Mittwoch, 4. Juni 2014

Die ungezügelten Zungen


xDes Menschen Zunge kann ein wahres Ungeheuer sein, vor allem in stark emotionalisiertem Zustand. Nur allzu leicht gibt einer Preis,was nie über die Lippen hätte kommen sollen. In der Welt der Macht ist Selbstkontrolle und damit auch die Kontrolle der eigenen Worte essentiell. Wie oft verlor ein aufstrebender Hoffnungsträger alles, weil eine einzige falsche Äußerung in die Welt drang?! Auf der anderen Seite machte mancher Karriere, weil er nie seine wahren Gedanken preisgab. Was in der menschlichen Kultur seit jeher galt, gilt in unserer Zeit umso mehr. Zensur herrscht auch bei uns seit eh und je und je mehr die Welt vom Konkreten zum Abstrakten sich wandelt, desto häufiger und wirksamer wurden auch die Täuschungen, denn mit Worten zu täuschen ist ein Leichtes, umso weniger die Taten Beachtung finden - je mehr dem Wort gefolgt wird, weil es mir der Realität verwechselt wird, umso mehr hängen Erfolg und Misserfolg von der Beherrschung der Sprache ab. Dies ist in der Geschichte der Menschheit wohl noch nie so weit gekommen, wie in unserer Zeit. Wer die Sprache beherrscht, für den leben wir in goldenen Zeiten, wer nicht weiß welche Sprache bei seinen Mitmenschen angemessen ist, der findet sich heutzutage auf verlorenem Posten wieder.

I. DAS "OPFER" DER TUGENDHERRSCHAFT
Lange schon war er vielen ein Dorn im Auge gewesen. Streitbar, vor allem im eigenen Printmedium "Zur Zeit" und auf seiner Internetseite, bildete er ein Bollwerk gegen den modernen Mainstream, gegen die "linke Jagdgesellschaft" und gegen den überall um sich greifenden Sittenverfall, so wie er ihn wahrnahm: Andreas Mölzer, langgedientes Mitglied der Freiheitlichen Partei Österreichs und Abgeordneter zum Europäischen Parlament. Im Jahr 2014, einige Monate vor der EU-Wahl, die am 25. Mai stattfand, schossen sich die (anderen) Medien auf ihn ein: Mölzer hatte die EU als "Negerkonglomerat" bezeichnet und das in einer öffentlichen Politdiskussion. Plötzlich tauchten Artikel auf, die Mölzer bereits vor Jahren geschrieben hatte, die als fremdenfeindlich und rassistisch dargestellt wurden. So soll Mölzer etwa den österreichischen Nationalspieler schwarzafrikanischer Herkunft, den Fußballer David Alaba, als "kohlrabenschwarzen" Österreicher bezeichnet haben. Nun war das Fass offensichtich zum Überlaufen gebracht worden und nach einer Unterredung Mölzers mit seinem Parteichef Heinz Christian Srache, trat Mölzer als Spitzenkandidat der FPÖ für die EU-Wahl zurück und zog sich sogar aus der Politik ganz zurück, um sich völlig dem Jounalismus zu widmen. Er bezeichnete sich als Opfer, bereute nichts und gab an zum Schutze der Partei zurückzutreten, er selbst habe sich nichts vorzuwerfen.

II. INTERPRETATION
Jede Gesellschaft kennt einen Mainstream, eine "Bahn" mit strickten Grenzen dessen, was als akzeptabel gilt - alles war außerhalb davon liegt wird zensuriert, um den Abtrünnigen zur "Herde" zurückzuführen. Freilich ist dieser Spielraum je nach Gesellschaft größer oder kleiner, jedoch gibt es keine Gesellschaft, die dem einzelnen völlige Freiheit einräumen würde, alles zu meinen und alles zu äußern. Künstler und Personen, die über Macht, Ansehen oder ein gewisses Charisma verfügen, haben dabei einen größeren Spielraum, als der durchschnittliche Bürger, doch auch diese Personen unterliegen noch gewissen Grenzen. Zu glauben man könne sich in der Öffentlichkeit auf jedmögliche Art benehmen, ist naiv. Wer gegen diesen Grundsatz verstößt beweist damit ein Unverständnis der Funktionsweise der menschlichen Gesellschaft oder bloße Sturheit, die in der Regel nichts anderes ist, als eine Form von Arroganz oder Unhöflichkeit. Authentizität ist eine gute Sache aber nur insofern, als sie keine Verletzung der anderen darstellt. Mölzer hatte eindeutig hiergegen verstoßen und mehr als seine Wortwahl ist die Art und Weise wie er seine Aussagen dargestellt hatte negativ aufgefallen. Dies hatte ihn letztlich sein Amt gekostet. In der Politik dienen Worte dazu Taten zu verschleiern oder zu beschönigen, wer Worte dazu verwendet seiner Gereiztheit Luft zu machen, der muss die Konsequenzen dafür tragen.

Wichtig ist hier auch anzumerken, dass nicht so sehr der Inhalt von Worten den Effekt bei anderen aulöst, sondern vielmehr die Art und Weise, wie diese geäußert werden. Eine Aussage wird kaum einmal neutral aufgefasst, sie wird immer in einen Kontext gesetzt und diesen Kontext zu beherrschen ist ein wesentliches Element der Macht. Ebenso sind es nur sieben Prozent (!) der Wirkung von Worten, die sich aus dem Inhalt ergeben, 56 Prozent des Effekts macht die Körpersprache und 37 Prozent der Tonfall, Sprechtempo und dergleichen aus. Wer diese Fakten übersieht, braucht sich über den fehlgeschlagenen Effekt seiner Worte nicht zu wundern. Gerade Intellektuelle neigen dazu den Inhalt überzubewerten und sind überrascht, dass die Menschen scheinbar so ignorant sind und nicht hören wollen.

Zwei weitere Beispiele für öffentliche Äußerungen aus der jüngsten Vergangenheit, die sehr unklug gemacht wurden, waren jene von Angelika Mlinar und Fritz Amann. Mlinar war die Spitzenkandidatin der NEOS für die EU-Wahl 2014 in Österreich. Sie sprach sich offen für die Abschaffung der Bundesländer aus und für die "Vereinigten Staaten von Europa". Wer die Zustimmung zu den Bundesländern in Österreich kennt, vor allem im Westen, konnte sich nur an den Kopf greifen, wie jemand, der um ein politisches Amt kandidiert solches öffentlich äußern konnte. Fritz Amann, der Vizepräsident der Wirtschaftskammer, musste im Mai 2014 zurücktreten nachdem er die vielen Einpersonenunternehmen (EPUs), die einen Großteil der Unternehmen in Österreich ausmachen, als "Tagelöhner" bezeichnete. Er wies damit auf die prekäre finanzielle Situation vieler solcher Unternehmen hin. So recht er in der Sache in vielen Fällen auch hatte, durch seine Wortwahl
und die Verallgemeinerung wurde er zum Bösewicht abgestempelt, denn die Aussage wurde als Beleidigung einer ganzen Berufsgruppe aufgefasst. Noch ist die Gesellschaft und die Menschheit als ganzes nicht reif genug, um dem Individuum so weit zu vertrauen, dass keine seiner Gedanken und Worte mehr eingeschränkt und/oder mit Sanktionen versehen wird. Es bleibt zu hoffen, dass mit einem höheren Reifegrad hier eine größere Gelassenheit eintritt und anstelle des Misstrauens das Vertrauen in das Individuum und seine Fähigkeiten Platz greift.

III. LEHREN
* Denken kann man, was man will, doch in der Öffentlichkeit sollte man wie die Mehrheit, bzw. die anderen, sprechen. Auf dem Marktplatz

benimmt und spricht auch der Weise wie der gewöhnliche Mensch.
* Seine wahre Meinung zu verbergen ist ein Zeichen großer Klugheit.

* Wer seine Zunge nicht zügeln kann, wer seine Gefühle nicht beherrschen kann, wird im Kampf um die Macht nicht den Sieg davontragen, sondern untergehen.

* In der Politik kommt alles darauf an akzeptable Erklärungen für seine Handlungen zu finden, dann kann man fast alles tun.

* In der Politik dienen Worte zur Verschleierung und Tarnung von Maßnahmen. Worte werden für realer gehalten als die Taten. Deshalb funktioniert Politik genau in der Form, wie wir sie in vielen Teilen der Welt heute sehen und erleben.

Montag, 2. Juni 2014

MANIFEST DER FREIHEIT

I. GRUNDSÄTZLICHES


Artikel 1
Die Freiheit ist der höchste aller Werte; sie geht jedem anderen Wert, auch jenem der Demokratie, vor. Nichts ist wichtiger als der Mensch und zwar der Mensch als Individuum.

Artikel 2
Freiheit ist der stärkste Wunsch des Menschen. Sie ermöglicht überhaupt erst die Moral.


Artikel 3
Die größte Freiheit von allen ist es in Ruhe gelassen zu werden. Dieses In-Ruhe-Gelassen-Werden ist unbedingt zu schützen. Staat und Gesellschaft haben sind primär an diesem Grundsatz zu orientieren.
 
Artikel 4
Der Verzicht auf die Freiheit ist unzulässig. Der Verzicht auf die Grundrechte ist unzulässig.


Artikel 5
Jeder Mensch ist als Individuum und nicht als Teil einer Gruppe zu behandeln. Quoten, Verallgemeinerungen und dergleichen sind unzulässig.

Artikel 6
die Freiheit des Individuums ist derart wichtig, dass sie auch über der Mehrheitsbeschlüsse, dem Staat und dem Individuen selbst steht.

Artikel 7
Jeder Mensch ist frei nach seinem Gewissen zu handeln, niemand darf diesbezüglich behindert werden.

Artikel 8
Jede Meinungsäußerung, egal welchen Inhalts, auch die empörenden und unerträglichen Meinungen, müssen vollumfänglich zulässig sein. Die einzige Ausnahme bilden Meinungsäußerungen die unmittelbar Gewalt gegen eine Person, Personengruppe oder Organisationen zum Ziel haben. Die Meinungsfreiheit ist Ausgangspunkt aller Freiheit und deshalb besonders zu schützen und zu achten.


Artikel 9
Die Würde des Menschen ist unveräußerbar und unteilbar. Niemand kann ihrer verlustig werden.


Artikel 10
Das Schicksal des Menschen wird von drei Faktoren bestimmt: Genetische Grundausstattung, Erziehung und Kultur, sowie dem freien, autonomen Selbst. Das autonome Selbst ist vor der Gesellschaft und dem Staat zu schützen. Die genannten drei Faktoren bilden die Grundlage für die Unterschiedlichkeit der Menschen untereinander. Diese Unterschiedlichkeit ist zu begrüßen und alle Versuche der Nivellierung und Vereinheitlichung der Menschen, welcher Art auch immer, sind abzulehnen.

Artikel 11
Die Gleichheit der Menschen besteht in der Gleichheit vor dem Gesetz und der Gleichheit an menschlicher Würde. Jede weitere durch Staat oder Gesellschaft anzustrebende Gleichheit ist eine Verletzung der Einzigartigkeit des Menschen und deshalb unzulässig. Die Lösung der Probleme der Welt und des Menschen liegen im Menschen selbst, von ihm hängt alles ab. 

Atikel 12
Das Vertrauen in den Menschen und seine Kräfte ist Grundvoraussetzung für Moral, Glück und Freiheit. Deshalb sind pessimistische und gegen den Menschen gerichtete Anschauungen schädlich.

Artikel 13
Die Fähigkeit des Menschen eingenständig zu denken ist die Quelle allen Fortschritts und des persönlichen Glücks. Behinderungen dieses Denkens sind unzulässig.

Artikel 14
Das menschliche Leben genießt absoluten Schutz. Die Todesstrafe, sowie die Verhinderung menschlichen Lebens sowohl vor als auch nach der Geburt ist unzulässig.

