht mehr unter die Augen gekommen sind. Beim ersten Buch handelt es sich um eine Beschreibung der drei Weltreisen des Kapitän James Cook (1728-1779) in den Jahren (1768-1779), mit unzähligen Auszügen aus seinen Logbüchern, wobei besonders die ausführlichen und großartigen Natur- und Menschenbeobachtungen, Beachtung fanden. Das zweite Werk, „Reise um die Welt“, stammte vom großen Naturforschen Georg Forster (1754-1794), der Cook auf seiner zweiten Reise in dem Südpazifik begleitete und hervorragende Beschreibungen, mit einer erstaunlichen Weltoffenheit, Klarheit und Objektivität, lieferte, wie sie von kaum einem anderen Forscher je gezeigt wurden. Die wunderbare Vereinigung von Verstand und Leidenschaft, die nicht antagonistisch, sondern gegenseitig verstärkend und sich vereinigend, einem großen Ziele zustrebend, wirken, vermisst man heute schmerzlich. Dies hat wahrscheinlich auch mit dem Sündefall der Romantik zu tun. Ab damals trennte man bekanntlich Gefühl und Verstand scharf von einander und schlug sich entweder auf die eine oder andere Seite und bekämpfte logischerweise die jeweils andere. Im Wesentlichen ist dieser Dualismus dann auch bis heute so geblieben. Wie glücklich waren da noch die Menschen des 18. Jahrhunderts! Im Sturm und Drang waren das Gefühl und der Verstand noch eins und brachten einmalige Größen hervor, wie etwa der ewigen Großmeister der deutschen Literatur Johann Wolfgang von Goethe.

           

            Von solchen Höhen ist heute nicht mehr viel zu spüren, wir haben den Adel des Geistes hinter uns gelassen und sind in die Niederungen des Bürgertums herabgestiegen. Lange Zeit blieben wir zumindest auf diesem Niveau. Doch durch die Vermassung dessen, was man „Bildung“ zu nennen pflegt, im 20. Jahrhundert, ging es noch weiter nach unten und mit dem 21. Jahrhundert scheint der Bodensatz noch immer nicht erreicht zu sein.

 

           Es ist Zeit zur Besinnung zu kommen! Wir müssen wieder erkennen, wie die Dinge wirklich sind, die Augen aufhalten, um in der Welt der wahren Erscheinungen zu leben und uns nicht mit dem Schein des Gefälligen abzugeben. Wir müssen dazu auch die Scheinwelt des Psychologischen überwinden und eintauchen in die Natur der Dinge, auch in unsere eigene. Doch solange wir die Dinge lieber ordnen, als zu erfahren, solange wir nur soviel von der Welt sehen wollen, dass wir einen Namen für die Dinge habe, werden wir nie zum Kern der Dinge vordringen, werden wir die Welt nicht erleben, sondern nur beschreiben. Wenn wir die Welt intensiv beobachten, eins werden mit ihr, durch einen intuitiven Akt des Verstehens, in Verbindung mit einem geschärften Verstand, dann erst erkennen wir, dass jeder Gebrauch der Sprache gleichnishaft ist und nicht den Dingen selbst entspricht. Beobachten heißt erfahren und nicht Worte für etwas zu finden. Es endet damit auch der neurotische Zwang alles erklären zu müssen, etwa, das so lächerlich ist, dass eine geistig gesunde Natur nur darüber lachen kann. Die Dinge können nicht mehr „kopfgerecht“ gemacht werden und es besteht auch bei keinem gesunden Menschen das Bestreben danach. Wir können dann die Transzendenz der Dinge, und auch von uns selbst, anerkennen und brauchen uns nicht mehr in einem eingeschränkten Gedankengebäude zurechtzufinden, in Worten kramen, wo es solchen im Grunde gar nicht geben kann. Die Welt ist eben mehr, als man in Worte fassen kann! So endet dann endlich auch jede Neurose, die selbst ein Ergebnis der missverstandenen Natur der menschlichen Sprache ist. Dann kann die Menschheit auch wieder damit beginnen mit Worten auszudrücken, anstatt zu bewältigen.

 

            Euer L. Q. Cincinnatus

Mittwoch, 25. Februar 2015

Similis similibus sulumtur


Meine Freunde! Die Welt ist nicht mehr dieselbe, die sie noch vor kurzer Zeit, vor einigen Jahren, war. Versteht mich nicht falsch: ich meine hier nicht den allgemeine Wandel der Zeiten, wie er sich zu allen Zeiten an allen Orten in mehr oder weniger großer Geschwindigkeit abspielt. Nein! Es geht um einen fundamentalen Wandel, der sich in der Geschichte der Menschheit nur sehr selten ereignet und dessen letztes Beispiel so weit in der Vergangenheit zurückliegt, dass es niemanden mehr gibt, der sich noch daran erinnern könnte. Das Bewusstsein der Menschen ist dabei sich zu ändern und zwar sprunghaft, so wie wir es das letzte Mal vor einigen Jahrtausenden erlebt haben. Wir sind dabei endlich erwachsen zu werden und die kindlichen Anschauungen, wie etwas die Vorstellung von Gut und Böse, vom Dualismus, dem Getrenntsein und vielen anderen Dingen, zu überwinden. Sensiblen Menschen ist diese Entwicklung schon seit geraumer Zeit klar und sie hat auch bereits vor einigen Jahrzehnten begonnen, doch nun hat sie eine derartige Stärke erreicht, dass immer größere Teile der Menschheit davon auch bewusst erfasst werden. Sich dem zu widersetzen und in alte dogmatische Verhaltensmuster, in das Festhalten an den Dingen und Vorstellungen, zurückzufallen, kann nun sehr gefährlich werden, sowohl für das Individuum, als auch für das Kollektiv.

 

Viele Menschen spüren heute eine unbeschreibliche Art von Unfreiheit – doch diese Unfreiheit, hinter der das nagende Gefühl der Angst steckt, ist bei den meisten recht unbestimmt, eher eine dem Leben zugrunde liegende Stimmung, die mal mehr, mal weniger bewusst ist und deren Ursachen den wenigsten bekannt sind. Meist wird dieses Gefühl auf die bestehenden Umstände projiziert, die Politik, die Wirtschaft, die Reichen, die Mächtigen, die Menschen im eigenen Leben – alles mögliche kann als Projektionsfläche für die eigene Angst hergenommen werden. Doch was sind die wahren Ursachen dafür, dass die meisten Menschen heute, vor allem in Anbetracht einer sich sehr schnell verändernden Welt, in der sie verzweifelt absolute Wahrheiten suchen, an denen sie sich festhalten können, ein Unbehagen spüren, das noch weitaus größer ist, als das vor vielen Jahrzehnten von Freud beschriebene „Unbehagen in der Kultur“, bzw. das „Unbehagen in der bürgerlichen Gesellschaft“ nach Erich Fromm?

 

Die Antwort ist im Grunde ganz einfach: Es ist die Illusion der Trennung von anderen Menschen und den Dingen im Universum, die Vorstellung als eigenständiges Individuum zu existieren, und die Verbundenheit mit allen nicht zu erkennen. Rein optisch betrachtet ist dieser Irrtum verständlich und gerade im Westen gehört die Ansicht, dass alles im Universum eins ist, nicht zur Tradition, schon gar nicht seit Körper und Geist im 17. Jahrhundert getrennt wurden und sich das auf den menschlichen Geist so desaströs auswirkende naturalistisch-materialistische Weltbild durchgesetzt hat. Zwangsläufig mit dieser Sicht der Welt verbunden ist das Urteilen und damit die Feststellung einer Differenz zwischen einem gewollten, bzw. vorgestellten und einem festgestellten Zustand. Wir leiden nicht an den Dingen an sich, sondern an unserer Bewertung von ihnen. Sobald wir eine Vorstellung von einer Sache habe, uns einbilden, wie sie sein sollte, und wir dann erkennen, dass dem nicht so ist, so ärgern wir uns. Die Feststellung der Ungleichheit von unserer Vorstellung und der Wirklichkeit, veranlasst und zu leiden. Leid ist größtenteils auf falsche Vorstellungen von der Realität zurückzuführen. Gingen wir urteilslos, vor allem vorurteilslos und erwartungslos durch die Welt, würde keiner von uns leiden. Dem Buddhismus ist dies seit Jahrtausenden bekannt und er lehrt seit dieser Zeit unentwegt unter anderem gerade diese Weisheit.