Artikel 15
Über die privaten Angelegenheiten weiß niemand besser Bescheid als das Individuum selbst; deshalb ist es in all seinen privaten Angelegenheiten autonom und niemandem gegenüber verantwortlich.

Artikel 16
Selbstverantwortung und Mündigkeit sind die Fundamente einer starken Bürgergesellschaft. Nur durch sie, nicht durch Abhängigkeiten irgendwelcher Art, kann ein prosperierendes Gemeinwesen erlangt werden.

Artikel 17
Das Heil liegt weder im Staat, noch in der Gesellschaft, sondern ausschließlich in der endgültigen Entfaltung des Einzelnen als vollmenschliches Wesen.

Artikel 18
Der Mensch verfügt über Selbstregulierungskräfte, die nur in völliger Freiheit zur endgültigen Blüte gelangen können. Der Mensch braucht weder staatliche Bevormundung noch den Zusammenschluss mit anderen, um dies zu erreichen.

Artikel 19
Die Freiheit ist keine Ideologie, sondern der Kern der menschlichen Natur selbst. Deshalb ist die Unterdrückung der Freiheit gleichbedeutend mit der Unterdrückung des Menschseins.

Artikel 20
Jede andere nicht schädigende Tätigkeit und Handlung, welcher Art auch immer, ist zulässig. Wer Schädigung behauptet, hat diese zu beweisen, andernfalls ist ihre Anerkennung abzulehnen. Eine Beweislastumkehr ist ausgeschlossen.

Artikel 21
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Darunter ist der individuelle, nicht der kollektive Wille zu verstehen.


II. EIGENTUM & STEUERN


Artikel 22
Das Privateigentum ist die Grundlage der individuellen Freiheit. Seine Einschräkung ist grundsätzlich unzulässig.

Artikel 23
Freiheit bedarf eines gewissen materiellen Wohlstandsniveaus, um schlagend zu werden. Die Erreichung dieses Niveaus obliegt dem einzelnen. Der Staat und die Gesellschaft haben das Individuum in keiner Weise in seinem Glücksstreben, auch in dessen materiellen Aspekten, zu behindern. Das Streben nach Reichtum und Glück ist zu fördern und alles zu unterlassen, was dem Erwerb von Vermögen hinderlich ist.

Artikel 24
Steuern habe die ausschließliche Aufgabe dem Staat Einnahmen zu verschaffen. Eine weitere Funktion von Steuern und Abgaben, wie etwas Steuer- und Lenkungseffekte, sind unzulässig.

Artikel 25
Steuern, die den Bestand von Vermögen schmälern sind unzulässig. Lediglich auf Vermögenszuwächse dürfen Steuern erhoben werden.

Artikel 26
Die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist unzulässig.



III. GESELLSCHAFT


Artikel 27
Ein jeder Mensch ist anderen nur insofern verantwortlich, als in deren Lebensbereich eingegriffen wird. Über sich selbst, in all seinen Bereichen, sowie über all sein Vermögen herrscht das Individuum uneingeschränkt.

Artikel 28
Zentraler Wert der Gesellschaft hat stets die Freiheit des Individuums zu sein. Diese Freiheit steht auch über dem Bestand der Gesellschaft selbst.

Artikel 29
Die verpflichtende Mitgliedschaft in Organisationen und Verbänden aller Art (öffentlicher oder privater Natur) ist unzulässig. Niemand darf gezwungen werden in Kammern, Berufsverbänden und dergleichen Mitglied zu sein.

Artikel 30
Der Mensch soll zwar ermutigt werden zum Gemeinwohl beizutragen, ein Zwang diesbezüglich ist jedoch unzulässig. Regelungen, die den einzelnen gegen seinen Willen einem Kollektiv, und sei es auch zu dessen Nutzen, unterwerfen, sind unzulässig. Dasselbe gilt für Organisationen aller Art.

Artikel 31
Der einzelne ist sowohl vor dem Staat, als auch vor der Gesellschaft, insbesondere vor der öffentlichen Meinung, zu schützen. Es muss Sorge dafür getragen werden, dass die öffentliche Meinung nicht ohne den freien Willen des Individuums Einfluss auf dessen Schicksal und Leben nimmt.

Artikel 32
Die ideal Gesellschaft ist jene, in der das Ausmaß der Freiheit jedes einzelnen Individuums jenem eines absolutistischen Herrschers entspricht.

Artikel 33
Die ideale Gesellschaft ist eine in der gegen niemanden Herrschaft ausgeübt werden kann. Willensbeugung aller Art ist unzulässig. Niemand darf über einen anderen, gegen dessen Willen, Herrschaft ausüben. Selbst wenn die Zustimmung zur Herrschaft durch einen anderen vom einzelnen gegeben wird, hat das beherrschte Individuum jederzeit und ohne Angabe von Gründen die Möglichkeit seine Zustimmung zu entziehen. Verträge, die anderes bestimmen sind ungültig. Institutionalisierte Herrschaft ist unzulässig.



 IV. STAAT


Artikel 34
Der beste Staat ist jener, der das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl an Menschen ermöglicht. Die Verantwortung für das Glück trägt der einzelne. Dem Staat kommt nur insofern eine Verantwortung diesbezüglich zu, als er das Streben nach Glück und Reichtum nicht behindert oder gar verunmöglicht.

Artikel 35
Die Funktion des Staates besteht ausschließlich im Dienst am Bürger, nicht in der Herrschaft über diesen (weder direkt noch indirekt).

Artikel 36
Der Endzweck des Staates besteht in seiner Überwindung und Abschaffung durch die Gemeinschaft freier Bürger.


Artikel 37
Der Staat ist ein notwenidiges Übel, das im jetzigen Stadium der Gesellschaft und Menschheitsentwicklung noch notwendig ist. Langfristig ist eine freie Gesellschaft mündiger Bürger anzustreben, die den Staat überwindet.

Artikel 38
Das Recht des Staates und der Gesellschaft Herrschaft auszuüben ist jedenfalls ein Unrecht. Der demokratische Rechtsstaat hat kein besseres Recht diesbezüglich als die Despotie oder die Tyrannei. Die Herrschaft von Staat und Gesellschaft über den einzelnen ist unzulässig (lediglich als temporärer Übelzustand zu dulden).Niemand darf irgendjemandem vorschreiben, wie er zu laben hat, kein Individuum, keine Gruppe, keine Organisation, die Gesellschaft als ganzes und auch der Staat nicht.

Artikel 39
Rechtsstaatlichkeit ist besser als Willkürherrschaft, doch auch sie ist ein Unrecht in Anbetracht der menschlichen Natur. Keine Art Fremdherrschaft kann je als gutes Recht betrachtet werden. Die einzige legitime Herrschaft ist die Herrschaft des Individuums über sich selbst. Jede Art von Zwang, der auf einen anderen gerichtet wird, ist Unrecht, auch wenn er auf Grundlage von Gesetzen erfolgt. Die ausschließliche Selbstherrschaft und die völlige Beseitigung von nicht individuell gewünschter Fremdherrschaft, ist die einzige Möglichkeit der vollständigen Entfaltung der menschlichen Natur. Der Rechtspositivismus muss überwunden werden.

Artikel 40
Der Staat ist Richtlinien- und Rahmengeber, jedoch weder aktiver Gesellschafts- noch Wirtschaftsgestalter. Es ist unzulässig, dass der Staat als Wirtschafts- und Gesellschaftsmacher auftritt.

Artikel 41
Den Staat nötig zu haben ist mit der Würde des Menschen nicht vereinbar. Der Staat ist eine Übergangslösung bis zur endgültigen Vervollkommnung der Menschheit. Er ist jedoch in jedem Fall so lange ein Übel und nicht als Heil zu betrachten.

Artikel 42
Die Gesamtsumme aller direkten und indirekten (z.B. durch Auslagerungen in Gesellschaften) staatlichen Verbindlichkeiten darf ein Drittel des jährichen Volkseinkommens nicht überschreiten.

Artikel 43
Der Staat hat für eine Grundversorgung der Bürger Sorge zu tragen. Dabei darf jedoch die Eigeninitiative nicht behindert werden.

Artikel 44
Die Überwachung der Bürger, insbesondere im privaten Leben, ist unzulässig.


Artikel 45
Der Staat hat sich weltanschaulich völlig neutral zu verhalten und in keinem Fall eine Gruppe im Zugang zur Gesellschaft zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Unzulässig ist es auch irgendeine Gruppe vom gesellschaftlichen Disput auszuschießen (eine Vorselektion zu treffen).


V. ERZIEHUNG


Artikel 45
Die Erziehung und Ausbildung von Kindern ist Privatsache. Das Schulsystem hat privat organisiert zu sein und die freie Wahl unter den Anbietern darf niemandem verwehrt oder eingeschränkt werden. Die Schulpflicht besteht in neun Jahren Ausbildung. Zum Zweck der Finanzierung sollen Gutscheine (Voucher) des Staates an die Schulpflichtigen vergeben. Die Einlösung dieser Gutscheine obliegt alleine den Schulpflichtigen. Das Höhere Schulwesen, sowie das Universitätswesen sind analog dazu zu organisieren.

Artikel 46
Bildung gilt als zentrale Aufgabe der Gesellschaft. Um einseitige Beeinflussung zu verhindern und die Individualität zu fördern sind die Lerninhalte, über ein gewisses Mindestmaß an allgemeinem Standard hinaus von den Schulbetreibern frei anzubieten. Niemand darf gezwungen werden Lerninhalte, die seiner Weltanschauung, seinem Glauben oder sonstigen Vorstellungen widersprechen anzunehmen. Die Förderung der Bildung bezieht sich auf alle Lebensalter gleichermaßen.


VI. WIRTSCHAFT


Artikel 47
Wirtschaft ist grundsätzlich Privatangelegenheit. Alle über die absolute Daseinsvorsorge hinausgehende wirtschaftliche Tätigkeit des Staates ist unzulässig. Auch die Beteiligung an privaten Unternehmungen ist dem Staat untersagt.

Artikel 48
Die Produktivität ist die Quelle allen Wohlstandes. Es sind alle Maßnahmen zu unterlassen, die die Produktivität behindern. Auf der anderen Seite ist die Produktivität in jeder Weise zu fördern. Im 21. Jahrhundert betrifft dies vor allem die Steigerung der Produktivität der Geistesarbeiter/Wissensarbeiter (siehe Peter Drucker).

Artikel 49
In die Mechanismen des Marktes und der Wirtschaft hat der Staat grundsätzlich nicht einzugreifen. Einschränkungen sind nur dort zulässig, wo der Wettbewerb behindert wird oder die Macht des einzelnen Wirtschaftssubjektes das Aufkommen von Mitbewerbern de factor verunmöglicht.

Artikel 50
Neben der Produktivität ist vor allem die Innovationsfähigkeit zu fördern.


Artikel 51
Der Staat ist unfähig die kurzfristige Entwicklung der Wirtschaft zu steuern (das "Wetter"); seine Aufgabe besteht deshalb lediglich darin für langfristiges Wachstum zu sorgen (das "Klima").


VII. WISSENSCHAFT & FORSCHUNG


Artikel 52
Wissenschaft und Technik sind die Quellen der Naturbeherrschung und damit der stetigen Verbesserung des menschlichen Lebens. Deshalb hat die Gesellschaft große Anstrengungen jeder Art in diesem Bereich zu unternehmen. Um die Natur zu beherrschen, muss man ihren Gesetzen folgen,
ihre Wirkungsweisen verstehen und zu diese unseren Gunsten zu nutzen lernen. Diese Bestrebungen dürfen in keinem Bereich behindert werden.

Artikel 53
Wissenschaft und Forschung, nicht Aktionismus, Polikantentum und dergleichen, sind die Schlüssel zu einer intakten Umwelt und einem dauerhaft lebenswerten Leben, auch für unsere Nachkommen. Umweltschutz ist deshalb in erster Linie Angelegenheit der Wissenschaft.

Artikel 54
Die Einschränkung von Wissenschaft und Technik, egal welcher Art, ist unzulässig.



VIII. FRIEDEN
Artikel 55
Die Gesellschaft hat sich der Vermeidung von Krieg zu verpflichten. Frieden ist eine zentrale Voraussetzung für die individuelle Freiheit.


Stand: 2. Juni 2014

Dienstag, 27. Mai 2014

Produktivität - Basis allen Wohlstandes

xÜber den größten Teil der dokumentierten Geschichte der Menschheit hinweg war es ausgemachte Sache, dass eine Steigerung der menschlichen Arbeitsergebnisse ausschließlich  durch zwei Faktoren erzielt werden könne: 1. Zeit und 2. Intensität. Über die Jahrtausende hinweg war scheinbar jedem klar, dass ein Mehr an Ergebnissen nur durch härteres und längeres Arbeiten erreicht werden könne. - Und dann kam das Ende des 19. Jahrhunderts ein genialer amerikanischer Forscher warf dieses Paradigma über den Haufen und öffnete der Menschheit die Augen: Frederic Winslow Taylor. Erstaunlich ist allerdings, dass sich seine Erkenntnisse außerhalb des Wirtschaftslebens noch nicht so sehr durchgesetzt haben und zum Allgemeinwissen geworden sind. Die Rede ist von der Management-Revolution und der beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg und der enormen Wohlstandsteigerung, die sich seit  Beginn des 20. Jahrhunderts ergeben hat.

Die klassischen Wirtschaftwissenschaftler von Smith über Say, von Ricardo über Marx waren sich einig darüber, dass nur intensiveres und längeres Arbeiten zu einer Steigerung der Arbeitsergebnisse führen könne. Nachdem aber sowohl die Kraft des Menschen, als auch die Zeit begrenzte Güter sind, so findet die maximale Leistung, die eine Wirtschaft oder auch ein Unternehmen erbringen kann, seine absoluten Grenzen. Und tendenziell scheint nach dieser Ansicht eine Steigerung von Ergebnissen uns insbesondere der Gewinne nur durch Schinderei der arbeitenden Bevölkerung zu funktionieren. Die Geschichte scheint dieser Ansicht entgegen zu kommen, von der Errichtung der Pyramiden im alten Ägypten über die indiansichen Bergarbeiter in Peru, die unter den Conquistadores schufteten bis zur Kinderarbeit in Europa zu Beginn der Industriellen Revolution gab die Erfahrung den Pessimisten recht, die die traditionellen Wirtschaftssysteme anprangerten. Unter diesen Umständen schien die Kollektivierung der Produktionsmittel und die Veränderung der Gesellschaft durch die Machtübernahme  des Proletariats eine logische Folge, nur eine Frage der Zeit zu sein. Nun, seit Marx sind mehr als 130 Jahre vergangen und die "Proletarische (R)evolution" hat noch immer nicht stattgefunden. Nur die wenigsten sind heute noch von der Illusion befallen, dass sie doch noch kommen würde. Das Warten auf Godot ist eben eine Sache, die den meisten Menschen Passion nicht ist.


Die Antwort darauf, warum diese Revolution nicht stattgefunden hat, ist im Grunde nicht schwer zu geben: es handelt sich um die enorme Produktivitätssteigerung, die sich seit Marx ergeben hat und die die einzige wahre Grundlage für den Wohlstand der Welt, gerade auch der westlichen, ist. Auf den Punkt gebracht heißt das: Der Westen ist deshalb wohlhabend, weil er es geschafft hat Wissen konstruktiv auf die Arbeitsprozesse anzuwenden, so dass immer mehr mit immer weniger Aufwand erreicht werden konnte. Die Klugheit der wirtschaftlichen Führer, vor  allem des Managements, im 19. und 20. Jahrhundert ist die Basis der größten Wohltat, die der Menschheit in den letzten 1000 Jahren zuteil geworden ist. Erstaulich ist dabei vor allem die  Art, wie dieser positive Entwicklung sich ergeben hat. Es wäre natürlich vermessen zu sagen die Wirtschaftstreibenden hätten diesen Wohlstand vor allem deshalb geschaffen, weil sie alle Humanisten und Philanthropen gewesen wären. Hier verhät es sich ähnlich wie mit der Erkenntnis von Adam Smith, der ja bekanntlich davon sprach, dass der maximale Eigennutz jedes  einzelnen im Ergebnis auch der maximale Gesamtnutzen wäre. Demnach ist der Egoismus des einzlnen nicht schädlich, sondern sogar nützlich für das Ganze. Smith hatte recht, aber nur in Bezug auf die Situation, die er selbst untersuch und vor Augen hatte und das ganz noch zu seiner Zeit, dem letzten Jahrzehn vor der einsetzenden Industriellen Revolution (1760er-Jahre).  So sehr der Egoismus in der Industriellen Revolution seine Schattenseite zeigte und allmählich gesetzliche Einschränkungen zum Wohl der arbeitenden Bevölkerung vorgenommen werden mussten, so sehr ist doch der Eigennutz eines der treibenden Motive des Menschen. Es wäre vermessen an eine Änderung der menschlichen Natur zu appelieren oder zu glauben, viel eher geht es darum ein System so zu konstruieren, dass der maximale Eigennutz (uns sei es blanker Narzissmus) im Ergebnis allen dient, also nicht schädlich ist. Bei der Steierung der Produktivität ist aber genau dies geschehen. Zwar mögen Arbeitsprozessanalysen der Reduktion der Kosten und der Steigerung des Outputs und letztlich der Gewinne und Marktanteile dienen, doch ist damit nicht automatisch eine Verschlechterung der Situation der Situation der Mitarbeiten verbunden (Produktivität ist das Ergebnis aus dem Output minus dem Input). Wir haben hier eine Situation vorlieben bei der das Interesse eines Managers am Vorteil für sein Unternehmen auch einen Vorteil für die gesamte Wirtschaft und damit letztlich für die gesamte Bevölkerung bringt.


Wohlstand wird nur durch Einsatz von Wissen auf Arbeitsvorgänge geschaffen. Der Wohlstand ermöglicht überhaupt erst, dass Menschen und ganze Gesellschaften darüber nachdenken können, wie sie leben wollen. Der Wohlstand beinhaltet auch die Möglichkeit höherer Sitten und einer gesteigerten Kultur, denn solange ein großer Teil der Menschen ihre Arbeitsenergie und ihre Zeit dafür einsetzen muss überhaupt am Leben zu bleiben, so lange kann keine Kunst, keine verfeinerte Lebensweise und keine höhere Kultur im Allgemeinen entstehen. Die starke Produktivität in den postindustriellen Ländern hat einen beispiellosen Wohlstand geschaffen, der allen Bevölkerungschichten, auch den Ärmsten, zugute kommt. In den entwickelten Ländern leben selbest die Ärmsten heute auf einem Niveau, das früher selbst der Mittelstand kaum erreichen konnte. Unsere Produktivität ist inzwischen derart hoch, dass wir es uns leisten können große Teile der Bevölkerung außerhalb des Erwerbslebens zu setzen, wie etwa Schüler, Studenten, Pensionisten und sonstige, die aus welchen Gründen auch immer nicht am Arbeitsprozess  teilnehmen. Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte hinweg wäre etwas Derartiges unmöglich gewesen!

Aber es gibt zunehmen Probleme mit der Produktivität, gerade in Europa. Die Innovationskraft, die die Produktivität der Zukunft schafft, wird hier durch einen überbordenen Staat und eine Gesellschaft, die den Staat überfordert oft im Keim erstickt oder zumindest schwer behindert. Ein allgemeines Misstrauen gegenüber Menschen, die etwas Anpacken wollen tut ein Übriges zu der Misere. Der Erfolg der europäischen Wirtschaft liegt gerade darin, dass hier der Staat durch den Liberalismus und die Demokratie und das absolut gesicherte Privateigentum ein Klima schuf, das es zupackenden Menschen ermöglichte etwas zu erreichen. Nun aber wurde im Laufe der Zeit missbraucht und zum "Wettermacher" erklärt. Man begnügte sich nicht mehr damit, dass der Staat einen Rahmen schuf, Richtlinien vorgab, an denen sich der einzelne orientierte und ansonsten frei in seinem Geschäftsgebaren war. Heute soll der Staat für die Konjunktur sorgen, die Arbeitslosigkeit niedrig halten und überhaupt für ultimative Gerechtigkeit sorgen. All diese Dinge können vom Staat nicht erbracht werden und sie sollen auch nicht erbracht werden, die damit verbundenen Maßnahmen würgen jede Selbstverantwortung und jeden schöpferischen Impuls ab. Das Leben muss von den Menschen selbst gestaltet werden und ein Eingreifen des Staates in die Angelegenheiten der Bürger und damit auch der Wirtschaft ist grundsätzlich unzulässig. Nur in völlig Freiheit kann Wohlstand entstehen und auch das, was man als das "gute  Leben" bezeichnen kann. Ein Großteil der Einbussen bei der Produktivität gehen auf staatliche Maßnahmen zurück, die oft populistisch und nur zu häufig unvernünftig weil von Ideologien getragen  sind. Wenn Europa nicht aufpasst und so weiter macht wie in den letzten 20, 30 Jahren, denn wird es bald zu den globalen Verlieren gehören, verursacht durch seine eigenen Politiker. Das Ergebnis der EU-Wahlen vom Sonntag spricht eine deutliche Sparche. Der Hilferuf der Bevölkerung, der Wunsch nach Entbürokratisierung, vor allem in Ruhe gelassen wurden werden, war deutlich zu vernehmen. Allzuoft haben die Menschen den Weg zu den Populisten gefunden. Ob die Botschaft verstanden wurde, wird man in der kommenden Legislaturperiode sehen - wenn nicht wird es in fünf Jahren eine Abrechnung geben, die einem Erdrutsch gleichkommen wird.


Unter dem Paradigma von mehr und härterem Arbeiten als einziger Möglichkeit die Produktivität zu steigern läuft die Weltwirtschaft auf eine Maximus zu, nachdem es kein Weiter, kein Mehr und noch nicht einmal mehr ein Besser geben kann. Es ist eine düstere, pessimistische Weltsicht, die sich langfristig zwangsläufig aus der traditionellen Sicht ergeben muss. Glücklicherweise hat sich diese Sicht als falsch herausgestellt und dem Wachstum steht auch in Zukunft keine Grenze mehr entgegen. Das ergibt sich unter anderem daraus, dass die Produktion immer weniger abhängig von der Rohstoffen wird (die freilich begrenzt sind), sowei von der menschlichen Arbeit an sich (die auch ihre Grenze findet). Die einzige Grenze, liegt in der Innovationskraft, in der Phantasie und dem Wissen des Menschen und ob dieses je eine Grenze findet ist nicht bekannt. In jedem Fall ist die Vorstellung von grenzenlosem Wachstum keine Illusion mehr, sondern eine Realität im zeitgemäßen Paradigma der Produktivität. Es ist deshalb dem Pessimismus jede Basis entzogen und der Optimismus, die Vorstellung von einer sich stets verbessernden, Wohlstand mehrenden Gesellschaft ist die realistischste von allen Vorstellungen. Nur wir Menschen selbst können unsere Erfolg noch verhindern durch eine Geisteshaltung der Begrenztheit, der Angst und der Unglaubens. Die Natur hat nicht mehr die Macht dem Menschen in seinem Wohlstandsstreben Einhalt zu gebieten und es gibt auch überhaupt keine Hinweise darauf, dass sie dies je wollen könnte, selbst wenn es in ihrer Macht stünde. Der Mensch ist ein seltsames Lebewesen: er ist der einzige der sich selbst freiwillig beschränkt. Es wäre unvorstellbar etwa ein Baum oder ein Tier zu betrachten, dass nicht alle seine Möglichkeiten ausnützen würde so groß als irgendmöglich zu wachsen. Unter den gegebenen Umständen wird ein Baum stets danach trachten ein Maximum aller verfügbaren Ressourcen auszunutzen, um sich zu entfalten. Nur der Mensch begnügt sich mit weniger (und leidet oft im Stimmen große Qualen), indem er sich nicht entwickelt, indem er sich nicht zu seiner maximalen Größe entfaltet. Diese "Sünde" müssen wir hinter uns lassen und nicht duckmäuserisch uns mit wenig zu begnügen, sondern gerade durch unsere Entfaltung es allen Lebewesen gleichtun, zum Segen von uns selbst und der gesamten Schöpfung.