 

Ärger bedeutet an der Vergangenheit zu leiden, es bedeutet Leid dabei zu empfinden, dass die Dinge nicht so gekommen sind, wie sie erwartet wurden. Angst bedeutet leiden an der Zukunft. Sowohl Vergangenheit, als auch Zukunft liegen außerhalb unserer Kontrolle. Bilden wir uns also ein diese doch kontrollieren zu können, entstehen entweder Angst oder Ärger – beide sind unnütz und unvernünftig, zeigen sie doch, dass wir nicht bereit sind die Realität zu akzeptieren. Liegt eine Sache in unserer Kontrolle, haben beide Emotionen ebenfalls keinen Sinn. Können wir eine Sache ändern, dann sollten wir es einfach tun und keine Energie darauf verschwenden irgendjemandem, auch uns selbst, Vorwürfe zu machen. Können wir eine Sache nicht verändern, nützen Ärger und Angst ebenso wenig etwas. Im Grunde ist das Leben ganz einfach, es ist nur unsere Identifikation mit dem, was wir glauben wir selbst zu sein (dem Ego), das uns dazu bringt, dass wir leiden. Würden wir kein Ego mehr haben, wäre es unmöglich in irgendeiner Art zu leiden.

 

Es ist klar, dass all dies sehr theoretisch klingt – die Schwierigkeit liegt denn auch tatsächlich größtenteils in der Umsetzung, in der Anwendung in der Praxis. Unseren Geist darauf zu trainieren derart souverän wie ein buddhistischer Mönch, ein Samurai oder ein Weiser alter Zeiten durchs Leben zu gehen, erscheint uns derart schwer, dass wir gar nicht erst damit beginnen. Auf der anderen Seite sind viele im Zweifel darüber, ob es sich überhaupt lohnen würde, seinen Geist derart zu zähmen. Würden wir dann nicht zu emotionslosen Wesen werden, die irgendwie abgehoben, weltentfremdet „schweben“ würden? Ist nicht gerade das Leid ein Teil des Lebens, liegt nicht gerade auch in ihm eine gewisse Würze? Ein abgebrühter Geist mag so denken, man versucht aus einer Not eine Tugend zu machen, ganz im existenzialistischen Sinne versuchen viele so die Bürde des Lebens derart zu schultern und empfinden sich, wie Sartre, als Helden, wenn ihnen dies gelingt. Doch lassen wir uns davon nicht täuschen, im Grunde sind dies alles Rationalisierungen, Dinge, die sich ein flinker Geist ausgedacht hat, um Leid besser zu ertragen. Doch das Leben sollte nicht darin bestehen Leid zu ertragen, sondern zu lernen, wie es ganz aufgelöst werden kann. Das ist die via regis, der Königsweg, der einzige, der zum wahren Glück führt.

 

Gleiches verbindet sich mit Gleichen, heißt ein alter Spruch der Chemiker, was vor allem für die Unterscheidung von polaren und unpolaren Strukturen gilt. Im Volksmund spricht man auch von „Gleich und gleich gesellt sich gern“. Auf unseren Fall übertragen bedeutet dies, dass wir, wenn wir unserer Intuition vertrauen, bzw. diese überhaupt erst einmal kennen lernen, sofern sie uns bisher unbekannt oder unverlässlich zu sein scheint, wir im Einklang mit der universalen Entwicklung des menschlichen Bewusstsein gehen und damit den „Sprung“ mitmachen, anstatt ihm zu widerstehen. Damit ist nicht gemeint, dass wir einem Trend oder gar einer Mode auf der Oberfläche der Welt folgen, sondern, dass wir uns im Einklang mit allen Dinge sehen uns nicht mit den Phänomenen identifizieren, sondern die zugrunde liegenden geistigen Strukturen erkennen und dort daran arbeiten die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das bedeutet einen Paradigmenwechsel, weg vom gewöhnlichen (säkularen) Aktivismus, hin zur Arbeit im „Quantenfeld“, der „Gottesmatrix“ (früher hätte man auch von „Äther“ oder „Lichtäther“ gesprochen) oder wie auch immer der allumfassende Geist genannt werden mag. Dieses Feld reagiert vor allem auf unsere Gefühle, das Energiezentrum dazu ist das Herz. Auf das Herz zu hören ist also keine Gefühlsduselei, kein Wahn, sondern eine Technik, um mit der Natur zu arbeiten. Genaueres ist im Internet etwa auf der Homepage von Gregg Braden, oder auf diversen Youtube-Kanälen zu erfahren. Dies hier soll nur ein kleiner Denkanstoß sein, darüber nachzudenken, was unserer Welt wirklich zugrunde liegt, was „Realität“ eigentlich ist.

 

Ja, euer lieber Cincinnatus ist ein sehr spiritueller Mensch und wenn bisher einige von Euch auch gemeint haben sollten, ich sei ein Materialist, so muss ich sie hiermit leider enttäuschen. Doch Enttäuschungen gehören im Grunde zu den besten Dinge, die uns im Leben passieren können, beenden sie doch, wie der Name schon sagt, ein Täuschung und können und dadurch die Augen für die Wahrheit öffnen. Das gilt gleichermaßen für die Einschätzung von Personen, wie von den Umständen in der Welt.

 

Euer L. Q. Cincinnatus

Sonntag, 11. Januar 2015

2015


Ein neues Jahr, ein neues Glück! Ich hoffe doch zumindest, dass dem so sein wird. Ich habe im letzten Jahr manches geschrieben, was die Gemüter erhitzt hat, was zu hitzigen Debatten Anlass gab und mir selbst eine Reihe von Schlägen eingebracht hat, die ich zwar alle pariert habe, mir auf der einen Seite Vergnügen bereiteten, auf der anderen aber auch die Nachdenklichkeit anregten und zu der einen oder andere Korrektur führten, die ich für notwendig hielt. Es ist nicht so leicht ein authentisches Leben zu leben und nicht nur große Worte zu machen, sondern auch nach ihnen zu leben. Was meinen Teil betrifft, so habe ich mich immer bemüht diesem Ideal nahe zu kommen und ich darf mit Fug und Recht sagen, dass ich es daran nicht habe fehlen lassen.

Vor einem Jahr hat diese Seite mit einem hoffungsfrohen Blick in das Jahr 2014 begonnen und dabei bereits eine Referenz zu den Ereignissen vor 100 Jahren gezogen, als der Erste Weltkrieg begonnen hatte. Freilich konnte damals noch keiner von uns wissen, wie sich das Jahr entwickeln würde, von den Ereignissen auf der Krim, über den Krieg in Syrien und im Irak über diverse lokale Katastrophen, war nichts bekannt und das war auch gut so. Wer hätte damals gedacht, dass sich im Laufe des Jahres 2014 die Sicherheitslage in Europa so verschlechtert, dass wir inzwischen wieder auf dem Stand sind, den wir zuletzt in den 80er Jahren hatten?! Seit langem nicht mehr war das Verhältnis zwischen Ost und West so schlecht wie heute und das Gespenst des Dritten Weltkriegs geistert wieder durch die Köpfe der Menschen. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegen wird und die verantwortlichen Köpfe erkennen werden, wie unsinnig ein solches Unterfangen wäre. Die Gefahren auf der Welt sind mannigfaltig, doch beherrschbar, wenn es gelingt die „Nerven zu bewahren“. Das war denn auch einer der Hauptgründe für Kriege und Auseinandersetzungen aller Art, seit jeher. Nicht so sehr, dass jemand einen anderen böswillig überfallen wollte, war das größte Übel, sondern die Angst, die einer vor dem anderen hatte. Angst, nicht Hass oder Gier, ist die größte Gefahr auf der Welt!