Seien wir realistisch und sehen uns an, wie sich die Welt in den letzten zweihundert Jahren zum Besseren entwickelt hat. Die Zahl der absolut Armen ist ständig im Sinken begriffen, heute hungern weitaus weniger Menschen, als noch in den 70er-Jahren. Die Hilfe für arme Länder, die überhaupt erst durch den westlichen Wohlstand ermöglicht wurde, funktioniert erstaunlich gut. Die Umwelt wurde zu keinem Zeitpunkt seit dem Beginn der Industriellen Revolution derart geschützt wie heute. Das Bewusstsein um den Schutz des Lebens war niemals größer. Was immer man als notorischer Pessimist auch sagen mag - Probleme wird es immer geben - aber die Verbesserungen, die sich in allen Lebensbereichen permanent ergeben sind gigantisch! Gerade die Wissenschaft und die Technik haben Leistungen erbracht, die größer sind als alle Leistungen der Kulturvölker seit Jahrtausenden zusammen! Die Lebenserwartung ist höher als je zuvor, die Fähigkeit die Menschheit zu ernähren, durch ertragreiche moderene Landwirtschaft, ist beeinruckend. Freilich, wer das Schlechte sucht, wird es auch im Paradies finden, doch verglichen mit der Vergangenheit ist unsere Welt eindeutig auf dem Weg der Besserung. Die Leistungen, die die Welt, und dabei vor allem der Westen, für das Gute in der Welt erbracht hat, ist unschlagbar bestechend und groß.


Es führt kein Weg vorbei an der Notwendigkeit den Wohlstand zu steigern und zwar weltweit. Die Produktivität und die Innovation ermöglichen uns, dass dieses Wachstum, dieses Reichwerden ohne Schaden für Umwelt und Gesellschaft geschehen kann. Die Frage ist nur wie weit wir geistig offen sind, ungewöhnliche und neue Ideen zulassen und der Staat und die Politik sich aus der Lebensgestaltung der Bürger heraushalten. Geschieht dies, so ist das Tor zum Optimismus offen und die Möglichkeit auf eine goldene Zukunft kein Traum, sondern eine erreichbare Wirklichkeit.

Sonntag, 27. April 2014

Das Ende der Konsensgesellschaft?

Robert RavenEingeschlagen hatte es wie eine Bombe, als das neue Buch des deutsch-türkischen Erfolgsautors Akif Prinicci vor  kurzem auf dem Buchmarkt erschien. "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer"  sollte zuerst totgeschwiegen werden, doch von Anfang an ging das Werk weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln und zwang das Feuilleton vieler namhafter Zeitungen zu einer Stellungnahme. Derb und provozierend in der Sprache, den Fingen auf viele wunde Punkte in der Gesellschaft legend, schaffte es Prinicci, der für dieses, sein erste. Sachbuch den mutigen Manuscriptum-Verlag gefunden katte, ein Sprachrohr für viele Menschen zu sein, die seit langer Zeit das  Gefühl haben, dass Deutschland nicht mehr Deutschland sei, zumindest nicht mehr "ihr" Deutschland, so wie sie es kannten und liebten.

Man könnte nun diese Erscheinung als ein Kuriosum beiseite schieben, wenn es nicht bereits eine ganze Serie von derartigen "Skandalbüchern" gäbe, die zu Bestsellern geworden sind und sich mit den Themen Zuwanderung, Homosexualität, "Political Correctness" und anderen Zeiterscheinungen beschäftigen. Thilo Sarrazin mit seinen Büchern "Deutschland schafft sich ab" und "Tugendterror" gehörte bisher zu den bekanntesten dieser Autoren - jetzt kam Pirincci und hat noch einen Zahn zugelegt. Dabei besteht die Leserschaft nicht einfach aus "Frustrierten", "Modernisierungsverlierern" oder "Ewig-Gestrigen", sondern sie kommen  aus allen sozialen Schichten, mit allen möglichen persönlichen und sozialen Hintergründen. Sicherlich sind auch jene dabei, die froh sind, dass "es denen  da oben endlich einer sagt", die Provokationen lieben oder aus welchen Gründen auch immer sich Luft verschaffen wollen.  Tatsächlich jedoch sind viele Leser dieser Bücher vernünftige, bodenständige Menschen, die sich Sorgen um die Zukunft des eigenen  Landes, der eigenen Gesellschaft und der eigenen Kultur machen. Etwas, das nicht einfach mir nichts dir nichts beiseite geschoben werden darf.

Es geht bei Veränderungen in der Gesellschaft nicht immer nur um das altbekannte Phänomen, dass die einen immer alles anders machen wollen und ihre Gegner am liebsten alles so bewahren wollen, wie es ist. Vor allem geht es hier nicht, wie manche meinen, um einen Generationenkonflikt - diesen gab und gibt es zu allen Zeiten. Hin und wieder kommt es in der Geschichte zu entscheidenden Veränderungen, die über Wohl und Wehe, über Sein oder Nichtsein einer Kultur entscheiden. Handelt es sich um ein solches Thema, gelten ganz andere Regeln, als die gewöhnliche stetige Veränderung einer Gesellschaft, die gelassen von oben betrachtet werden kann, ohne dass große Gefahren für den Fortbestand der Gesellschaft an sich bestehen. Heute sind wir jedoch an einem solchen entscheidenden Punkt angelangt und wir können es uns nicht mehr leisten, einfach über die großen soziale Spannungen hinwegzusehen.

Bedeutet dies alles nun ein Ende der Konsensgesellschaft oder zumindest der Gesellschaft, wie wir sie bisher kannten? Zumindest letzteres scheint sich deutlich abzuzeichnen. Das Vertrauen in die Eliten ist an einem Tiefpunkt angelangt, die Elite selbst traut sich nichts mehr zu, vor allem hat sie die Fähigkeit verloren Ziele und Werte zu vermitteln und ein Bild von der Zukunft zu zeichnen, das den Menschen Hoffnung auf ein lebenswertes Morgen gäbe. Wenn eine Gesellschaft aber nicht die Hoffnung auf ein besseres Morgen hat, dann muss sie degenerieren, dann gibt sie allmählich die Lebensgeister auf, die sie erhalten. Noch gibt es diese Energie, die sich aus  der Vergangenheit, als mehr Hoffnung existierte, stammt, doch zunehmend erlischt dieses "Lebensfeuer" und wird durch eine bleierne  Schwere abgelöst, eine dunkle Masse aus gegenseitigem Misstrauen, Verdächtigungen, Zynismus, notorischer Kritiksucht und  fatalem Pessimismus. Keine Frage der Selbsthass unserer Kultur hat eine Dimension erreicht, die diese immer mehr zersetzt. Eine Gesellschaft ist selbst wie ein lebender Organismus und genauso wie er leben und gedeihen kann, kann er auch untergehen und absterben.

Woran kann man erkennen, in welchem Stadium sich eine Kultur befindet? Der große arabische Historiker des 14. Jahrhunderts Abu ra-Rahman Ibn Chaldun untersuchte viele Reiche in der Geschichte, deren Aufstieg und Fall. Er kam zu dem Schluss, dass das Schicksal einer Gemeinschaft, egal wie groß sie auch sein mag, Stamm oder Weltreich, von einem zentralen Faktor abhägt, den er Abadijja nannte. Abadijja bedeutet soviel wie "Gemeinschaftsgeist", die Kraft, die die Menschen einer Gemeinschaft zusammenhält. Ist diese Kraft stark, so widersteht eine Gesellschaft inneren und äußeren Konflikten, ist sie schwach, so stribt sie ab und kann dann auch durch relativ schwache äußere Feinde und geringe innere Unruhen zugrune gehen. Wie ist es nun um diese Abadijja bei uns bestellt.

Der Pluralismus einer Gesellschaft kann ein Segen oder ein Fluch sein - das wesentliche Element besteht darin, ob es eine gemeinsame Basis gibt, auf dem die Verschiedenartigkeit beruhrt, ein einigendes Band, ein gemeinsamer "Geist". Besteht ein solcher nicht, ist die pluarlistische Gesellschaft früher oder später dem Untergang geweiht. Ein solches einigendes Band könnte die Religion, der Patriotismus oder auch die Menschlichkeit sein, doch im gegenwärtigen Augenblick, in dem alles dem Relativismus und dem Subjektivismus frönt, kann es keine solche Basis geben. Dieses starke gesellschaftliche Fundament muss ihrer Natur nach absolut sein und darf nicht von der  persönlichen Perspektive abhängen. So wie sich der Pluralismus in Europa heute gestaltet ist er ein Kampf verschiedener Gruppen untereinander, von denen jede sich selbst als das "Absolute" betrachtet, einen größeren Rahmen, der alles zusammenhält gibt es  nicht. Was wir heute beobachten ist sowohl auf individueller, als auch auf kollektiver Ebene ein Durchdrungensein vom Narzissmus.  Langfristig ist deshalb jede nicht-moderne, weitgehend homogene Gesellschaft, der postmodernen, westlichen, heterogenen  Gesellschaft überlegen. Will der Westen überleben im 21. Jahrhundert, wird er schleunigst eine absolute Basis finden müssen, auf der  sein Gemeinwesen beruht. Auch die Entwicklung einer objektiven Wertwissenschaft ist dringend notwendig.

Für die Mainstream-Medien zeigt sich schon seit längerem, insbesondere durch die zunehmende Bedeutung des Internets, ein großes Problem: ihre "Torhüter-Funktion" versagt immer öfters! Darunter versteht man im Journalismus die einstmals vorhandene Tatsache, dass worüber die Medien nicht berichten, bei den Menschen nicht ankommt. Wenn ein Großteil der Menschen ihre Nachrichten, ihre Informationen über bestimmte große Medien (traditionell vor allem Fernsehen, Radio und große Tageszeitung) erhalten, so lässt sich durch Kontrolle dieser Medien die Gesellschaft im wesentlichen steuern. Heutzutage informieren sich Menschen im Netz vor allem nach ihren eigenen Präferenzen und Vorlieben und konsumieren immer weniger die vorgefertigten "Nachrichten", wie es bis in die jüngste Vergangenheit hinein der Fall gewesen ist. Immer mehr Menschen holen sich gezielt genau jene Informationen, die sie persönlich für sinnvoll erachten und immer weniger jene, die Redationen als für wichtig deklarieren. Freilich gibt es dabei auch Schattenseiten. Die Individualisierung des Medienkonsums führt vor allem dazu bestehende Vorurteile zu verfestigen. Obwohl das Internet ein großer Segen sein könnte, indem der User sich die unterschiedlichsten Sichtweisen desselben Sachverhalten ansehen  könnte, geschieht dies in der Praxis kaum. Viel eher besucht man genau jene Seiten, die das eigene Weltbild bestärken und einem dabei das Gefühl geben, die Welt sei auf der eigenen Seite. Das Seltsame dabei ist, dass auch Minderheiten im Netz vergessen  können, dass sie eine Minderheit sind und so in der Illusion sie wären "ganz viele" bestärkt werden.

Das Internet ist für die Forschung über den Menschen ein grandioses Anschauungsmedium, denn wenn man sich etwa die Suchbegriffe ansieht, die am häufigsten, zum Beispiel bei Google, eingegeben werden, erhält man viel eher einen Einblick in die wahre Geisteshaltung der Bevölkerung, als wenn man direkte Umfrangen durchführen würde. Sieht man sich nun diese "wahre Geisteshaltung" an, so erkennt man unschwer, dass diese sich sehr wesentlich von dem unterscheidet, was die Bevölkerung von sich selbst und vor allem die Elite und die Medien zu glauben meinen. Möglicherweise ist das Internet sogar eine Weg, um Zugang zum Unbewussten des Menschen zu  gewinnen, neben den bisher bekannten Techniken versteht sich.

Ein großer Irrtum, der in unserer Gesellschaft oft gezielt erzeugt wird, ist jener der veröffentlichten Meinung. Im Zeitalter moderner Medien ist es ein Leichtes Meinungen zu veröffentlichen und diese als die "öffentliche Meinung" auszugeben. Nicht selten befinden sich die Politiker selbst in diesem Irrtum gefangen. Die veröffentlichte und die öffentliche Meinung unterscheiden sich in sehr vielen Fällen gewaltig von einander. Teilweise wird sogar angenommen, man könne durch die Vorgabe eine Meinung sei jene der Mehrheit der Bevölkerung, die öffentliche Meinung überhaupt erst erschaffen. Die Präsentation wäre demzufolge der Schöpfungsakt selbst.  Öffentlichkeit zu schaffen heißt vor allem, dass alle, bzw. große Teile der Bevölkerung, über dasselbe sprechen. Dies wird jedoch immer
schwieriger zu erreichen. Das was in den Medien, vor allem in den öffentlich-rechtlichen, den Menschen präsentiert wird, entspricht immer weniger der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Große Gruppen der Bevölkerung, vor allem jene, die den angeblichen "Mainstream" nicht gutheißen, werden ausgeblendet. Es scheint das Motto vorzuherrschen, dass jenes, das nicht existieren darf auch nicht existiere.

Mehr noch, man glaubt durch Wirklichkeitsvermeidung jenes Wunschbild, das man von der Welt hat, erschaffen zu können. Wir leben schon seit längerem in einem Zeitalter des Gegenaufklärung; da ist es kein Wunder, dass nicht nur Ideale wie die Menschenrechte, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und überhaupt vernünftiges Denken und Handeln, nicht mehr besonder hoch im Kurs stehen. Gerade am  grundlegenden Menschenrecht der Meinungsfreiheit kann man dies gut ersehen: Meinungsfreiheit ist die wesentliche Grundlage der Demokratie, denn nur durch ihre freie Ausübung ist die Demokratie überhaupt erst gewährleistet, ist Partizipation des einzelnen möglich. Nun gibt es aber seit  geraumer Zeit eine immer stärkere Einschränkung der Meinungsfreiheit, sei es direkt durch das Gesetz, mehr noch jedoch durch die  gesellschaftlichen Konventionen. Viele Menschen, es dürften alleine in deutschland mehrere Zig-Millionen sein, dürfen ihre wahren  Gedanken nicht mehr ausdrücken und werden diffamiert, wenn sie es doch tun. Die Meinungsfreiheit hat absolut zu sein, jede Meinung,  auch die schwer Ertragbare, muss in vollem Ausmaß ausdrückbar sein. Der Staat hat sich in Bezug auf die Gedanken der Bürger und  deren verbalem und schriftlichen Ausdruck völlig neutral zu verhalten und keinerlei Verbote oder Gebote diesbezüglich zu erlassen oder  zu überwachen.

Freilich hat gerade in Deutschland der Liberalismus seit jeher einen schweren Stand; bekanntlich ist die Freiheit keine Tochter aus  Deutschland. Wenn es jedoch um die Meinungsfreiheit geht, so spricht ein ganz anderer Punkt für das Deutsche: die Authentizität.  Wenn es durch die Jahrhunderte hindurch etwas gibt, was das Deutsche schlechthin kennzeichnet, dann ist es das Bedürfnis nach Wahrheit, nach  dem Echten und Unverfälschter, der Ablehnung der Künstlichkeit und des Schauspiels, das in vielen anderen Kulturen ausgeprägt ist. Einen Luther konnte es nur in Deutschland geben, nur hier konnte es zur Reformation kommen, zur Besinnung auf die Ursprünge. Diese Tradition des Echten, des Wahrhaftigen hielt sich noch bis zu den 68ern, die selbst noch von diesem Gedanken durchdrungen waren und aufräumen wollten mit aller Falschheit, aller Heuchelei und dem gezierten Getue. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade diese 68ern heute die schärfsten Proponenten der sogenannten "political correctness" geworden sind, jener Zensur, die gegen die Menschenwürde, die Gerechtigkeit, gegen die Freiheit verstößt und damit der Lüge und dem Schein Tür und Tor öffnet.

Elite und Bevölkerung misstrauen einander gegenseitig. Dabei wird vergessen, dass in einer Demokratie die Elite nur mit Zustimmung der Regierten existiert und dass ohne Vertrauen diese Zustimmung nicht mehr gegeben ist. Die einzige Rechtfertigung für Elite, die es heute noch  geben kann, ist das Wohl für des Gemeinwesen, das von ihrem Wirken ausgeht. Ist das Tun der Elite dem Wohl der Gemeinschaft nicht  mehr zuträglich, so hat sie durch eine neue ersetzt zu werden. So lauten die simplen Spielregeln des modernen Rechtstaates. Doch woher soll  eine neue, fähige Elite kommen, wenn sie sich immer nur aus denselben Kreisen speist? Aufgabe der Elite ist es gerade das Gemeinwesen  mit Sinn, Werten und Zielen zu erfüllen. Wo steht etwas Deutschland im Jahre 2050 oder 2100? Welche großen Ziele verfolgt der Staat  und die Gesellschaft? Welche Werte halten wir für unveräußerlich? Wie sieht es mit der Verantwortlichkeit des einzelnen aus? Welche Pflichten haben die Menschen zu erfüllen? Anstatt immer nur von den Rechten zu sprechen. Das sind die großen Fragen, auf die viel zu selten (vernünftige) Antworten gegeben werden. Leute wir Sarrazin, Broder oder Pirincci legen den Finger auf wunde Punkte. Wie sehr sie damit ins Schwarze getroffen haben, zeigen die hefitgen Reaktionen, die landauf, landab zu vernehmen sind. Immer mehr Menschen fühlen sich von der Politik  hinters Licht geführt, haben das Gefühl ihnen würde nur noch eine Scheinwelt präsentiert und man kümmere sich nicht mehr um sie; ganz im  Gegenteil man schlägt einem sogar brutal ins Gesicht. Menschen lassen vieles mit sich machen, aber nicht auf ewig.



Einige Tatsachen, die nicht oder nur ungenügend beachtet werden:

1.) Das Bildungsniveau im öffentlichen Schulsystem sinkt seit vielen Jahren und erreicht ständig neue Tiefststände. Lehrer, die viele Dienstjahre hinter sich haben, berichten von eklatanten Verschlechterung. Aufgaben, die früher vom Durchschnitt der Schüler bewältigt werden konnte, fallen heute selbste den Klassenbesten schwer. Die anderen sind überhaupt nicht mehr in der Lage sie zu lösen. Gleichzeitig steigen die formellen Anforderungen in der Arbeitswelt: Für immer mehr Stellen bedarf es zusätzlicher Zeugnisse, Qualifikationen und Titel, ohne dass dahinter entsprechende Leistungen stünden. Vielleicht braucht man eines Tages ein Diplom einer Hochschule um den Müll wegräumen zu dürfen; man heißt dann "Doktor der Abfallwirtschaften" oder dergleichen, ohne dabei noch das Kleine 1x1 zu beherrschen. Nachdem nicht anzunehmen ist, dass die Kinder von heute genetisch verfallen sind, müssen die Ursachen für die Verdummung in der Art und Weise liegen, wie unsere Gesellschaft und hier vor allem das Erziehungssystem funktioniert. Welche sind die wahren Ursachen dieses Absinkens der schulischen Leistungen?

2.) Die Menschen sind heute zynisch und naiv zugleich. Zynisch sind sie aus Misstrauen gegenüber den anderen, naiv, weil sie trotz Misstrauens auf Experten und "Autoritäten" vertrauen.

3.) Gesellschaftlichte Konflikte werden totgeschwiegen, wenn sie nicht in ein vorgefertigtes Raster passen. Kriminalität wird verschwiegen, unliebsame Meinungen als Minderheitengedanken abgewertet; auf der anderen Seite hingegen werden Außenseiter ins Rampenlicht gestellt und die Illusion erzeugt diese wären in die Gesellschaft integriert. Der Missbrauch sozialer Sicherungssystem wird verschwiegen oder heruntergespielt. Ineffiziente politische und soziale Maßnahmen werden unter den Teppich gekehrt, der Gesellschaft Ruhe und Konsens vorgespielt, obwohl unter der Oberfläche in vielen Teilen Europas bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen.

4.) Das "Exotische" und "Ungewöhnliche" erhält eine Aufmerksamkeit, die seinem Anteil an der Gesamtgesellschaft nicht entspricht. Die Mehrheit ist eben die Mehrheit und aus Gründen der Gerechtigkeit müsste sie deshalb auch die Aufmerksamkeit, gerade in den Medien, dominieren.

5.) Es wird verschwiegen, dass der Wohlstand seit langem nicht mehr wächst. Auf der anderen Seite werden Unsummen, oft völlig ohne Sinn und verstand, für Projekte verschwendet, die das Klima und die Umwelt schützen sollen, ohne dies tatsächlich zu tun. Auf bloße Vermutungen hin werden der Bevölkerung Belastungen aufgebürdet und das, obwohl sie sich dies im Grunde gar nicht leisten kann. Die Dinge werden nicht nicht mehr zu Ende gedacht, vernetztes Denken fehlt völlig, das alte monokausale Denken beherrscht noch immer die Köpfer, gerade bei jenen Leuten, von denen anderes zu erwarten wäre. Wohlstandswachstum und Umweltschutz zu vereinen und nicht gegeneinader auszuspielen, das wäre das Gebot der Stunde. Wir werden nicht umhin kommen ein neues "Wirtschaftswunder" zu  kreieren, wenn wir weiterhin einen lebenswerten Standard in Europa haben wollen.

6.) Der Mensch ist in erster Linie ein natürliches Wesen. Die Natur hat uns zu Mann und Frau geschaffen, wobei die beiden Geschlechter sehr unterschiedlich sind. Aber gerade in diesen Unterschieden liegt die Polarität aus der sich die Dynamik des Lebens speist. Hier nivellieren zu wollen degeneriert den Menschen und die Menschlichkeit.

7.) Unsere Gesellschaft ist eine Gesellschaft von Götzendienern. Geld, Macht, Ansehen, die öffentliche Meinung, die Natur oder auch andere Menschen sind zu den Objekten der Anbetung geworden. Wir sind heute heidnischer, als unser Land über viele Jahrhunderte hinweg gewesen ist. Spirituell haben wir einen großen Rückschritt gemacht. An der Esoterik- und New-Age-Bewegung lässt sich der Abstieg und der Aberglaube in der Kultur sehr gut ablesen. Die Ursachen liegen unter anderem darin, dass Humanismus und Aufklärung sich zu wenig durchgesetzt haben. Gerade hier  sollte wieder angesetzt werden. Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt aller Betrachtung gerückt und die Vernunft als Beurteilungsmaßstab wieder zur Vormachtstellung gelangen.

8.) Nation und Nationalgefühl sind Stützen der Demokratie. Der deutsche Sonderfall in der Geschichte darf nicht als Lehrmeister herangezogen werden. Vielmehr muss der Blick nach Westen, nach Frankreich, England oder den USA gehen, um zu erkennen, dass der Nationalstaat und die Demokratie in engem, ja unverbrüchlichem Zusammenwirken bestehen.