Wenn wir wirklich eine bessere Welt wollen, wenn wir wollen, dass es uns gelingt ein friedlicheres Dasein zu leben, prosperierender in allen Lebensbereichen zu sein, dann müssen wir die Angst bekämpfen. Das gilt auf individueller Ebene genauso, wie für das Kollektiv, für Staatenlenker und ganze Nationen genauso, wie für den „kleinen Mann“ auf der Straße. Gerade die Ereignisse von Paris, die sich letzte Woche so schmerzlich ereignet haben, stellen uns auf die Probe: Werden wir uns einschüchtern lassen, oder werden wir fest zu unseren Grundsätzen stehen, werden wir stark bleiben?! Terror zielt in erster Linie nicht darauf ab, möglichst viele Menschen zu töten, sondern Angst und Schrecken zu verbreiten. Wenn es gelingt eine Bevölkerung zu ängstigen, und in weiterer Folge von ihrem gewohnten Lebensstil abzubringen, dann hat der Terror einen Erfolg erzielt. Solches dürfen wir nicht zulassen. Der größte Feind ist dabei paradoxerweise nicht im Äußeren zu suchen, sondern in unserem eigenen Geist. Das einzige, was es wirklich zu fürchten gibt, ist die Angst. Wir müssen sehr vorsichtig sein, uns nicht von ihr leiten zu lassen (zum Beispiel, indem wir unter dem Aspekt der Sicherheit unsere Freiheiten einschränken, was unter dem Eindruck der Angst nur allzu leicht geschehen mag).

Doch genug davon. Sehen wir uns an, was dieses Jahr Positives auf uns wartet! Konzentrieren wir uns auf die Dinge, die wir anstreben und nicht auf jene, die wir zu vermeiden versuchen! Pessimismus und Negativität verbessern das Leben der Menschen niemals, ja sie erhöhen nicht einmal das Maß an Sicherheit oder Vorbereitung (wie dies gewöhnlich von vielen geglaubt wird). Wie sieht es mit eurem privaten Leben aus? Findet jeden Tag zumindest einen Grund, warum der Tag es wert gewesen war gelebt zu werden und was gut an ihm war. Auch wenn es schwer fallen mag, es vergeht in unserem Leben kein einziger Tag, an dem sich nicht zumindest eine gute Sache finden ließe. Alleine, wir sind meist nicht darauf trainiert diese zu finden und zu beachten. Machen wir es uns doch zum Vorsatz in diesem neuen Jahr diese Punkte zu beachten, uns darauf zu konditionieren das Gute zu sehen, das Prosperierende, das Schöne und Wahre.
 
Drum auf in das neue Jahr, mit Elan und Zuversicht!
 
 
Wie immer, Euer, L. Q. Cincinnatus

Sonntag, 30. November 2014

Eine besinnliche Stunde


Heute ist der erste Adventsonntag und selbst beim alten Cincinnatus kehrt eine besinnlichere Stimmung ein, auch wenn er gerade an diesem Wochenende wieder durch hektische Einkaufstraßen eilen musste, von viel zu lautem Weihnachtssingsang beschallt wurde und einer ganzen Legion von übergewichtigen, rauschebärtigen, in rote Gewänder gehüllten Hohoho-Alkoholikern ausweichen musste.

 

Es ist über das Jahr hinweg bei dem einen oder anderen Zeitgenossen, nicht nur bei den allzu zart besaiteten, der Eindruck entstanden ich würde dem Pessimismus huldigen, alles immer nur schlechtreden bzw. – schreiben und, wie mir in einem hitzigen verfassten, vor Emotionalität triefenden Mail mitgeteilt wurde, wäre ich ein „von Wut zerfressener alter Sack, der sich ständig über irgendetwas aufregen muss, um damit sich selbst über seine eigene Misere und seinen Frust sich hinwegzutrösten“. Nun, lieber Schreiberling, die Würze meiner Worte ist immer mit Humor zu verstehen und hat keinesfalls den Zweck der Miesepeterei zu frönen. Wenn ich den Finger auf die wunden Punkt in der Welt und in unsere Gesellschaft lege, dann tue ich das immer auch mit einem gewissen Augenzwinkern und nicht zu unterschätzenden Freundlichkeit. Ich glaube an den Menschen und an die Menschlichkeit, vor allem aber daran, dass der Mensch sich ändern kann. Andernfalls wäre meine Kolumne hier völlige Zeitverschwendung und wir würden uns besser dem unvermeidbaren Schicksal ergeben und die Köpfe hängen lassen. Dies sei ferne!

 

Der Mensch ist nicht schlecht, auch der Mensch unserer Tage nicht. Für die Laster und Sünden des Volkers tragen seine Führer die Verantwortung, nicht die Menschen selbst. In der persönlichen Erfahrung sind denn auch weitaus mehr angenehme soziale Zusammenkünfte zu verzeichnen, als die unfeinen. Nur haben wir Menschen eine Natur, die so gestaltet ist, dass sie das Unangenehme besonders feinfühlig wahrnimmt und aus dem Weg zu schaffen trachtet, als dass sie sich der guten Dinge erfreut, die zweifelsohne – das gebe auch ich freimütig zu – die Mehrzahl der Fälle im Leben ausmachen.

 

Arthur Schopenhauer sprach aus, wie man Menschen nehmen sollte und wie am besten im beruflichen und privaten Leben mit ihnen zu verfahren sei:

„Darum also müssen wir, um unter Menschen leben zu können, jeden, mit seiner gegebenen Individualität, wie immer sie auch ausgefallen sein mag, bestehen und gelten lassen, und dürfen bloß darauf bedacht sein, sie so, wie ihre Art und Beschaffenheit es zulässt, zu benutzen; aber weder auf ihre Änderung hoffen, noch sie, so wie sie ist, schlechthin verdammen. Dies ist der wahre Sinn des Spruchs: „Leben und leben lassen.“ Daher es ebenso töricht ist, über ihr Tun sich zu entrüsten, wie über einen Stein, der uns in den Weg rollt. Bei manchen ist es am klügsten zu denken: Ändern werde ich ihn nicht; also will ich ihn benutzen.“

 

Die heutige junge Generation wird von vielen auch als „Crunch-Generation“ bezeichnet. Damit ist gemeint, dass sämtliche Strömungen, weltanschaulicher, philosophischer und religiöser Art auf die Gehirne der Menschen einprasseln und sie damit irgendwie zurechtkommen müssen. Was dabei herauskommen wird, ist ein großes soziales Experiment, das wir heute alle in der westlichen Welt beobachten können. Wir befinden uns am letzten Ende der „postmodernen“ Ära, der Ära in der alles für relativ erklärt wurde, in der jede Autorität abgelehnt wurde, die das Zeitalter der „Desillusionierung“ und des allgemeinen Misstrauens sich zu sein anschickte, die Widersprüche ausmerzen wollte, die jedoch ihre eigenen Widersprüche nicht sah, nur die der anderen (Relativismus ist ein Selbstwiderspruch und wer behauptet Autoritäten abzulehnen ist mit damit selbst sehr autoritär).

                                                                                      

Ich habe stets versucht ein Licht in der geistigen Verwirrung unserer Zeit zu sein, jemand, der einen zur Wirklichkeit aufrüttelt, der mitunter mit unsanften Methoden (und sei es auch einem Schlag auf den Kopf) die aus den Fugen geratenen Hirne wieder funktionsfähig machen und das Denkvermögen steigern wollte (leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen dies, einem alten Volksglauben nach, zu bewerkstelligen vermögen). In diesem Sinne wünsche ich Euch allen noch einen schönen Advent und doch manche besinnliche Stunde, sofern es sich irgendwie machen lässt.