Was wir brauchen ist eine Rückkehr zur Vernunft und zur Entwicklung von viel mehr Mut. Das Misstrauen gegenüber den Menschen, gerade auch gegenüber den Massen, muss ein Ende haben. Unsere Gesellschaft ist stark genug jede Meinung zuzulassen und den Diskurs der Weltanschauungen
nicht bereits im Vorhinein einer Zensur zu unterwerfen, so dass bestimmte Weltbilder von vorne herein ausgeschlossen werden. In einer freien Gesellschaft muss jedes Weltbild, das Unvernünftigste, ebenso wie das Absurdeste, zum öffentlichen Diskurs zugelassen werden. Dem freien Wettbewerb der Ideologien und Überzeugungen soll nichts im Wege stehen. Die Menschen sind reif genug selbst entscheiden zu können, wem und welchen Vorstellungen sie folgen wollen. Nur wenn man der Bevölkerung vertraut, verhält sie sich auch so, dass sie vertrauenswürdig ist.

Robert Raven

Mittwoch, 23. April 2014

Des Kaisers größter Feldherr

xAm Höhepunkt seiner Karriere gehörte er zu den meist bewunderten Männer seiner Zeit. Er hatte militärischen Erfolg an Erfolg gereit, sich als Staatsmann, als umfassend gebildeter Zeitgenosse, der sich für Philosophie und Wisseschaft interessierte, einen Namen gemacht und bereicherte überdies die abendländische Kultur mit den herrlichen Bauwerken, seinen Schlössern, die er sich errichten  ließ. König wie Ludwig XIV. und Friedrich der Große bewunderten ihn und besonders im deutschen Raum wurde sein Name zum Synonym  für einen erfolgreichen, ja übergroßen, Feldherrn. Österreich und Deutschland ließen noch im 20. Jahrhundert Kriegsschiffe nach ihm  benennen: Prinz Eugen von Savoyen.







I. EIN PRINZ VON SCHMÄCHTIGER GESTALT
Alles hatte denkbar schlecht begonnen: Obwohl aus hochadeliger Familie stammend, mit Vorfahren sowohl aus dem spanischen, als  auch aus dem französischen Königshaus, sprach alles gegen eine Karriere des jungen Savoyers. Er war von sehr kleiner Gestalt, kaum größer als 1,5 Meter groß, ein sehr kränkliches Kind und zu allem Übel noch mit einem hässlichen Äußeren gestraft: Stumpfnase, große  Schneidezähne, überhängende Augenlider - alles in allem war er eine grauenhafte, gnomenhafte Erscheinung, die bei Hofe verachtet und missachtet wurde. So entschloss sich die Familie, den am 18. Oktober 1663 in Paris geborenen Spross der Kirche zu übergeben - eine  geistliche Laufbahn schien noch das Aussichtsreichste für den jungen Mann. Alleine er selbst wollte nicht. Zwar erheilt er früh die Tonsur,  lehnte sich jedoch innerlich dagegen auf und strebte weiterhin eine große weltliche Karriere an. Unbeirrt glaute er stets daran zu Höherem berufen zu sein - ein Glauben, den niemand mit ihm teilte. Der Prinz verfügte jedoch über Eigenschaften, die zeitlebens in auszeichnen sollten: großer Mut, einen sehr weiten geistigen Horizont, sowie ein wildes Draufgängertum. Obwohl ein Haudegen, hatt diese Kühnheit, wie bei  Alexander dem Großen Methode; sie war keine Schwäche, die sich aus einer überschäumenden Lebensenergie und wenig Versand speiste.  Ganz im Gegenteil, Prinz Eugen war ein "honnête homme" par excellance, der Nachfolger des "Renaissance-Mannes" im 17. Jahrhundert,  so wie ihn Baldassare Castiglione in seinem Buch "Vom Hofmann" geschildert hatte: Umfassend gebildet, versiert im Umgang mit Menschen, offen für wissenschaftliche und technische Neuerungen. Der Prinz hatte besaß ein ausgesprochenes Talent für Mathematik.

Im Frühjahr 1683 schritt der Prinz zur großen Tat. Er bat in einer Audienz bei König Ludwig XIV. um die Aufnahme in die königliche Armee, was der König mit Geringschätzung ablehnte. Zu schmächtig, zu schwach für einen Mann des Krieges erschient dem Sonnenkönig der Zwerg. Ludwig
was schließlich der mächtigste König des 17. Jahrhunderts und ein Großteil seiner Macht stützte sich auf seine Streitkräfte. Tief gekränkt flieht Prinz Eugen aus Frankreich und schwört, dass er nur "mit dem Schwert in der Hand" ja wieder nach Frankreich zurückkehren würde.

II. EIN LEBEN IM DIENSTE DES KAISERS
1683 wurde Wien von den Türken belagert und der in Bedrängnis geratene Habsburger-Kaiser Leopold I. konnte jede nur erdenkliche Hilfe gebrauchen.  Als nun der "Flüchtling" aus Frankreich, dieser hässliche Gnom aus dem Geschlecht der Savoyer, sich anbot in österreichische Dienste zu treten, wurde  er sofort angenommen. Zusammen mit Herzog Karl von Lothringen kämpfte sich Prinz Eugen nun vom Kahlenberg hinunter bis in die Stadt Wien durch. Er  wurde bald zum Oberst befördert und war von nun an an jedem Krieg seiner Zeit, von 1683 bis kurz vor seinem Tod 1736 beteiligt. Selbst noch 1735 war  er im polnischen Erbfolgekrieg aktiv gesesen.

Die militärische Stoßrichtung ging nun gegen den Balkan. 1687 wurde Eugen zum Feldmarschallleutnant und mit dem Goldenen Vlies ausgezeichnet. 1697 wurde er Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Sieg an Sieg reihte der große Feldherr; im Friede von Karlowitz 1699 räumten die Türken Ungarn und  Siebenbürgen - Österreich stieg nun endgültig zur Großmacht auf. 

Dann, 1701, bracht der Spanische Erbfolgekrieg zwischen Frankreich und Österreich aus. Der Konflikt weitete sich bald zu einem gesamteuropäischen Krieg aus, in den die anderen Großmächte involviert waren. Bald stehen Österreich, England, Schweden, Preußen und das Deutsche Reich gegen Frankreich - nur Bayern  stellt sich auf die Seite Ludwigs XIV. "Alle gegen Frankreich" lautete nun das Motto. Prinz Eugen, wie immer im Kriegsdienst, bewies auch hier sein Geschick.  Durch hervorrangende Koordination mit England, vor allem mit dem Herzog von Marlborough, John Churchill, gelang es Frankreich empfindlich zu schlagen.  Churchill errang in den Schlach bei Blenheim (dt. Blindheim) ewigen Ruhm und gilt seither als einer der ganz großen Kriegshelden Englands. Für Österreich war  es das erste Mal seit 150 Jahren, seit der Zeit Karls V., dass es Frankreich auf dem Schlachtfeld besiegen konnte. Prinz Eugen stürmte die nordfranzösische  Stadt Lille und machte damit seine Prophezeiung nur mit dem Schwert in der Hand nach Frankreich zurückzukehren, wahr. Der Sonnenkönig macht ihm Angebote  für Frankreich zu kämpfen, doch es war zu spät. Zeitlebens hatte der Prinz nur noch einen Herrn, dem er treu ergeben war: dem Kaiser. Ludwig erkannte nun  seinen Irrtum, den er vor Jahrzehnten begannen hatte, als er dem Prinzen den Dienst in seiner Armee versagt hatte. 1713/14 endete der Krieg durch die Frieden  von Utrecht und Rastatt.

Kurz darauf brach der Krieg erneut mit den Osmanen aus und Prinz eugen kämpfe wieder auf dem Balkan. 1717 errang er einen seiner größten Siege in der Schlacht  von Belgrad. Im Frieden von Pessarowitz 1718 erhielt Österreich das Banat, die kleine Walachei, Nordserbien und Teile von Bosnien. Für Österreich war es einer der größten militärischen Trimuphe aller Zeiten. Der in der Schlacht leicht am Arm verwundete Prinz Eugen zeigte sich in der Folge als Staatsmann mit Weitblick, indem  er deutsche Kolonisten in Siebenbürgen ansiedeln ließ. Diese Gruppen von Kolonisten aus dem süddeutschen Raum sollte als "Donauschwaben" bekannt werden  und bildeten noch bis ins 20. Jahrhundert hinein den wesentlichen Teil der Bevölkerung in Siebenbürgen.

Der Ruhm Prinz Eugens stand an seinem Höhepunkt, Peter der Große bot ihm sogar die polnische Krone an. Der Prinz engagierte sich in der Baukunst, ließ große Barockbauten errichten und unterstütze auch dei Wissenschaft tatkräftig. Den Philosophen Leibnitz regte er zur Erstellung seiner umfassenden Metaphysik an. Im Krieg  selbst sah der Prinz den eigentlichen Zweck im dauerhaften Frieden. Der letztgültige Sinn des Krieges besteht im Frieden. Als der Feldherr am 21. April 1736 starb,  war er längst zur Legende geworden. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass einer der größten Deutschen der Geschichte ein Franzose war, sowie dass gerade einer  der größten Feldherrn aller Zeiten einer der körperlich kleinsten war.

III. INTERPRETATION
Wir Menschen haben einen natürlichen Hang dazu Menschen nach dem Äußeren zu beurteilen. Zudem ist der erste Eindruck meist so stark, dass er sich sehr lange  hält, ja in vielen Fällen bleibt er die geistige Grundlage zur Beurteilung eines anderen, selbst über viele Jahre hinweg. Gegen diese Tendenzen muss man aktiv vorgehen.  Wir müssen uns angewöhnen uns ein Urteil über andere erst nach und nach zu bilden und der Versuchung widerstehen aufgrund eines Eindrucks oder einer Gefühlsbewegung  auf das Wesen des anderen zu schließen. Menschen nach dem Äußeren zu beurteilen ist nicht rational - die Vernunft ist aber das, was uns vom Tier unterscheidet und uns bessern handeln lässt als dieses. Menschen zu unterscheiden ist sehr gefährlich, ist meist ein Zeichen eines übergroßen Egos, verstärkt nicht selten durch eine ordentliche  Portion Arroganz. Ist ein Mensch fähig, sollten wir darauf achten, dass er für uns arbeitet, denn sonst sehen wir ihn bald bei der Konkurrenz gegen und "kämpfen", vor allem  dann, wenn wir ihn auch noch erzürnt haben. Fähige und willensstarke Menschen machen ohnehin ihren Weg, sie sind nicht aufzuhalten; es ist also besser sich ihrer zu  bedienen, als sie als Gegner zu haben.

Kriegsführung hat mit dem Geist zu tun, nicht so sehr mit der Körperkraft. Mit zunehmendem technischen Fortschritt gilt dies immer mehr und heute ist dem fast ausschließlich  so. Dami der Geist jedoch seinen Kraft voll entfalten kann, muss der Charakter geschult werden. "Herzensbildung" ist gerade im Kampf besonders wichtig. Vergessen wir nie, das das Wort "Courage" von Herzen (coer) kommt. Mut findet sich im Herz. Bei der Kriegsführung muss man sich über das Schlachtfeld erheben, das größere Geanz sehen,  sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Was beim einfachen Soldaten normal ist, darf sich der General niemals erlauben. Allerdings ist der Krieg selbst in  die Welt der Politik eingebettet und auch der General muss seinen Blick noch erweitern, um selbst noch über den Krieg hinauszublicken.