 

 

Euer L. Q. Cincinnatus

 

Freitag, 14. November 2014

Jedem das Seine - und mir am meisten! Warum das herkömmliche Konzept von Gerechtigkeit Schwachsinn ist


Gerechtigkeit! Wie gerne führen Menschen diese im Munde, wie selbstgerecht brüstet sich einer bald selbst damit und erhebt rechthaberisch den spitzen Zeigefinger und weist hämisch auf jene, die er aus tiefstem Herzen heraus hasst und diesen Hass durch „Gerechtigkeit“ zu rechtfertigen versucht. Einstmals waren solche Gestalten allzu schnell durchschaut und die lodernde Flamme der Empörung fegte diese schneller hinfort, als dass diese ein weiteres Mal das Maul auftun konnten. „Du sollt nicht richten!“ hat es einst geheißen, in kulturschweren Zeiten, als man noch Ehrfurcht vor dem Gebrauch der Worte hatte und mit Bedacht nur sprach und schwieg, wenn man nicht besten Wissens und Gewissens etwas von sich geben konnte. Dabei tummeln sich bei den Sonntagspredigern, den schon bekannten gefallenen geistlichen Gestalten, säkulare Gesellen, die anderen vorschreiben wollen, wie sie zu leben hätten. Mit Kopfnicken sitzen die begossenen Lämmer dann da und spielen das Spiel mit – machen betroffene Miene und schützen Schuldgefühle vor – Schuldgefühle sind ja seit jeher das beliebteste Manipulationsinstrument schlechthin.
 
Sogar unser Papst, Jesuit der Form, Franziskaner dem Namen nach, vergreift sich schon einmal an der Heiligen Schrift. Das zehnte Gebot (Ex. 20), das da lautet: „Du sollst nicht begehren deines nächsten Gut“, scheint dem Pontifex Maximus wohl nicht immer über die Maßen bedeutsam zu sein, wenn er ganz offen nach dem Gut anderer schielt und „umverteilen“ möchte, wie die säkularen Neidhammel, die ihre Gier nach den Gütern anderer mit „sozialem Gewissen“ rationalisieren. Dabei darf eben gerade nicht vergessen werden, dass das Gut über das jemand verfügt eine Gabe Gottes ist, das dem Eigentümer besonders von den anderen, den Mitmenschen, aus ganzem Herzen heraus gegönnt werden sollte. Gottes Gunst zeigt sich bereits im Diesseits und die Habe eines Menschen ist ein klares Anzeichen für diese, freilich unverdienten, Gnade des Schöpfers. „Der Reichtum des Reichen ist seine feste Burg“, übersetzte Luther eine Passage des Wortes Gottes und sprach damit richtigerweise im Geiste des weisen Königs Salomon, der das wohl beredteste Zeugnis der Gnade Gottes darstellt, indem er um Weisheit bat und zu dieser, als Geschenk Gottes, noch sagenhaften Reichtum dazu erhielt.
 
Wie wohltuend ist es da moderne „Propheten“ zu erleben, Menschen, die unter uns weilen und uns lehren können - über den wahren Wert von Reichtum und Gerechtigkeit. Eine, die vor nicht allzu langer Zeit unter uns weilte, eine solche „Prophetin“, ist die nach Amerika emigrierte Russin Alissa Rosenbaum, besser bekannt unter dem Namen Ayn Rand. Ayn Rand ist eine Heldin der Freiheit, des Individualismus und der wahren Gerechtigkeit, jene wahrhaftige Gerechtigkeit, die das Ganze sieht und nicht mit Scheuklappen sich etwas herauspickt und in projektionsgeiler Manier glaubt Urecht zu erblicken. Brillant zeigt Rand in ihren schriftstellerischen Werken auf, dass der Mensch der Schmied seines eigenen Schicksals ist, dass die Vernunft des Menschen gerade darin besteht das zu tun, was getan werden muss, um die Lebensziele zu erreichen, die man sich gesteckt hat, dass man sich dabei nicht auf andere oder den Staat verlassen soll, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen muss. Man soll nicht bitten, noch hoffen, noch sich herabwürdigen zu Protesten, sondern sich ganz dem eigenständigen Tun verschreiben. Geldverdienen ist edel, ist ein Akt der Selbstbestimmung – jeder Dollar/Euro in der Geldbörse bedeutet Freiheit und wer uns diese nehmen möchte (unter welchem Deckmantel auch immer – Gemeinwohl, Spenden, Abgaben, Steuern etc.) nimmt uns diese Freiheit, sofern wir nicht individuell unsere Zustimmung dazu geben. Rand hat gezeigt welche Kraft im Geldverdienen steckt, welche hohe Moral sich dahinter verbirgt und dass genau das Gegenteil dessen wahr ist, was die „weltverbesserungswütigen Gutmenschen“ immer propagieren, von denen die meisten entweder noch nie unter realen Wirtschaftsbedingungen gearbeitet haben oder Versager des bestehenden Systems sind und sich deshalb gegen dieses richten. Wer es nicht schafft reich zu werden, Geld zu verdienen richtet sich bald gegen das, was er einst so sehr erreichen wollte: Reichtum und Geld. Seltsam, dass dies heute so wenig durchschaut wird und selbst wenn es durchschaut wird, keiner scharfen und peinlichen Rüge unterzogen wird.
 
Justizia sei blind, heißt es und doch ist dies einer der größten Mythen aller Zeiten. Gerechtigkeit braucht das Ansehen der Person, sie blickt messerscharf hin, mit Adlersaugen und unterscheidet ebenso deutlich zwischen den verschiedenen Menschen und Umständen. Die Ungerechtigkeit liegt ja gerade darin, dass auf die Individualität keine Rücksicht genommen wird, das alle über einen Kamm geschert werden – das ist wahre Ungerechtigkeit. Jeder Mensch muss immer als Individuum angesehen werden – Quotenregelungen sind Unrecht! Korruption ist Unrecht!
 
Die Propheten der falschen Gerechtigkeit können auf eine lange Tradition zurückblicken – verdorben waren diesbezüglich schon viele Gestalten der Antike. Verdorbene Pflanzen waren sie, verruchte Menschen beginnen in der Regel recht früh mit ihrem Schandwerk. Eine Person jedoch wird immer wieder genannt, wenn es um „Helden“ der falschen Gerechtigkeit geht – der verklärte Scherge aus dem Sherwood Forrest. Robin Hood war kein Wohltäter, sondern ein Verbrecher! Einer der übelsten Gestalten der Geschichte (gesetzt den Fall, dass er tatsächlich gelebt hat). In Wahrheit war Robin Hood ein Dieb, ja sogar ein Räuber, ein Räuber in Namen des Gemeinwohls, der abscheuliche Kriminelle schlechthin.
 
Eure Gerechtigkeit heißt Neid! Das ist die Wahrheit, die vielen „Gleichmachern“ nicht passt, die jedoch sichtbar wird, sobald man ihnen die Fratzen vom Gesicht reißt. Könnten die Menschen doch nur sehen, was sich hinter dem schönen Schein versteckt, sie würden die Bösewichte schmähen, welche von der „besseren Welt“ schwafeln, die den Sirenengesang erklingen lassen und die Not der Menschen für ihre niederen, tief verderbten Pläne missbrauchen – die ausbeuten ohne Skrupel und sich dafür noch feiern lassen. Das Polikantentum ist seit jeher verderblich gewesen, doch am Unerträglichsten wird er dort, wo sich jemand auf Kosten anderer bereichert. Und das ist bei den „Gleichmachern“ ohne Ausnahme stets der Fall.
 