Der wahre Sinn des Krieges liegt im dauerhaften Frieden. So oft dieser Satz von zynischen Menschen missbraucht wird, so sehr liegt doch im "Ci-Vis-Pacem-Para-Bellum" (Willst du Frieden bereite dich auf den Krieg vor) eine große Weisheit. Gerade die erfahrendsten Soldaten, die alten Haudegen und Veteranen sind es, die den Frieden am meisten lieben und zu schätzen wissen. Wer "Hurra Krieg!" ruft, ist noch ein Grünschnabel und weiß nicht wovon er spricht oder er hat nichts verstanden. Nach Sun Tzu gibt  es vier Arten der Kriegsführung: die edelste Art ist jene, bei der kein Blutvergießen stattfinden; die zweitedelste ist jene bie der Allianzen geschlossen und jene des Gegner  zerstört werden; die drittedelste Art ist die offene Feldschlacht; die schlechtetste Art der Kriegsführung schließlich ist es Städte zu belagern. Nachdem der Krieg auch heute  noch nicht von der Erde verschwunden ist, sollten wir usn zumindest bemühen, dass nur noch die erste und zwei Art der Kriegsführung nach Sun Tzu zur Anwendungen kommten.

Man darf niemals den Glauben des Menschen an seine eigenen Fähigkeiten verlieren, denn dieser kann Berge versetzen. Gerade der Glaube, der durch nichts erschüttert  werden kann, vor allem nicht durch andere Menschen, ist der größte von allen - aus ihm erwachsen die großen Taten der Menschen. Soziale Beeinflussung ist extrem gefährlich,  denn Worte von Menschen sind niemals neutral, jeder Mensch verfolgt Absichten mit seinen Aussagen. Es macht im Allgemeinen wenig Sinn auf "Ratschläge" anderer zu hören, vor allem dann nicht, wenn diese ungefragt erteilt werden. Am besten ist es solche zu ignorieren. Worte sind selten wahr, eine Spur von Unwahrheit findet sich bei den meisten.  Was jedoch niemals lügt ist die Realität der Fakten. Der Glaube an sich selbst, der auf der eigenen Erfahrung und Sinneswahrnehmung, sowie jenem Bereich, den man als  "Intuition" (sprich unbewusstes Wissen) beruht, kann man trauen. Nieman kann einen Menschen aufhalten, der zu einer Sache entschlossen ist und er bereit ist jeden Preis dafür  zu bezahlen! Zähigkeit und Charakterstärke sind weitaus bedeutender als Talent. Talente kommen häufig vor, Menschen von starken Charakter hingegen sind selten. Menschen  mit einem offenen Geist können ihre Fähigkeiten oft auf viele verschiedene Bereiche übertragen. Zudem ist die starke Neigung zu einer Sache weitaus entscheidender für deren  Wahl, als das Talent, das einer besitzt. Hat einer ein Talent, fühlt sich aber zu einer anderen Sache hingezogen, für die er kein Talent besitzt, so ist es weiser sich für die Neigung und gegen das Talent zu entscheiden.


IV: LEHREN
* Beurteile Menschen nie nach dem Äußeren oder nach dem ersten Eindruck

* Charakterstärke, nicht Talent ist im Leben entscheidend, denn der Charakter, nicht das Talent, ist des Menschen Schicksal.


* Bei der Kriegsführung kommt es vor allem auf den Geist, nicht auf den Körper an.


* Erhebe dich über das Schlachtfeld, sieh das große Ganze, erweitere stets deinen Horizont.


* Der Glaube an sich selbst versetzt Berge.


* Der Sinn des Krieges besteht im dauerhaften Frieden.


* Stelle fähige Leute an, die für dich arbeiten, sonst wird es die Konkurrenz tun.


* Mit einem offenen Geist kann man Fähigkeiten in einem Bereich, den man kennt, auf einen anderen, noch unbekannten, übertragen.





Samstag, 19. April 2014

Vom unnützen Denken

x"Ein unnütz Leben ist ein früher Tod", meinte Goethe in seiner "Iphigenie auf Tauris". Wie recht der gute Mann doch hatte! Doch wo beginnt ein solch  schändliches Leben, wo entspringt seine Quelle, deren stinkene Ausgeburt sich wie ein schwarzer Pechstrom durch das Leben des Verdorbenen windet? Ich will es euch kundtun, meine Freunde, denn allzu oft trift man derartige Zeitgenossen an, heute mehr denn zu jeder anderen Zeit in der Geschichte. Damit man sich vor ihnen hüte, damit das Virus sich nicht nach und nach auf euch Tugendhaften und Fleißigen überträgt und allmählich an euch zehrt. Unglückliche  und Glücklose soll man meiden, heißt es, denn in ihrem Gejammere geht auch bald die Moral des guten Herzens dahin und alles wird von der harten  Gravitation des Pessimismus nach unbarmherzig unten gezogen. Kein hoher Gedanke, kein leichtes Gemüt ist dann mehr möglich, nur noch bleierne Schwere, die  zombihaft verwandelt, was einst blühend und prächtig gedeihend war. Gerade zu Ostern, das die brave Christenheit morgen zu feiern beliebt, soll auch für euch eine Auferstehung stattfinden - aus der Finsternis ans Licht! Vom Tod zum Leben! So ist es seit jeher des guten Mannes Art gewesen.

Das Denken ist es, meine Freunde oder das was gemeinhin als Denken bezeichnet wird, das den Ursprung, den geistigen Urknall des Kosmos, des Unnützen bildet!  Doch weit gefehlt wenn einer meint es sei dies das Ergebnis mangelnder Bildung oder gar der Erfahrung. Die Welt quillt heutzutage über von all den Gebildeten  und doch wird die Denkfähigkeit immer geringer - man schmückt sich mit Titel und Zeugnissen aller Art, doch ist man nicht in der Lage zwei und zwei zusammenzuzälen. Das Expertentum ist eine Abart des Unnützen. Der Experte liegt falscher, als der Zufall, denn er ist mit der Welt nicht verbunden. Seine  Verbundenheit besteht nur im Geiste und bloß zu seinen eigenen Gedanken. Was im Charakterlichen der Narzissmus, ist im Land des Geistes das Expertentum. Wann hat den je ein Wirtschaftsweiser die Zukunft vorhergesehen, die dann auch eingetreten wäre? Menschen, die auf Kosten der Allgemeinheit das Spiel  "Des Kaisers neue Kleider" spielen und dabei an den Fleischtöpfen sitzen, während dem Gemeinen nur das Hungerbrot bleibt, haben sich breitgemacht. "Zukunftsforschung" heißen sie es und sie sind doch nur Schalatane, Quacksalber, im besten Fall Komödianten. In der Antike gab es die Orakel, die weissagten und das menschliche Bedürfnis die Zukunft zu kennen befriedigten. Freilich hatte dies damals noch einen erhabenen Charakter: Opfer wurden feierlich erbracht, hypnotisierende Dämpfe schwängerten die Luft, Rituale zur Ergreifung der Seele  veranstaltet; doch heute gibt es nur noch einen mageren Abklatsch des Brimboriums der Altvorderen - nicht einmal mehr als Lachnummern gehen sie durch die "Experten". Weit überlegen war das Orakel dem modernen Zukunftsforscher, sowohl im Inhaltlichen, als auch im Formellen. Dieses alles ist eine Art von Denken, das zu sparen sich die Gesellschaft leisten muss.

Doch noch eine weitere Art des unnützen Denkens nenne ich euch: Es gibt da Zeitgenossen, die gar mit schwerer Miene und Gehabe, das Bedeutsamkeit vorschützen  will durch die Lande ziehen, man findet sie ihren Sermon haltend vornehmlich in den Mainstreammedien, und dabei die Menschheit belehren möchte über allerlei Bedrohliches, das  mit Sicherheit auf uns hernierderfahren würde, wenn man nicht sein Leben ändere. Das Leben ändern, vor allem jenes der anderen, das ist das Anliegen dieser Propheten - Wölfe im Schafspelz, die nicht ein Quäntchen bei sich selbst sehen aber vermeinen die Welt wäre schlecht, das Volk dumm und einfältig und leicht  verführbar. Es sind jene Gestalten, die den Span im Auge des nächsten sehen, doch nicht den Balken in ihrem eigenen. Wobei meist noch der Span des anderen  im Gedanken des Propheten selbst seinen Ursprung hat. Man will heute oft nicht einmal mehr von "Bildung" sprechen, denn das, was man einstmals darunter verstand  ist längst den Bach der Geschichte hinunter gegangen. So meinten die Alten noch Bildung sei jenes Vermögen die eigene Kultur durchdringend zu verstehen und in seinem eigenen  Geist noch einmal die Gesamtheit des eigenen kulturellen Erbes abzubilden - jeder Gebildete war demnach eine "Kultur" im Kleinen. Doch davon kann heutzutage  keine Rede mehr sein. Halb- und Nichtgebildete bevölkern heute massenhaft die Lande, die meisten davon mit Hochschulabschluss (mit irgendeinem billigen Studium, das nicht viel Anstrengung erfordert). Sie haben nie zu denken gelernt, sehen die  Welt in den Bahnen, die ihnen subtil oder auch nicht eingebläut wurden. Je länger man im Schul- und Unterrichtsbereich verbringt, desto mehr wird der eigene Geist  nach den Vorgaben des jeweiligen Bildungsinstitutes geformt - von der Welt versteht man bald immer weniger (was allerdings gewollt ist denn unter dem Programm "Bildung" läuft heute die Volksverdummung). Deshalb lautet ja auch ein bekannter Rat, dass wenn einer  im Leben Erfolg haben möchte, er möglichst bald die Schule verlassen sollte. Wie wahr! Doch wie selten hört einer darauf.

Dann gibt es da die Art, die den einzelnen betrifft, und die nicht weniger beleidigend für die Vernunft ist, jedoch in ihrem Schaden meist begrenzt ist. Ich spreche von jenen, die aus Langeweile oder Vermeidung (Angst) denken, deren Leben derart schal ist, dass sie sich anstatt konkret um sich selbst und die ihren zu kümmern, sich auf die großen Probleme  der Welt und der Menschheit konzentrieren. Alles andere soll geändert werden (man selbst hingegen nicht) und man weiß auch wie es geht. Alleine, die Menschen sind ja so einfältig, böse, dumm oder man hat sie  eben einer Gehirnwäsche unterzogen. Erklärungen sind schnell zur Hand. Wenn es wirklich so etwas wie eine "Gehirnwäsche" gäbe, so wäre dies doch das Gegenteil dessen, was man landläufig darunter  versteht, denn seit wann ist eine "Wäsche" etwas Schlechtes? Wird doch dadurch der Schmutz entfernt und klares Denken sollte sich wieder einstellen. Wie dem auch  sei, dies ist nur ein Gedanken des alten Cincinnatus, denn unsere Sprache strotzt nur so von Ungereimtheiten und Widersprüchen. Denken, das unnütz, kreist um Dinge,  die mit dem eigenen Leben nicht in Verbindung stehen. Zwar sind die Gefühle vieler "Aktivisten" echt, doch sie beziehen sich nur scheinbar auf die gegenwärtige  Situation oder das eigene Denken. Vielmehr sind solche bloße Auslöser für Emotionen, die einen anderen, meist völlig unbekannten, Ursprung haben. Sentimentalität ist es, wovon ich spreche. Man sieht sie heute allerorten - gerade die Wütenden, die Unzufriedenen, die Polikanten, die Berufsdemonstranten, -kritiker und - aufklärer, das sind die Subjekte,  deren Gefühle ein Ventil gefunden haben, doch mit dem vorgegebenen Anliegen in keinerlei Beziehung stehen. Was Spinoza bereits erkannte, bewahrheitet sich immer  wieder: Nur eine affektive Einsicht is auch eine effektive Einsicht - das bloße verstandesmäßige Verstehen genügt niemals. Zuerst kommt immer das Notwendige im  eigenen Leben, dann jenes der anderen und vielleicht irgendwann das Wohl der ganzen Welt. Eine Sache dürft ihr mir niemals vergessen, meine Freunde: So sehr es stimmt, dass vor dem Handeln das Denken kommen muss, so sehr ist es auch richtig, dass das Denken ohne die Möglichkeit zu handeln dumm macht! Jawohl, sich um  Dinge zu kümmern, sich Gedanken zu machen in einem Bereich, in dem man nichts bewirken kann, weil es außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegt, lässt den Geist  verkümmern. Wer sich immer um das Wohl der Welt kümmert, dabei aber nicht aktiv auf Grundlage dieser Gedanken handeln kann, dessen Gedanken sind schal und  oberflächlich. Seid mir nicht wie diese halten Gestalten, meine Brüder - denkt nur dort, wo ihr handeln könnt. Alles andere geht euch nichts an - es hat mit euch nichts zu tun und verdient deshalb  nicht eure wertvolle Geisteskraft.