Geld sei nicht wichtig, hört man nicht selten einen sprechen; doch sieh dir diese Gestalten an, es sind jene, die kein Geld haben, die solchen Unsinn von sich geben – bedauernswerte Gestalten, die kläglich verzagen müssten, wenn sie der Realität ins Augen sähen – sie müssten sich den Schmerzen stellen, die sich dann einstellten. „Geld ist nicht wichtig?“, müsste man ihnen entgegenschleudern und fortfahren mit „dann gib auch noch den Rest her, du kannst ohnehin nichts damit anfangen!“ Dann würde man sehen, wie sehr diese Heuchler an ihrem Geld klammerten und nur ihre Misere überdecken wollen, um vor anderen und sich selbst besser dazustehen. Habenichts und Arme strotzen oft vor Gier nach Geld – nur von der Gier der armen Menschen wird nur selten gesprochen. Schallendes Gelächter ist es, was Cincinnatus euch, ihr Kleinen, entgegenspuckt, nicht wert seid ihr es dieselbe Luft zu atmen wie ich. „Geld macht nicht glücklich“, sprich da ein anderer. „Arm sein aber auch nicht!“, müsste darauf hart widersprochen werden und man sehe das große Lächeln auf meinem Gesicht und auf jenen Freunden, die im Geld schwimmen, die so viel haben, dass sie es in tausend Leben nicht ausgeben könnten. Eines steht jedenfalls fest: Unglücklich macht Geld auf keinen Fall. Glaubt dem alten Cincinnatus, der den Reichtum in- und auswendig kennt, der unter den Reichen und Erfolgreichen seit vielen Jahren weilte und die Wahrheit spricht – die Wahrheit und nichts als die Wahrheit – ich kann es mir leisten, das ist der Luxus meines Lebens und ich brauche niemandem nach dem Mund zu reden, muss niemandes Knecht sein.
 
Sehen wir den Tatsachen ins Auge und erkennen, dass jeder das bekommt, was er verdient. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen unserem Denken, Handeln und den Ergebnissen, die sich im Leben einstellen. Niemand ist ein Opfer, es gibt nur Freiwillige. Im 21. Jahrhundert kann man Menschen, die an ein „Schicksal“ glauben nicht mehr ernst nehmen – zu leicht durchschaut man den Schwindel dahinter, die Verantwortungslosigkeit, die hier kaschiert werden soll.
 
Eng in Zusammenhang mit Gerechtigkeit steht auch das heute so überzogene Konzept der Gleichheit. Gleichheit heißt nur zwei Dinge: 1.) Alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz und 2.) Alle Menschen sind gleich an Würde. Jede weitere „Gleichheit“, vor allem eine künstlich hergestellte faktische, ist eine Perversion, eine Entwürdigung des Menschen, seiner Leistungen und verschiedenen Talente. Faktisch sind wir Menschen völlig unterschiedlich und teilen nicht besonders viel miteinander. Nur unter Freiheitsberaubung und unter großem inhumanem Zwang kann die menschliche Natur so verbogen und verkrüppelt werden, dass es so etwas wie eine faktische „Gleichheit“ geben kann – freilich immer nur dem Anschein, nie der Substanz nach.
 
Das wahre Konzept von Gerechtigkeit besteht darin, dass jedem das Seine zustehen soll (suum quique), dass jeder nach allem und jedem in unbegrenztem Ausmaß streben kann und ihm dies auch uneingeschränkt zusteht, ohne dass andere, weder als Individuum, noch als Gruppe, noch als Staat oder sonstige Organisation ins Handwerk pfuscht. Einmischung ist Tod – nur das In-Ruhe-Lassen ist Freiheit!
 
Es wird Zeit, dass die Schwindeleien des 20. Jahrhunderts, dieses vom Kollektivismus verdorbene Säkulum, aufgedeckt und in dem Misteimer der Geschichte gekickt werden und die Wahrheit, die im 19. Jahrhundert noch sichtbar war, wieder strahlt – höher und stärker strahlt als jemals zuvor. Im 21. Jahrhundert verdienen wir die Wahrheit, verdienen wir es nicht mir mit Hirngespinsten zu leben. Die westliche Kultur ist gekennzeichnet durch die Befreiung des Individuums von der Art (von der menschlichen Rasse). Setzen wir wieder auf diesen Kurs, wie wir es jahrhundertelang getan haben, und führen zu Ende, was bis zu Beginn des 20. Jahrhundert ungebrochen war – die endgültige Geburt der Menschheit – für eine Welt des freien Individuum, das nicht der Gruppe unterliegt, das alleine von seinen Selbststeuerungsmechanismen bestimmt wird. „Gerechtigkeit“ ist nichts anderes als ein Machtinstrument des Kollektivs und der Demagogen gegenüber dem Individuum. Unter dem Namen der „Gerechtigkeit“ wird dem einen genommen und dem anderen gegeben – und das gegen den Willen des „Gebenden“.
 
Nächstenliebe ist wunderbar und sollte selbstverständlich unterstützt werden, doch wo das Geben unter Zwang oder „staatlicher Organisation“ erfolgt, dort verlieren die menschlichen Bande ihre Bedeutung, dort ersetzt ein kaltes, herzloses System („Sozialstaat“ genannt) die menschliche Wärme des Gebens, der Fürsorge und das Wohlwollens. Lassen wir das Herz sprechen, geben wir freiwillig, schaffen allen Zwang zur Verteilung und „Umverteilung“ ab! Seinen wir freie Menschen, die die staatliche Einmischung als Affront brandmarken und erkennen wir die wahre Gerechtigkeit, die dem einzelnen gibt, was das Seine ist und treten wir aller Gleichmacherei, von wem sie auch immer kommen mag, vehement entgegen! „Gebt mir die Freiheit oder gebt mir den Tod!“ Diese berühmten Worte des großen Gründungsvaters der Vereinigten Staaten, Patrick Henry, soll unsere Motto sein, unser Leitstern, den wir in hellen und in dunklen Zeiten niemals verraten.
 

Euer L. Q. Cincinnatus

Freitag, 7. November 2014

November 1989


Vom Mauerfall ist in diesen Tagen und Wochen die Rede, so sehr, dass man in manchen Dokumentationskanälen nichts anderes mehr unter die Nase gerieben bekommt. Man sieht Bulldozer, die Fertigteilbetonelemente zum umkippen bringen, jubelnde Menschen, die auf der Mauerkrone tanzen und Legionen an Trabbis, die über die zuvor mit Wachtürmen und Stacheldraht bestückten Grenzen in den Westen gelangen. So weit so gut, und so schön! Doch wo ist die Konzentration auf das Wesentliche, wo der Hinweis auf die wahre Bedeutung der Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert? Warum sind es die äußeren, sichtbaren Ereignisse, die Beachtung finden, nicht aber die tiefer liegenden Zusammenhänge?

 

Tatsache ist, dass in jener Zeit vor 25 Jahren ein morsches, im Inneren zutiefst verrottetes System implodierte, dass Jahrzehnte lange Menschenverachtung – ein staatlich organisiertes Quäl- und Zwangssystem ein Ende fand. Die Wurzeln reichten ja bekanntlich zurück in die Zeit des Ersten Weltkriegs in Russland, zu jenen Schlächtern, die voller Hass und Verachtung für den Menschen das kommunistische System aufrichteten. Russland war das erste Opfer, andere sollten bald folgen. Die tieferen Wurzeln des Verderbens reichen weit ins 19., ja sogar ins 18. Jahrhundert zurück, zu den geistigen Brandstiftern, die sich besonders in Philosophenzirkeln, unter Schreiberlingen und bei den so genannten „Sozialwissenschaftlern“ fanden.

 

Glücklicherweise konnte diese mörderische Gefahr, 1918/1919 in Deutschland vorerst noch einmal abgewendet werde – aber eben leider nur vorerst. In den folgenden Jahrzehnten konnte sich das Land nicht mehr so glücklich schätzen und der Ostteil kam überhaupt bis eben zu jenem schicksalshaften Jahr 1989 gar nicht mehr aus der Diktatur und Tyrannei heraus. Der internationale Kommunismus, die Sowjetunion und der Ostblock waren über Jahrzehnte hinweg die größte Gefahr für den Weltfrieden – diese Gefahr ist vor 25 Jahren zu einem unblutigen Ende gekommen. Etwas, dessen wir uns sehr glücklich schätzen können, denn meist sind solche historischen Veränderungen in der Vergangenheit alles andere als unblutig vonstatten gegangen.

 

Schon der große Ökonom und Nobelpreisträger, Friedrich August von Hayek wies auf die gemeinsamen Wurzeln von Sozialismus/Kommunismus und Nationalsozialismus hin. Alle fußen sie auf den gleichen „Gründervätern“. Es gehört zu den großen Mythen der Zeit, dass das NS-Regime als am entgegen gesetzten Spektrum der Politik, gegenüber der Linken, angesehen wird. In Wahrheit jedoch befinden sich beide in demselben „Lager“; der wahre Gegensatz zu Sozialismus/Kommunismus/Nationalsozialismus besteht jedoch im klassischen Liberalismus. Es wird nämlich dabei meist vergessen, dass die Achse, auf der das politische Spektrum bemessen wird, zwischen Kollektivismus (bzw. Zwang) an einen Ende und Individualismus (bzw. Freiheit) am anderen verläuft.

 

Welche Lehren sind nun aus den Ereignissen von 1989 zu ziehen?

 

  • Es gibt für das Individuum und die Freiheit des Menschen keine größere Gefahr als den Kollektivismus.
  • Die Freiheit ist ein Bestreben der menschlichen Natur – dieses Streben teilen alle Menschen weltweit.
  • Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialismus sind verwandte, totalitäre Ideologien. Der Verwandtschaftsgrad zwischen Kommunismus und Nationalsozialismus entspricht der von Brüdern, jener zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus dem von Vettern.
  • Die Gesellschaft und die Wirtschaft brauchen Freiheit zu ihrer Entfaltung. Bürokratie, Regulierungen, Pläne funktionieren nicht, setzen die Leistungsfähigkeit herab und schränken die Lebensqualität der Menschen drastisch ein. Weder Gesellschaft noch Wirtschaft dürfen vom Staat geplant werden.
  • Viele Menschen im Westen (va. die „Salonintellektuellen“) haben sich schuldig gemacht, indem sie die verbrecherischen Systeme des Ostens zumindest geistig unterstützt haben – und manche sind von diesem „Virus“ bis heute nicht geheilt worden. Es bedarf der Einsicht, dass Sozialismus und Kommunismus mit einer freien, demokratischen Gesellschaft nicht vereinbar sind.
  • Der einzig wahre Schutz für den Menschen vor dem Staat und dem Kollektiv besteht im Recht, in der Rechtsstaatlichkeit. Diese darf jedoch nicht rechtspositivistisch verstanden werden, denn damit wäre der einzelne erst Recht den Machthabern ausgeliefert, sondern hat auf unveräußerbaren, absolut geltenden Prinzipien zu beruhen, wie dies in den angloamerikanischen Ländern der Fall ist.
  • Gerade in Deutschland und Österreich muss sich der historische Horizont auf die gesamte Geschichte ausdehnen – man muss wieder ein „Gespür“ für die Bedeutung, gerade auch der eigenen Handlungen im großen geschichtlichen Rahmen entwickeln. Es ist wichtig, dass politische Entscheidungsträger beginnen über den Tellerrand hinauszublicken und nicht wie auf einen Fetisch nur auf sehr kurz, eingeschränkte Perioden der Geschichte zu blicken, sondern in Jahrhunderten (besser noch in Jahrtausenden) zu denken. Erst dann kann sich einem die wahre Bedeutung der Dinge erschießen. In diesem Zusammenhang bedarf es etwa auch im Schulunterricht eine vermehrte Konzentration auf die geschichtlichen Ereignisse nach 1945.
  • Wir dürfen uns nicht über die wahren Bedrohungen in der Welt täuschen. Menschen haben grundsätzlich eine Tendenz sich am meisten auf die Dinge zu konzentrieren, die sie in der Vergangenheit bedroht haben (vor allem solche, die noch lebende Personen selbst erlebt haben). Meist ist dies jedoch ein Trugschluss, über den man die tatsächlichen, gegenwärtigen Gefahren meist übersieht. So war etwa die größte Gefahr für Deutschland und Österreich nach dem 2. Weltkrieg nicht ein Widererstarken oder gar die Rückkehr des Faschismus, sondern der Kommunismus und der russische Imperialismus unter Stalin und seinen Nachfolgern.
  • Das „Heil“ des Menschen ist nicht durch eine bestimmte Organisation der Gesellschaft zu erreichen. Die Vorstellung die „perfekte“, gerechte Welt, in der alle in Frieden und Harmonie lebten, beruhe auf einer bestimmten sozialen Organisation und unsere Aufgabe bestünde nur darin diese zu finden, ist endgültig und kläglich gescheitert.
  • Wir müssen sehr wachsam sein, wenn es um die Verteidigung der Freiheit geht, denn diese ist heutzutage wieder, gerade in der EU, in großer Gefahr. Diese Gefahr geht wie beinahe immer größtenteils vom Staat aus, von einer Bürokratie, die über Quoten, Korruption und überbordende Regulierungen dem einzelnen immer weniger Freiheit lässt sich zu entfalten. Zudem lässt die Regelungswut den eigentlichen Sinn des Rechts immer weniger in Erscheinung treten. Gerade der Schutz des einzelnen vor dem Staat, der durch die Grundrechte gewährleistet sein sollte, wird so indirekt immer mehr ausgehebelt.
  • Es ist unverantwortlich, direkt oder indirekt, an sozialistischen Gesellschaftssystemen festzuhalten, selbst wenn man Abwandlungen von diesen vornimmt. Der Sozialismus beutet Menschen aus, er bereichert sich auf Kosten anderer.

 

 

Die wahre Freude über die Ereignisse von 1989 liegt im Zusammenbruch eines menschenfeindlichen Systems des kommunistischen Lügenregimes, des Sowjetterrorismus, und der Erkenntnis, dass es kein „Heil durch die Gesellschaft“ geben kann. Es hat sich gezeigt, dass Sozialismus nichts anderes als Ausbeutung ist. Das Paradoxon besteht allerdings darin, dass der Sozialismus vorgibt gegen Ausbeutersysteme vorzugehen - diesem Schwindel sitzen bis heute einige Zeitgenossen auf. Die Geschichte bringt die Dinge über kurz oder lang dennoch ans Licht. 1989 war ein Meilenstein in der Geschichte, ebenso wie 1945. Als solchen sollten wir ihn feiern, als Triumph der Freiheit über die Tyrannei.

 

 

L. Q. Cincinnatus

Freitag, 10. Oktober 2014

Du willst Rechte? Erfülle zuerst deine Pflichten!


Unerhört, ja zutiefst dekadent und minderwertig ist das Treiben vieler Zeitgenossen in unseren Tagen, gerade jenes der hirnverbrannten Utopisten, narzisstischer Natur, die alles für sich fordern und nichts zu geben bereit sind! Menschen, die glauben Worte seien Taten, ja diese sogar für Leistungen selbst halten, überschwemmen unser Gemeinwesen seit geraumer Zeit und selten einmal steht einer auf, um ihnen Einhalt zu gebieten. Es sind dies die niederträchtigen, tief verderbten Gestalten, die ohne Anstand, ohne Sitte und jegliches Verständnis für das Wahre, Gute und Schöne sind, die im stinkenden Sumpf des Relativismus versunken sind, den Schmutz in dem sie sich selbst befinden auf andere projizieren und vermeinen es müsse ihnen gegeben werden, ob ihrer bloßen Existenz, ob ihres puren Daseins, ohne dass dem im geringsten die Bereitschaft zur Mitarbeit auch nur im kleinsten Bereich gegenüberstünde.