Das waren die Gedanken eines alten Knaben zu Ostern, dem Fest der Auferstehung unseres Heilands Jesus Christus. Möge euch allen ein Licht aufgehen und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere zu Pfingsten sogar mit dem Heiligen Geist beseelt.


L.Q. Cincinnatus

Freitag, 11. April 2014

Die Exklusivität des Namens

EINE NONNE ALS GESCHÄFTSFRAU
xIm Jänner des Jahres 1830 erhielt eine 54-jährige Nonne aus Köln am Rhein einen Brief, der eine äußerst gute Botschaft beinhaltet. Er war vom preußischen Innenminister im Auftrag des Königs verfasst worden und enthielt die Antwort auf eine Bitte, die die Klosterfrau im November untertänigst an seine Mejastät, König Friedrich Wilhelm III., gerichtet hatte. Nun wurde ihr gestattet, den von ihr
hergestellten "Melissengeist" mit dem Wappen, dem Adler, des Preußischen König, auf den Flaschenetiketten zu versehen und damit zu kennzeichnen. Damit hatte sie ein lange verfolgtes Ziel erreicht und ihre Herstellung des "Klosterfrau Melissengeist" nahm einen gewaltigen Aufschwung. Langjährige Sorgen gehörten nun endgültig der Verangenheit an.

Was war geschenen und wie war es so weit gekommen? Schwester Maria Clementine Martin wurde 1775 in Brüssel geboren, zog mit  ihren Eltern (der Vater war Berufsoffizier) im Alter von acht Jahren ins ostfriesische Jever und trat mit 17 ins Kloster St. Anna in Coesfeld, das zum Orden der Annuntiatinnen gehörte, ein. Sie spezialisierte sich auf die Heilkunde und wurde zur Krankenschwester ausgebildet. Ein ausgesprochenes Talent besaß sie auch für die Heilkunde mit allerlei Kräutern und Rezepturen, aus denen Arzneien hergestellt wurden. Dabei kam sie auch mit streng geheim gehüteten Rezepturen in Kontakt, wie eben auch mit einem Universalmittel, das aus einem Melissengeist bestand. 1803 brach eine Katastrophe über das Kloster herein,  wie über alle geistliche Herrschaften im ganzen Deutschen Reich. Der Reichstag in Regensburg hatte mit dem Reichsdeputationhauptschluss die Auflösung bzw. Säkularisierung der geistlichen Gebiete beschlossen. Auch das Kloster in Cloesfeld wurde aufgelöst und die Nonnen damit heimatlos. Eine jahrelange Wanderschaft folgte. Als im Juni 1815 die Schlacht zwischen Napoleon und den Alliierten im belgischen Waterloo geschlagen wurde, diente Maria Clementine Martin als Krankenschwester  und zeichnete sich dabei besonders aus, so dass der preußische König ihr eine jährliche Rente von 160 Goldtalern gewährte. Die finanziellen Sorgen waren von nun an nicht mehr drückend. Als sie 1825 nach Köln kam, befand sich die Stadt in einem großen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Wirren der napoleonischen Zeit waren vorüber, der Aufbruch in das Industriezeitalter hatte begonnen und neue Unternehmen schossen, in der nun preußisch gewordenen Stadt, wie die Pilze aus dem Boden. So auch in jener Branche, in der die Klosterfrau tätig war: der Erzeugung von Duft- und Heilwässern, für die Köln schon lange berüht war (ua. etwa "4711"). Es war jedoch eine Zeit, in der es noch kaum Schutz für geistiges Eigentum gab, so  fehlt auch ein Gesetz über den Markenschutz, so dass viele sich mit jedem Namen und jedweder Bezeichnung schmückten. Die  Prozesse, die deshalb wegen Plagiatsvorwürfen und unberechtigtem Namens- und Markengebrauch geführt wurden, waren deshalb sehr zahlreich. Auch Maria Clementine blieb nicht davor verschont, dass andere sich mit ihren Etiketten schmückten und gutes Geld damit verdienten. Die Empörung war groß, nicht etwa deshalb, weil die fromme Frau reich werden wollte, sondern weil nur sie das geheime Rezept ihres Melissengeistes kannte und ausschließlich sie für dessen hohe Qualität bürgen konnte. Würde ein anderer sich mit ihrem Etikett schmücken, stellten sich die Heilerfolge nicht ein und dieser  Misserfolg würde dann wieder mit Maria Clementine in Verbndung gebracht werden.

Mitten in dieser Misere, hatte die Nonne eine Idee: Ein Etikett musste her, das niemand wagen würde zu kopieren! Wie wäre es da mit dem Wappen des Königs? Selbstbewusst schrieb Maria Clementine an seine Majestät und fügte neben ihrer Versicherung stets für König und Königshaus zu beten auch gleich Proben ihres Melissengeistes bei. Tatsächlich reagierte der protestantische König schnell und zur vollsten Zufriedenheit der katholischen Antragsstellerin. Damit war der tüchtigen Geschäftsfrau der Coup schlechthin gelungen. Von nun an würde es keiner mehr wagen seine Produkte unter dem Namen der Klosterfrau anzubieten. Trotz widerholter Versuche der Konkurrenz die Erlaubnis zum Führen des  preußischen Königswappens zu torpedieren, blieb es beim königlichen Entschluss. Das Unternehmen MCM (Maria Clementine Martin) nahm einen großen  Aufschwung und binnen eines Jahrzehnts kannte man den Melissengeist in ganz Europa. Als Maria Clementine 1843 starb, nahm halb Köln daran teil. Ihre Popularität war überaus groß. Nach ihrem Tod florierte das Geschäft immer weiter. Die rechtliche Situation in Bezug auf den Schutz geistigen Eigentums hingegen fristete noch ein paar Jahrzehnte ein stiefmütterliches Dasein. Erst 1874 wurde ein erstes deutsches Markenschutzgesetz verabschiedet. Das Unternehmen, das die Klosterfrau gründete, existiert noch heute, die "Klosterfrau Healthcare Group", und gehört zu den größten Produzenten von nicht-apothekenpflichtigen (frei verkäuflichen) Arzneimitteln in Deutschland. Das bekannteste Produkt ist seit der Gründung des Unternehmens 1825 der "Melissengeist" geblieben, der sich in jeder dritten Hausapotheke in Deutschland findet.



INTERPRETATION
Was für einen Menschen der Ruf, ist für eine Unternehmen die Marke. Die ursprüngliche Bedeutung von Marken war die Kennzeichnung von Produkten zwecks Gewissheit über den Hersteller und zur Sicherstellung der Qualität. Heute kommen noch weitere Faktoren hinzu. So bilden sich um Marken teilweise regelrechte Kulte - man drückt damit ein bestimmtes Lebensgefühl und Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus. Marken bilden einen "Schutzwall" um Produkte herum und dienen gerade auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten zur Sicherung  des Umsatzes. Darüberhinaus rechtfertigen Marken höhere Markpreise als No-Name-Produkte und zwar selbst dann, wenn es von der  Produktequalität her keinen Unterschied gibt. Daraus ergeben sich höhere Gewinnmargen, was für Investoren immer schon seinen Reiz hatte.

Man muss unter allen Umständen dafür sorgen, dass man sich von den anderen unterscheidet und dass der Markt, die Kunden, auf einen aufmerksam werden. Dazu braucht es Mut zur Individualität, ansonsten ist Mittelmäßigkeit das Beste, was man zu erwarten hat. Eine weitere Lektion, die Maria Clementine beherrschte war jene sich Verdienste zu erwerben, und davon später zur profitieren. Sie hatte beim preußischen König wohl ein "Stein im Brett" durch ihre großen Verdienste in der Krankenpflege in der Schlacht bei Waterloo. Freilich war es in ihrem Fall gewiss nicht so, dass sie als Krankenpflegerin arbeitete, um später vom König eine Unterstützung bei ihren Geschäftstätigkeiten zu erlangen - das wäre abwegig, doch wusste sie später geschickt die früheren Leistungen für sich zu nutzen. Bei der "Einforderung" von Gegenleistungen muss man sehr vorsichtig zu Werke gehen, sich
dabei auf Dankbarkeit zu stützen, zahlt sich in den meisten Fällen nicht aus. Einem anderen gegenüber dankbar sein zu müssen, wird in der Regel als Last empfunden; viel besser ist es deshalb auf den Nutzen des anderen zu bauen. Nicht aus Dankbarkeit soll der andere eine Leistung vergüten, sondern, weil er selbst  einen Nutzen daraus zieht. In den USA gibt es ein eigenes (informelles) System zwischen Leuten, die sozialen Netzwerken (nicht mit den modernen "sozialen Netzwerken" wie Facebook, Twitter etc. verwechseln!) angehören. Dieses nennt sich IOU - "I owe you" ("Ich schulde dir etwas") und bedeutet,  dass die Mitglieder solcher Netzwerke durch wechselseitige Hilfe und Unterstützung miteinander verbunden sind. Die Pflicht zur Hilfe ist dabei  stärker als bei einem schriftlich fixierten Vertrag. Erstaunlicherweise sind die menschlichen Verpflichtungsbande oft bei auf Treu und Glauben, nur mündlich  geschlossenen Abmachungen, viel stärker, als bei schriftilch fixierten Verträgen - wobei die Schriftlichkeit ja gerade aus Sicherheitsgründen vereinbart wird! Jedenfalls darf man grundsätzlich von Menschen keine Dankbarkeit erwarten, denn solche ist das Ergebnis von feinster Bildung des Herzens, etwas,  das wie die wahre Liebe eine Unwahrscheinlichkeit ist; und trotzdem kann sie gefunden werden, wenn man danach sucht.

Maria Clementine Martin hatte sich für ihr Geschäft den besten Standort ausgesucht, den man zur damaligen Zeit finden konnte. Köln war ein Mekka für Duft- und Heilwässerchen und weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus dafür bekannt. Hier lag der ideale Ansatzpunkt für den geschäftlichen Erfolg, sofern man Eigeninitiative zeigte und die harte Konkurrenz nicht scheute. Durch Sparsamkeit war es der Nonne gelungen ein Kapital  anzusammeln, mit dem sie ihr Geschäft aufbauen und mit der Melissengeistproduktion beginnen konnte. Kluge Geschäftsführung und ausgezeichnetes  Marketing, wie man heute sagen würde, führten dann zum Erolg des Unternehmens, das heute noch große Bekanntheit genießt.



LEKTIONEN
* Einen guten Ruf zu haben ist für Menschen wichtig im sozialen Leben. Ebenso ist es für ein Unternehmen wichtig eine gute Marke zu haben.

* Unterscheidung und Aufmerksamkeit sind im Wirtschaftsleben essentiell.


* Erwirb dir Verdienste, um später auf die Dienste anderer zurückgreifen zu können.


* Hat man ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung anzubieten, so muss man den Glauben daran entwickeln, dass man damit auch Erfolg haben wird. Entscheidend ist allerdings, dass man aus Rückschlägen lernt und kreatives Durchhaltevermögen besitzt. Bloßes, sich nicht auf Veränderung stützendes Durchhaltevermögen, ist nichts anderes als Sturheit.


* Es ist wichtig einen idealen Standort für seine Geschäftsaktitvitäten zu besitzen, einen "Brückenkopf", um den Markt zu erobern. In unserer Zeit befindet sich dieser Brückenkopf immer öfters in der virtuellen Welt des Internets.