 

            Zunehmend verwandeln wir uns in eine Gesellschaft der Nehmer, wobei die anderen die Melkkühle sein sollen. Doch wenn jeder jeden zu melken und missbrauchen trachtet, wer wollte dann noch von einer Gesellschaft sprechen! Kann dies noch ein Gemeinwesen sein? – Das sei ferne, nur ein Einfältiger, abgehobener vernunftloser Freigeist oder ein in den Wolken schwebender Antirealist kann zu solch einem abstrusen Schluss gelangen.

 

„Der Mensch ist des Menschen Wolf“, meinte einst der englische Philosoph Thomas Hobbes. Recht hatte der alte Brite! Doch nur die halbe Wahrheit hat er damit kundgetan – denn nur der niedere, der nicht reife Geist, der Mensch, dem jedes Feingefühl und jede soziale Eleganz abgeht, gebiert sich seinesgleichen gegenüber wie ein Wolf. Der edle, der gute Mensch, gleicht mehr dem Löwen (nicht dem Lamm; wer diesen Vergleich zog, der gehört vom Blitz erschlagen). Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das für Überzeugungen zu sterben bereit ist, das einzige, das tötet um Recht zu haben! Und doch trifft dies doch auch nur auf jene Menschen zu, denen dieses Rechthaben zur Lebensaufgabe geworden ist (Politiker, Ideologen, Fanatiker, Aktivisten aller Art und dergleichen).

 

            Wie lange noch soll dieses unsäglich treiben uns höhnen?! Wo ist die Grenze dieser hemmungslosen Frechheit und Dekadenz übelster Sorte?! Wir selbst sind zu nachsichtig gewesen, haben zumindest zugesehen oder gar jene unterstützt, die Versprechen abgegeben haben, die Menschen im Glauben bestärkt haben, dass ihr Leben vor allem darin bestünde haben zu können, was anderen gehört. So ist mancher schuldig geworden, der gute Absichten hatte, doch nicht den Verstand hatte diese auch zu Ende zu denken. Dennoch verdient er schärfsten Tadel, ob seines Handelns. Wie oft ist doch das Gegenteil vom Guten nicht das Böse, sondern das „gut Gemeinte“ gewesen?

           

            Wie sind wir so weit gekommen, dass die Tugenden, die uns einst groß gemacht haben, die uns Wohlstand, Sicherheit und ein großes Maß an Zufriedenheit beschert hatten, zu Untugenden wurden? Wie wurde Sparsamkeit durch Verschuldungswut abgelöst? Wie Enthaltsamkeit durch ausschweifenden, hirnlosen Hedonismus? Wie Disziplin durch Zügellosigkeit? Fast möchte man an eine Verschwörung glauben (nicht wenige Menschen glauben mit einer gewissen Berechtigung an eine solche Verschwörung, globaler Natur). Und doch sind die Gesetze der Natur und auch jene des Menschen dieselben wie eh und je und das Schicksal wird auch für uns bald jenes sein, das wir aus der Geschichte bei allzu vielen Völkern bereits gesehen haben.

 

            In vielen Bereichen haben die Vereinigten Staaten uns seit langem vorgemacht, was bald auch bei uns folgte. Mit einer gewissen Zeitverzögerung wirken sich oft dieselben Faktoren auch bei uns auf dem alten Kontinent aus. So erleben wir, wie in den USA ein stetiges Absinken des Niveaus des öffentlichen Schulsystems, bei gleichzeitigem Aufkommen eines privaten Schulsystems, aus dem sich zunehmend die Elite der Gesellschaft rekrutiert. Bei uns genauso wie auf der anderen Seite des Atlantiks liegen die Ursachen vor allem darin, dass die Schule Aufgaben jenseits der klassischen Bildung übernehmen muss und weniger Zeit für die Ausbildung des Verstandes übrig bleibt. So kam das amerikanische Schulsystem vor allem durch die aufgezwungene Integration von Minderheiten zu Fall, durch das Absinken von Kardinalstugenden wie Fleiß, Disziplin und dergleichen. Auch in Europa ist die Absenkungen des Niveaus der Bildung, um „kein Kind zurück zu lassen“, einer der Schlüsselfaktoren für die Degeneration des öffentlichen Schulsystems.

 

Obwohl junge Menschen immer weniger gebildet sind, vermeinen sie ihnen stünde die Welt offen und stellen hemmungslosen Forderungen. So glauben immer noch viele, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium sie berechtige höhere Gehälter und Positionen zu beziehen. Ohne Skrupel werden Forderungen aufgestellt, die in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Realität stehen. Dabei ist inzwischen erwiesen, dass gerade höhere Bildung, sofern sie keinen wirtschaftlichen Bedarf  abdeckt zu Arbeitslosigkeit führt. Nicht jeder kann für den Staat und damit auf Kosten Steuer zahlender Menschen arbeiten, denn der Staat selbst pfeift inzwischen aus dem letzten Loch (auch wenn diese selbstredend von den Politikern verschwiegen wird). Diesbezüglich hat selbst der amerikanische Präsident Barack Obama, sicherlich kein Freund von konservativen oder liberalen Werten, vergeblich versucht der amerikanischen College-Jugend ins Stammbuch zu schreiben, dass sie nicht in einer „Entitlement-Society“ lebten, sondern sich fragen müssten, was sie selbst zu bieten hätten, bevor sie glaubten an den Fleischtöpfen sitzen zu können.

 

            Wie schlimm es mit diesem Rechte- und Pfründeverschaffen gekommen ist, kann man besonders gut an den diversen Lobbys sehen, wobei die wirtschaftlichen Lobbys zwar jene sind über die am meisten geschimpft wird, die aber in der Praxis nicht die schlimmsten sind. Die schlimmsten sind jene, die selbst nichts produzieren und vollständig von Spenden  abhängig sind, die nur aufgrund von sozialen und psychologischem Druck existieren können (hauptsächlich NGOs, Initiativen etc.), all jene, die keine Leistung erbringen, aber von den Leistungen anderer abhängen. Einstmals hatte man die Gefahr von Monopolen erkannt und auch wirksame Schritte dagegen unternommen. Doch heute wurden die einstmaligen Monopole längst durch das abgelöst was wir als „Lobbyismus“ kennen. Doch diese Hydra ist weitaus schwieriger zu bekämpfen, als der alte Monopolismus, der heute nur noch in den Museen der Industriegeschichte zu bestaunen ist.

 

            An den Kopf möchte man sich greifen, meine lieben Freunde, und doch wissen wir alle dass das Denken alleine keinen weiter bringt, sofern er nicht in der Lage ist auch zu handeln. Man sollte denken, bevor man handelt, das ist richtig, doch was man verschweigt ist, dass das Denken ohne konkrete Handlungsmöglichkeit schal wird. Drum denkt immer daran auch etwas zu tun und es nicht bei der Entrüstung zu belassen; damit würdet ihr eure Energie letztlich nur gegen euch selbst richten.

 

Im Leben geht es ums Geben, nicht ums Nehmen! Von jeher wussten das die Großen und Erfolgreichen aller Zeiten.  Wer nehmen will, der hat sich dies zuerst durch das Geben zu verdienen. Nichts auf der Welt gibt es umsonst, es gibt kein „Freibier“, für niemanden! Und will einer doch jemandem etwas „gratis“ verschaffen, dann hat ein anderer dafür den Preis zu bezahlen und nur allzu selten hat dieser „Zahlmeister“ freiwillig seine Einwilligung in diesen Akt der Enteignung gegeben. Im Ergebnis beutet des einen Recht beinahe immer eines anderen Pflicht! „Umverteilung“ ist stets Ausbeutung, Ausbeutung jener, die etwas haben zugunsten jener, die nichts haben. Zu geben ist wichtig und menschlich, doch organisiertes Geben, ohne Zustimmung des Gebers, ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit! Nichts anderes ist der Sozialstaat, vor allem jener europäischen Musters.

 

            Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Nun, unsere Politiker glauben sie hätten es, zumindest glauben sie sie könnte sich solches in beinahe unbegrenzten Mengen beschaffen. Erschreckend ist etwa, was in Österreich kürzlich publik wurde. Durch eine Umstellung der Berechnung der Staatsschulden wird der Schuldenstand der „Republica Austriaca“ bald etwa 90 Prozent des BIP betragen. Ist das die ganze Wahrheit? Natürlich nicht! Wie wird die Staatsschuld überhaupt berechnet? Warum berechnen wir diese in Bezug auf das Gesamteinkommen der Bevölkerung und nicht in Bezug auf die Einnahmen des Staates? Die Schulden Österreichs in Bezug auf die jährlichen Staatseinnahmen sind dreimal höher! Doch der Staat bezieht sich auf die gesamte Arbeitsleistung seiner Bevölkerung (aller Individuen und Betriebe; der Staat selbst verbraucht ja nur, erschafft aber nichts). Welchen Schluss sollen wir daraus ziehen? Meine lieben Mitbürger ist euch klar was das bedeutet?! Der Staat glaubt offensichtlich, dass nicht er selbst notfalls für die Staatsschulden aufkommen muss, sondern ALLE Staatsbürger! Unser aller Einkommen und Vermögen scheint für den Staat potenziell seinem Zugriff zu unterliegen und ebenso sehen es wohl auch die Gläubiger! Unter normalen wirtschaftlichen Voraussetzungen würde ein Staat dessen Schulden etwa das Dreifache seiner Einnahmen betragen keinen Kredit mehr eingeräumt bekommen. Nur unter der Voraussetzung, dass auf ein viel größeres Vermögen zugegriffen werden kann, ist eine solche Kreditgewährung zu verstehen. Und sowohl der Staat als auch seine Gläubiger wissen dies ganz genau, doch den Bürgern wird dies tunlichst verschwiegen. Wacht auf meine Freunde, seht wozu dieses System zwangsläufig führen muss!

 

            „Meine Damen und Herren, die Kassen sind leer, die Party ist vorbei!“ Das wäre die ehrlichste Antwort, die ein Finanzminister heute seiner Bevölkerung geben könnte. In Österreich würde sich dazu der Nationalfeiertag am 26. Oktober anbieten – der neue Finanzminister Schelling, der ja keine Schuld an der finanziellen Misere der Alpenrepublik trägt, könnte reinen Tisch machen und mit einer ehrlichen Rede an die Nation einen heilsamen Schock auslösen, der den Beginn eines neuen Zeitalters einleiten könnte. Doch damit ist der alte Cincinnatus wohl viel zu optimistisch, ein solches Szenario auch nur in seiner Vorstellung in Erwägung gezogen zu haben. Die Fakten werden das Notwendige erzwingen, denn der Mensch handelt wenn er muss, nicht wenn er soll! Darin sind Politiker nicht anders als gewöhnliche Staatsbürger.

 

 

Euer L. Q. Cincinnatus

Mittwoch, 10. September 2014

Gedanken zur aktuellen weltpolitischen Lage

Wenn der Mensch keine oder nur geringe Probleme hat, dann sucht er sich eben welche. Diese alte Einsicht scheint zur Zeit auf die "westliche Welt" mehr zuzutreffen, denn je. Und doch gibt es auch eine andere Weisheit zu beachten, nämlich jene die Probleme der Welt, bzw. der anderen, nicht zu den eigenen zu machen. Hiergegen wird ohnehin permanent verstoßen, gerade unter dem Einfluss der modernen Medien und aller unterbeschäftigten "Weltverbesserer", die arbeitslos wären, wenn wir nicht unserer Schwäche nachgäben und ihnen unsere Ohren liehen. Viele Probleme existieren überhaupt nur deshalb, weil wir gestatten, dass andere ihre Gedanken in unserem eigenen Geist festsetzen und somit Dinge, die uns im Grunde nicht tangieren zu den unseren werden. Probleme anderer zu den eigenen werden zu lassen dient niemandem, die Welt wird dadurch nicht im Geringsten zu einem bessern Ort - ganz im Gegenteil verschlechtert sich dadurch die Gesamtsituation, ganz zu schweigen davon, dass ein solches Verhalten einen Beweis dafür liefert, dass die geistige Disziplin nicht besondersgut ausgebildet ist.

Zwar sollten wir nicht so weit gehen, wie jener alte Wiener Aphorismus, der sehr treffend das Stammesdenken und -fühlen des Menschen ausdrückt, als hunderte von Seite an "gelehrten" Büchern: "Mir san mir und de andern san deppat!". Trotzdem dürfen wir niemals vergessen, dass solche Dinge wie "wichtig" oder "unwichtig" niemals objektive Kriterien sind, sondern immer von den Umständen und hier vor allem von den Umständen des Individuums abhängen. Niemand kann uns sagen, was für uns persönlich relevant ist oder nicht, solches können wir nur immer selbst beurteilen (die Nachrichten in Zeitung, Funk oder Fernsehen sind für den Durchschnittsmenschen meist völlig irrelevant, obwohl er sie ständig konsumiert und ihm eingeredet wird, sie seien für ihn "wichtig"). Und sollte uns ein Zeitgenosse über den Weg laufen, der behauptet zu wissen, was wichtig und gut oder schlecht für uns sei, so sollten wir eine Schritt zurücktreten, ein Lächeln aufsetzen und uns unseren Teil denken - argumenteiren ist ohnehin kaum das Richtige in einer solchen Situation.

Der heutige Eintrag ist wieder ziemlich abstrackt geworden, doch gerade darin liegt seine besondere Bedeutung, für den der ihn fassen kann! Ich könnte an dieser Stelle natürlich des Langen und Breiten darüber schreiben, dass in der Ukraine längst ein Bürgerkrieg tobt, ein Schlachtfeld, auf dem außerukrainische Parteien ihre Interessen wahrzunehmen versuchen (wie etwa in Deutschland währen des Dreißigjährigen Krieges) oder über den Nahen und Mittleren Osten, Syrien, den Irak, die "ISIS" oder den wieder einmal entflammte Konflikt zwischen in den Israelis und den Palästinensern. Doch darüber wurde und wird an vielen anderen stellen geschrieben (in der Regel ohne wirkliches Informations- oder Aufklärungsinteresse oder Verstehen der tieferen Zusammenhänge!). Doch meine Absicht ist nicht den Menschen zu sagen, wie sie zu denken haben, sondern sie anzuregen ihren eigenen Geist autonom zu gebrachen. Man nenne mich dafür eine Phantasten, einen Aufklärer alten Schlages (im Sinne des 18. Jahrhunderts - wie Kant, Lessing, Voltaire, Diderot et. al.), doch es gibt Dinge, die nicht zeitgebunden sind und der Gebrauch des eigenen Verstandes gehört mit Sicherheit dazu.

Ein Kennzeichen eines souveränen Menschen besteht auch darin sich durch den Trubel, der ihn umgibt nicht verrückt machen zu lassen und nicht zu versuchen zu ändern, was nicht zu ändern ist. Es ist die unglaubliche Fähigkeit selbständig zu denken, die uns von Gott (oder wenn man nicht an einen solchen glaubt, an das Universum oder den "heiligen" Zufall glaubt) gegeben wurde, und die uns dazu befähigt klügere Entscheidungen zu treffen, als all jene, die sich nur von ihren unreflektierten Emotionen leiten lassen; Genau das macht jedoch das wahre Menschsein aus. Seien wir nicht tierisch, seine wir ganz Mensch, gebrauchen wir unsere Vernunft! (nicht nur die Intelligenz, denn eine solche haben die Tiere auch!)

Das sind einige Gedanken zum "Drüberstreuen" - von Eurem Sokrates. Möget ihr alle euren Frieden in Euch selbst und nicht in der Welt finden!